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Zahl der Asylbewerber im Ahrkreis ist stark gestiegen

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Gegenüber 2011 ist die Zahl allerdings leicht rückläufig. Laut Kreisverwaltung erklärt sich der Rückgang dadurch, dass der Kreis 2011 mehr Asylbewerber aufgenommen habe, als er hätte aufnehmen müssen. In jenem Jahr nahm der Kreis Ahrweiler 94 Asylbewerber auf. Die Aufnahmequote für den Kreis Ahrweiler – das heißt der Schlüssel, nach dem das Land die ihm zugeteilten Asylbewerber auf die Kreise und Kreisfreien Städte verteilt – beträgt 3,2 Prozent.

Bei den Flüchtlingen handelt es sich zumeist um Bewohner des ehemaligen Jugoslawiens und um Einwohner aus Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten: Iran, Irak, Syrien, Afghanistan. Die Kreisverwaltung verteilt diese Flüchtlinge proportional je nach Größe auf die einzelnen Verbandsgemeinden (VG) und die kreisangehörigen Städte. Einwohnerstarke Kommunen müssen also mehr Asylbewerber aufnehmen als kleinere.

Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle – etwa die Familienzusammenführung oder die Lage auf dem Wohnungsmarkt. So ist es in Bad Neuenahr-Ahrweiler mitunter leichter, Wohnraum für ein bis zwei Personen zu finden, während es in ländlichen Regionen wie etwa in der Verbandsgemeinde (VG) Brohltal oder der VG Adenau eher möglich ist, ganze Familien unterzubringen. So war die VG Adenau 2012 unter den Gebietskörperschaften des Kreises mit 18 Asylbewerbern Spitzenreiter bei den Neuaufnahmen. "Sie werden in der VG Adenau nur dezentral untergebracht, weil wir über keine Sammeleinrichtung verfügen", teilt die Verwaltung mit. Mit zurzeit 29 betreuten Asylbewerbern sei die Kapazität momentan erschöpft.

Mit dieser Begründung hat die VG Bad Breisig 2012 nur zwei Asylbewerber aufgenommen – so wenige wie keine andere Gebietskörperschaft im Kreis. "Das war vor Jahren noch anders: Damals hatten wir noch das CVJM-Heim zur Verfügung", erinnert Sozialamtsleiter Alfred Heckenbach. 42 Asylbewerber werden aktuell in Bad Breisig betreut. "Weiteren Wohnraum haben wir derzeit nicht", sagt Heckenbach.

Die Kreisstadt, die im vergangenen Jahr 16 Asylbewerber aufnahm, könnte kurzfristig noch vier bis fünf Personen aufnehmen, 28 Personen sind derzeit in Betreuung. Neben einem städtischen Mehrfamilienhaus in der Göppinger Straße mietet das Sozialamt gegebenenfalls Wohnungen an.

Insgesamt gab der Kreis 2010 804 000 Euro für Unterkunft und Lebensunterhaltung aller Asylbewerber auf. 2011 waren es bereits 894 000 Euro. Auf über eine Million Euro kletterten die Ausgaben 2012. Das Land erstattet pro Asylbewerber eine Pauschale von 312 Euro (seit 1. Januar 2013: 491 Euro). Mit 413 000 Euro war 2012 die Erstattung so hoch wie nie zuvor. Doch die Ausgaben des Kreises lagen im gleichen Zeitraum um 617 000 Euro höher.

Problematisch aus Sicht des Kreises: Das Land erstattet nur zeitlich begrenzt. Die Pauschale von jetzt 491 Euro wird gezahlt längstens für die Dauer von drei Jahren nach Bestandskraft der Entscheidung über die Ablehnung oder nach Rücknahme des Asylantrages. Allerdings: Innerhalb dieser drei Jahre gelingt eine Abschiebung oft nicht, beispielsweise wegen Krankheit oder weil in bestimmte Gebiete nicht abgeschoben werden darf. Nach Ablauf der drei Jahre bleibt der Kreis auf den weiter entstehenden Kosten also zu 100 Prozent sitzen. "Im Übrigen war und ist die Pauschale des Landes nicht auskömmlich", merkt die Kreisverwaltung an.

Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

Bad Neuenahr-Ahrweiler
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