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    Bad Neuenahr-AhrweilerZurück aus der Zukunft: Was das Ahrtal lernen kann vom Silicon Valley

    Wer die Zukunft mitgestalten will, muss dorthin gehen, wo sie entsteht. Das dachte sich der Unternehmer Marc Ulrich aus Ahrweiler.

    So soll der neue Apple-Campus aussehen.
    So soll der neue Apple-Campus aussehen.
    Foto: Marc Ulrich

    Zwölf Tage war er in der Hightech-Metropole unterwegs und durfte einen exklusiven Insider-Blick hinter die Kulissen von Apple, Google, Facebook & Co. werfen. Auf seinem Programm standen Besuche von aufstrebenden Start-Ups ebenso wie Interviews mit milliardenschweren Investoren. Zurück kommt er mit einer Botschaft, die er in einem Inspirationsvortrag am 24. August auch dem heimischen Mittelstand verkünden will: „Die Spielregeln werden für allen Branchen neu geschrieben.“

    „Ob auf der Baustelle des größten Bürogebäudes der Welt, Apples neuem Campus, oder in den Mini-Zellen der Start-up-Büros – eine zentrale Frage hatte ich immer im Gepäck: Was kann der deutsche Mittelstand für die Kunden- und Mitarbeitergewinnung vom Silicon Valley lernen?“, berichtet Marc Ulrich von der Intention seiner Reise. Die Erkenntnisse haben den Seriengründer aus Ahrweiler in vieler Hinsicht überrascht: „Auch im Valley spielt bei allem Wissen und Kapital ein Element die zentrale Rolle: Beziehungen. Aber die sind hier wesentlich einfacher und schneller aufzubauen als in Deutschland.“ Das geballte Netzwerk aus Investoren, Firmen, Bildung und Mentoren ist weltweit einzigartig. 15 Milliarden Dollar Wagniskapital werden hier jährlich in Wetten auf die Zukunft gesetzt. „Man hört meist nur von den Erfolgsgeschichten wie Facebook oder PayPal. Die Wahrheit ist: Nur 2 Prozent aller Start-ups werden ein Erfolg“, erläutert Ulrich das harte Geschäft.

    Fast alle großen Tech-Firmen sind im Silicon Valley vertreten. Darunter auch das wertvollste Unternehmen der Welt: Apple. Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat Steve Jobs den neuen Campus 2 in Cupertino entwickelt. Das größte Bürogebäude der Welt sieht aus wie ein gigantisches Raumschiff. Auf 260.000 Quadratmetern werden in etwa einem halben Jahr 13000 Mitarbeiter Platz finden. Alleine den Wellness-Bereich für die Angestellten lässt sich Apple 70 Millionen Dollar kosten. 7000 Bäume werden auf dem Campus gepflanzt, die Früchte sollen in der Cafeteria verarbeitet werden.

    „Was hier überall für Mitarbeiter getan wird, ist unglaublich. Da können wir uns im Kampf um die Fachkräfte in Deutschland einiges abschauen“, erläutert der Marketingflotten-Chef. Das Rundum-Sorglos-Programm kann sich neben einem stattlichen Gehalt daher mehr als sehen lassen. Bei Facebook zum Beispiel können sich Mitarbeiter zwölf Stunden am Tag in mehr als zehn verschiedenen Restaurants bedienen. Eine Wäscherei gehört ebenso zum Campus wie Arzt, Zahnarzt und Chiropraktiker. Ob Fitness, Yoga oder 750 Euro-Gutschein für Campus-externe Aktivitäten – Mark Zuckerberg stellt einiges an, um die besten Talente zu gewinnen. Alle Serviceleistungen stehen den Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung – bis hin zur Geschlechtsumwandlung. Ein großer Engpass in der gesamten Bay Area: bezahlbarer Wohnraum. Mit einer Ein-Zimmer-Wohnung ist man hier schnell bei 3000 Dollar Monatsmiete. Facebook hat kürzlich die Genehmigung für ein neues Bauprojekt erhalten: In unmittelbarer Nähe des Campus entsteht ein Wohnpark für rund 1500 Mitarbeiter.

    Technologisch werden alle Unternehmen zurzeit von einem zentralen Thema getrieben: Künstliche Intelligenz. Was von vielen Firmen in Deutschland noch als Science-Fiction abgetan wird, ist im Silicon Valley längst Realität. „Die Geschwindigkeit, mit der hier aus Ideen Produkte entstehen, ist atemberaubend“, schwärmt Ulrich und warnt: „Der deutsche Mittelstand muss aufpassen, dass er nicht den Anschluss verliert.“ Alle zehn Jahre ändert sich die Art und Weise, wie Menschen Computer nutzen. Die letzte große Revolution war die Einführung des Smartphones. Experten im Valley gehen davon aus, dass die nächste große Welle, vor allem getrieben durch künstliche Intelligenz, 100-mal so viel Auswirkung haben wird wie die Einführung des Smartphones.

    Vortrag

    Wie sich die Trends aus dem Silicon Valley auf kleine und mittelständische Unternehmen auswirken, zeigt Marc Ulrich in einem Inspirationsvortrag am 24. August um 8 Uhr, 13 Uhr und 18 Uhr im Dorint-Hotel Bad Neuenahr. Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer können sich im Rahmen des „KolumbusKlub“ kostenlos anmelden.

    Infos: www.kolumbus-klub.de

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