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    Zugausfälle bei Ahrtalbahn nicht akzeptabel

    Unpünktlich, überfüllt oder gar nicht erst auf der Schiene: Die Ahrtalbahn ließ in den vergangenen Wochen zu wünschen übrig. Die mangelhafte Beförderungsleistung war am Montag Thema im Kreis- und Umweltausschuss.

    Für Ärger sorgte jüngst, dass die Ahrtalbahn zweimal nur bis Kreuzberg fuhr statt fahrplanmäßig bis Ahrbrück, um Verspätungen aufzuholen. In einem Fall "strandeten" Schüler.
    Für Ärger sorgte jüngst, dass die Ahrtalbahn zweimal nur bis Kreuzberg fuhr statt fahrplanmäßig bis Ahrbrück, um Verspätungen aufzuholen. In einem Fall "strandeten" Schüler.
    Foto: Vollrath

    Für Ärger sorgte jüngst, dass die Ahrtalbahn zweimal nur bis Kreuzberg fuhr statt fahrplanmäßig bis Ahrbrück, um Verspätungen aufzuholen. In einem Fall "strandeten" Schüler. "Bahnfahren wird so zum Vabanquespiel", kritisierte Landrat Jürgen Pföhler. Auch aus Sicht des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz (SPNV-Nord) bestehen erhebliche Mängel, wie Verbandsdirektor Thomas Geyer innerhalb der Sitzung ausführte.

    Stichwort Verspätungen: Der vertraglich vereinbarte Toleranzwert liegt bei einer durchschnittlichen Verspätung von 1,2 Minuten. Der Jahresdurchschnitt (Januar bis September) bei der Ahrtalbahn beträgt indes 1,98 Minuten, allein im September sogar 3,46 Minuten. "Das ist nicht überragend, aber auch nicht schlecht", befand Geyer. Schulnote drei minus. Dagegen seien die geforderten Sitzplatzkapazitäten zu annähernd 100 Prozent erfüllt worden – "ein nahezu optimales Ergebnis".

    Ganz zufrieden war der Ausschuss mit den vorgestellten Statistiken nicht. Gewertet würden ja nur die Züge, die tatsächlich gefahren sind, monierte etwa Lorenz Denn (SPD). Die Leistung ausgefallener Züge müsse man eigentlich mit null Sitzen werten. Die Chancen, dass der Zug ausfällt, stehen statistisch gesehen 1:50. "Das ist kein akzeptabler Wert", räumte Geyer ein. Eine Quote von 2 Prozent sei auch im Vergleich zu anderen Strecken deutlich zu hoch. Mit dieser Einschätzung sei man sich auch mit der DB Regio einig. Dass Züge völlig überfüllt seien, wollte der Verbandsdirektor so nicht gelten lassen. "Für uns ist entscheidend, ob Leute am Bahnsteig wirklich zurückbleiben." Was in der Tat vorgekommen sei. "Das waren aber in der Hauptsache Leute mit Fahrrädern." Seine Empfehlung: Man sollte regeln, wann Räder mitgenommen werden dürfen und wann nicht.

    Zuversichtlich, noch in diesem Winter mit der Bahn zu einer Lösung zu kommen, äußerte sich Geyer beim Thema Ein- beziehungsweise Ausstiegshöhe. Provisorische Bahnsteige, wie sie Wolfgang Schlagwein (Grüne) in der RZ jüngst in die Diskussion eingebracht hatte, seien mit vertretbarem Aufwand und überschaubaren Kosten verbunden. "Eine solche Übergangslösung würde die Situation deutlich verbessern", bestätigte Geyer. Handlungsbedarf sieht auch er: An der Strecke gebe es Bahnsteige, die keinerlei Regelhöhe entsprächen. "Sie sind zwar überall im gesetzliche Rahmen, aber hart an der Grenze dessen, was man zumuten kann."

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

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