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Wie Gärten vor Schlammlawinen schützen

Monumentale Felsenlandschaften, ein kleiner Wasserfall, Wege und Treppen aus Natursteinen und mit Bedacht ausgewählte Bäume, Stauden, Kräuter, Gräser und Bodendecker: Das alles findet sich im rund 3000 Quadratmeter großen Hanggarten am Privathaus des Garten- und Landschaftsbauers Peter Berg in Westum.

Der Westumer Gartenbauer Peter Berg stellt sein neues Buch vor.
Der Westumer Gartenbauer Peter Berg stellt sein neues Buch vor.
Foto: Judith Schumache

Auf dem Areal, das mit einem Höhenunterschied von 30 Metern angelegt ist, stellte er sein neues Buch „Natur, Ästhetik, Design“ vor. In seinen beiden vorherigen Büchern „Moderne Gartenarchitektur“ und „Moderne Gartenkonzepte“ hat Berg die Arbeit von Gartendesignern weltweit vorgestellt. In der aktuellen Veröffentlichung beschäftigt er sich mehr mit seiner eigenen Arbeit. Allein von den ersten beiden Werken, so sagt er, 25.000 Exemplare auf dem Markt.

Sein Spezialgebiet ist der Hanggarten. Einen besseren Rahmen für seine Buchpräsentation hätte er nicht finden können. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um auf dem bis in jedes ästhetische Detail geplante Gelände zu lustwandeln. An jeder Ecke ist in dem seit 32 Jahren gewachsenen Garten etwas zu entdecken, aber auch zu erfahren. Denn: Wer meint, dass großformatige Felsen und Gesteinsbrocken eher den Eindruck erwecken, dass man von ihnen erschlagen wird, dem bemächtigt sich beim Herumspazieren und Verweilen der vielen steinernen Sitzgelegenheiten bald das Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit. Das vermittelt Ruhe in einer immer hektischeren Welt und „dem Sog der Belanglosigkeit“, wie es auch im Buch heißt.

In Bergs Garten wird jeder Felsen wie eine spielerische Komposition gesetzt und geht eine Liaison mit anderen Elementen wie moderner Kunst, Sitzmöbeln und mit der Bepflanzung ein. Von der Kunst des Weglassens und der feinen Nuancierung von sich verbindenden Elementen hat er viel während seines Aufenthalts in Japan gelernt. Große Brocken von Basaltlava, Grauwacke, Blaustein aus den Ardennen oder auch der hellere Anröschter Dolomit wechseln sich mit von Menschenhand behauenen Felsblöcken ab.

So hat der Gartendesigner in seinem paradiesisch ursprünglich wirkenden Areal auch Gesteine integriert, die von der alten Kölner Rheinpromenade oder dem alten Koblenzer Kaiser-Wilhelm-Bahnsteig 1 stammen. Ein immer wieder kehrendes Element sind Schiefermauern und Treppen.

Ihm als Kind des Ahrtals ist es ein besonderes Anliegen, dass die alte Handwerkskunst des Trockenmauer-Anlegens nicht in Vergessenheit gerät: „Besonders nach einem Besuch auf einer sehr kleinen irischen Insel, auf der kilometerlange Steinmauern angelegt sind, habe ich mich dem Thema der alten Weinbergsterrassen mehr und mehr gewidmet.“ So hat er auf seinem Grundstück einen Winzerunterstand gebaut.

Gerade auch im Hinblick auf Starkregenereignisse hat Berg in seinen terrassierten Gärten keine Angst wegzuschwimmen. Wie die alten Weinbergsanlagen mit ihren Terrassen sind diese im Gegensatz zu flurbereinigten Weinbergen vor Schlammlawinen und Hangrutschen geschützt. „Ein Felsen sichert einen Hang eben felsenfest“, schreibt er auch in seinem Buch, das auf großformatigen, mit Aufnahmen vieler der besten Gartenfotografen bebilderten 240 Seiten, einen guten Eindruck seiner Arbeit und Firmenphilosophie gibt.

Die einzelnen Kapitel beschäftigen sich mit Material und Struktur, dem Hang als Herausforderung, dem Arbeiten mit Wasser und einer intelligenten Bepflanzung und der Projektentwicklung auch im Zusammenspiel mit der Architektur. So sind die Bepflanzung eines Pools mit Gräsern als schönem Sichtschutz, Bachlandschaften und Felseninseln als Oasen der Ruhe zu sehen. Auch die Weiten der Eifel mit Objekten wie der historischen Hammesmühle mit ihrem von Berg angelegten Flussgarten an der Nette geben ein beeindruckendes Zeugnis von der Kunstfertigkeit des Garten- und Landschaftsbauers, dessen Großvater einst in den Steinbrüchen der Ahr arbeitete.

In seinem Vorwort bescheinigt der Brite Sir James Alexander Sinclair Bergs Arbeit als einzigartig und feiner ausbalanciert als die üppigen Gärten in England. Das Buch ist in Englisch und Deutsch im dva-verlag unter ISBN 978-421-04107-4 erschienen und für 49,95 Euro auch im Internet zu haben: gartenlandschaft.com

Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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