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Limburg

15 Jahre nach tödlicher Messerattacke: Mordverdächtiger steht vor Gericht

Knapp 15 Jahre nach der Tötung einer 34 Jahre alten Frau aus Limburg hat am Freitag vor der 2. Schwurgerichtskammer am Limburger Landgericht der Prozess gegen einen 47-jährigen Pakistani begonnen. Der Mann ist angeklagt, am 1. November 2002 seine Lebensgefährtin in ihrem Wohnhaus in der Limburger Südstadt erstochen zu haben. Der wegen Mordes angeklagte, damals in Deutschland als Asylbewerber und unter falschen Personalien lebende Angeklagte hat sich am Freitag weder zur Sache noch zu seinem Lebenslauf geäußert.

Der Angeklagte mit seinem Anwalt Moritz Schmitt. Foto: Bernd Bude
Der Angeklagte mit seinem Anwalt Moritz Schmitt.
Foto: Bernd Bude

Der Mordprozess beginnt erst jetzt, weil sich der Angeklagte unmittelbar nach der Tat nach Pakistan abgesetzt hatte. Der 47-Jährige wurde zwar 2003 in seiner Heimat entdeckt, doch ein nicht vorhandenes Auslieferungsabkommen zwischen Pakistan und Deutschland verhinderte die Überstellung des Mannes in die Bundesrepublik. Dem Pakistani gelang es daraufhin, erneut unterzutauchen. Erst 2015, mittlerweile soll der Mann geheiratet haben und Vater zweier Töchter sein, wurde er in Pakistans Hauptstadt Islamabad festgenommen. Deutschland und Pakistan einigten sich wenig später auf eine Ausreise des Mannes, dem die Todesstrafe in seiner Heimat drohte, über Dubai. Unter dem Geleit zweier Limburger Polizeibeamter wurde der Angeklagte schließlich nach Limburg überführt und befindet sich seit 22. März in der Limburger Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Am Freitag erschien der Pakistani in einem roten Wollpullover im Schwurgerichtssaal 129 des Limburger Landgerichts. Mit verschränkten Armen blickte er in die Kameras der Fernsehanstalten und Fotografen. Ihm direkt gegenüber sitzen Staatsanwältin Sabine Hönnscheidt, Nebenklägervertreterin Sybille Becker, die Schwester der Getöteten, und ein psychologischer Beistand. Sehr mundfaul gab sich der Angeklagte, dessen Dolmetscher in puncto Lautstärke auch nicht den besten Tag erwischt hatte und nur schwer zu verstehen war.

Vor der Anklageverlesung rügte Verteidiger Moritz Schmitt die Besetzung der Kammer. Erst kurzfristig sei ein Austausch eines Beisitzers erfolgt. Ein zu später Austausch, wie der Anwalt meinte. Nach einer halbstündigen Beratungspause erklärte der Vorsitzende Dr. Andreas Janisch die Verteidigerrüge als unbegründet.

Von Bernd Bude

Diez
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