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    Kreis AhrweilerWissenschaft begleitet Energiewende

    Die Energiewende im Kreis Ahrweiler bekommt wissenschaftlichen Beistand. In der Kreisverwaltung stellten gestern Landrat Jürgen Pföhler und die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein auf fünf Jahre angelegtes Forschungsprojekt vor, das die Chancen und den Nutzen der Energieversorgung auf kommunaler Ebene untersuchen soll. Die Ergebnisse des Modells Kreis Ahrweiler sollen am Ende auch für Kreise und Kommunen im gesamten Bundesgebiet von Nutzen sein.

    Symbolbild: dpa
    Symbolbild: dpa

    Von unserem Redaktionsleiter Uli Adams

    Was den Kreis für die Forscher aus der Kreisstadt außer der räumlichen Nähe so interessant macht, sind die besonders schwierigen Bedingungen. Die touristische Ausrichtung des Kreises, die Restriktionen durch Landschafts- und Vogelschutz, FFH-Gebiete und weitere gesetzliche Vorgaben - beispielsweise bei der Verwirklichung von Windparks - machten die Energiewende alles andere als einfach im Kreis Ahrweiler, erklärten Dr. André Schaffrin und Dr. Bert Droste-Franke. Die beiden Wissenschaftler sind bei der Akademie verantwortlich für die Studie. „Wir wollen Lösungen entwickeln, um diese besonderen Herausforderungen der lokalen Energiewende zu bewältigen“, so André Schaffrin zum Projekt, das auf den Namen „EnAhrgie“ getauft wurde.

    Dabei werden sie jedoch nicht nur auf Fachliteratur und Expertenmeinung setzen. Zur reinen Lehre kommt der für die Wissenschaftler spannende praktische Teil. EnAhrgie wird lokale Kompetenz und wissenschaftliche Arbeit zusammenbringen. Auf der einen Seite der Kreis als Vertreter seiner Gebietskörperschaften, Handwerkskammer, Energieversorger, Banken und Verbände und Vereine; auf der anderen Professoren und Institute aus unterschiedlichen Fachbereichen. Aber auch Volkes Meinung soll im Rahmen von Diskussionsforen und Bürgerversammlungen gehört werden, um Maßnahmen zur lokalen Energiewende auf ihre gesellschaftliche Akzeptanz hin abzuklopfen.

    Nach drei Jahren soll ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Landnutzung mit Schwerpunkt Energieversorgung für den Kreis Ahrweiler stehen. Zwei weitere Jahre sollen die im AW-Kreis erarbeiteten Instrumente und Methoden auf ihre Übertragbarkeit auf andere Landkreise in der Republik erprobt werden.

    Feuer und Flamme für die Zusammenarbeit mit der Akademie ist Landrat Jürgen Pföhler. „Das ist eine einmalige Chance. Zur im Januar installierten Energieagentur zur Vernetzung der lokalen Entscheidungsträger bekommen unsere Anstrengungen auf dem Weg bis 2030 zum Kreis mit bilanziell 100 Prozent Erneuerbarer Energie ein wissenschaftliches Standbein.“ Mit Blick auf die Einbindung der vor Ort Beteiligten sprach er vom „größten runden Tisch, den der Kreis je hatte“.

    Was das vom Kreistag 2011 avisierte Ziel der 100 Prozent Erneuerbare Energie angeht, sieht er seine Region weiter auf einem guten Weg. Ein Anteil von rund 10 Prozent am Gesamtstrombedarf sei bereits erreicht und zeige, „dass die Maßnahmen von Kreis, Kommunen und Privaten zu greifen beginnen.“ Es zeige aber auch, „dass noch eine große Wegstrecke vor uns liegt.“

    Beispiele von Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen seien die Ausstattung der kreiseigenen Gebäude mit Fotovoltaikanlagen, das flächendeckende Solarkataster im Internet, die Umstellung auf moderne Heizungsanlagen mit alternativen Energieformen oder die Einrichtung der Energieagentur - „allesamt wichtige Bausteine auf dem langen Weg der Energiewende“, so der Landrat.

    Ein Fragezeichen steht hinter dem gestern von Kreis und Europäischer Akademie vorgestellten Großprojekt allerdings noch. Wer übernimmt die mindestens siebenstelligen Kosten? Über die Förderung wird erst Mitte April entschieden. Wenn der Zuschuss bewilligt ist, dann läuft die Finanzierung aber fast vollständig über Mittel des Bundesforschungsministeriums.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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