40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Weltweite Aufmerksamkeit für Bad Neuenahr: Das war der G 20-Gipfel
  • Aus unserem Archiv
    Bad Neuenahr

    Weltweite Aufmerksamkeit für Bad Neuenahr: Das war der G 20-Gipfel

    Der G20-Gipfel in Bad Neuenahr ist Geschichte. Die rund 800 Konferenzteilnehmer aus aller Welt und die Hundertschaften der Polizei im Hintergrund haben am Freitag im Dauerregen das Kurviertel genauso unauffällig wieder verlassen, wie sie es bei der Anreise am Mittwoch und Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein in Beschlag genommen hatten. Zurück ließen sie zufriedene Gastgeber. Bad Neuenahr-Ahrweiler klopft sich für einen organisatorisch rundum gelungenen Gipfel selbst auf die Schulter .

    20 Minister und ihre Entourage aus den führenden Industrienationen der Welt, Delegierte von den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, Vertreter der Weltbank und der senegalesischen Regierung als Gipfel-Gäste bevölkerten zwei Tage das Gelände rund um das Steigenberger Hotel und den Kurhaussaal. Schon am Freitagvormittag fuhren die schwarzen Limousinen im Minutentakt vor, um die Politiker vom Eingang des Steigenberger abzuholen und auf die Flughäfen zu bringen. Einige fuhren noch weiter zu einer Betriebsbesichtigung nach Andernach.

    Der Begleittross machte sich indes in Kleinbussen auf den Weg. Noch während die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles die Abschlusspressekonferenz hielt, war die Polizei schon dabei ihre Absperrgitter wieder aufzuladen, und die Gipfel-Bauer sammelten das Fahnenmeer im Kurviertel wieder ein.

    Dass nahezu während des gesamten Gipfeltreffens das Hotelreservierungs- und Steuerungssystem des Steigenberger Hotels ausgefallen war, bemerkte glücklicherweise keiner der internationalen Gäste. Für Hoteldirektor Denis Hüttig steht fest, dass diese knifflige Situation vor allem durch die Professionalität des Personals gemeistert werden konnte. Die vielen Sicherheitskräfte im Hotel hätten den Tagesablauf hingegen gar nicht behindert, meist seien sie im Hintergrund geblieben.

    Natürlich gab es bei so viele internationalen Gästen auch Sonderwünsche. „Die bleiben aber geheim“, sagt Hüttig. „Nur so viel: Kein Wunsch war so ausgefallen, dass wir ihn nicht hätten erfüllen können.“ Mit dem Ablauf der Gesamtveranstaltung zeigt er sich zufrieden. 2500 Essen servierten die Kellner des Steigenberger Hotels den G 20-Ministern. Die Stimmung sei allgemein sehr angenehm und positiv gewesen, berichtet Hüttig. Heute geht es für das Team des Hotels zurück zum Tagesgeschäft, eine Hochzeit steht an und auch Übernachtungsgäste haben sich angekündigt.

    Die Kreisstadt konnte sich nun zwei Tage lang als Veranstaltungsort des Gipfeltreffens mit Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München messen. „Eine solche Veranstaltung wird keine Alltagsfliege bleiben“, bilanziert Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen. Froh zeigte er sich vor allem darüber, dass die Bürger die Einschränkungen, die mit dem G 20-Gipfel einhergingen, gelassen hingenommen haben. „Als Kleinstadt sind wir für diese Art Veranstaltungen eigentlich optimal geeignet. Ich sage mal so: In Berlin hätte es sicherlich Demonstrationen gegeben, hier stand die Arbeit im Vordergrund des Geschehens“, so Orthen.

    Keine Demonstrationen und auch sonst keine Zwischenfälle: Sehr zufrieden zeigte sich Polizeidirektor Gerd Bertram mit dem Verlauf des Gipfels aus polizeilicher Sicht. „Ein Einsatz ohne besondere Vorkommnisse“, bilanzierte der Einsatzleiter. Großeinsätze ist der Chef der Kripo Mayen durchaus gewöhnt, etwa beim 24-Stunden-Rennen oder Rock am Ring. „Das kann man aber nicht vergleichen. Bei diesem Einsatz gab es kein Gewaltpotenzial“, sagte Bertram. Deshalb habe man auf martialisches Auftreten verzichten können. Zur Zahl der Einsatzkräfte hatte die Polizei im Vorfeld keine Angaben gemacht. Und auch im Nachhinein gab es keine exakten Zahlen. Nur so viel: „Wir waren gut aufgestellt und hätten auf alles reagieren können.“

    Vom Glanz, den das Gipfeltreffen nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gebracht hat, will die Stadt noch lange zehren. Dass das gelingt, davon ist Andreas Wittpohl, Chef des Ahrtaltourismus, jedenfalls überzeugt. „Eine bessere Werbung für unsere Stadt konnten wir überhaupt nicht haben. Bad Neuenahr-Ahrweiler hat Topunternehmen, Konzernen und auch der großen Politik gezeigt, dass wir Tagungen und Konferenzen auf höchstem Niveau durchführen können. Mit unserem Angebot an Hotels und Konferenzräumlichkeiten haben wir eine großartige Infrastruktur auf überschaubarem Raum zu bieten.“

    Das Schülerprojekt im Video.

    Fast schon zweitrangig ist da für ihn, der Riesenumsatzschub den der Gipfel für die Stadt gebracht hat. „Die genauen Übernachtungszahlen der direkten Konferenzteilnehmer und der vielen Polizeibeamten hier in der Stadt werden vom Statistischen Landesamt für den Herbst erfasst.

    Die Öffentlichkeitswirksamkeit (PR) des Gipfels lässt sich für ihn konkret überhaupt nicht messen. „Alle großen Medien haben berichten – Zeitungen, Online, TV. „In Geld ausgedrückt, dürfte er aber deutlich im sechsstelligen Bereich sein.“

    Und was ihm besonders gefallen hat. „Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen wurde das touristische Tagesgeschäft in der Stadt kaum gestört. „Das war ein Gipfel zum Anfassen. Interessant, aufregend aber keineswegs störend.“

    Ein dickes Lob gibt es von Andreas Wittpohl für die Vorbereitungen der Stadt für den Gipfel. Dem Steigenberger Hotel und seinem Chef Denis Hüttig attestiert er eine großartige Leistung. Und ein dickes Dankeschön gibt es vom Cheftouristiker an die Wahlkreisabgeordnete und Ministerin Andrea Nahles, die den Gipfel nach Bad Neuenahr geholt hat.

    Als Erfolg verbuchte auch Gastgeberin Andrea Nahles auf der Abschlusspressekonferenz am Freitagmittag den Gipfel in Bad Neuenahr. Schon deshalb, weil es gelungen sei, einstimmig eine gemeinsame Abschlusserklärung zu verabschieden. Während sich ihr chinesischer Kollege Yin Weimin bereits auf den am Nachmittag anstehenden Besuch bei Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach freute, um dort ein Beispiel für duale Ausbildung kennenzulernen, fand der argentinische Arbeitsminister Jorge Alberto Triaca noch Zeit, mit einem Satz die gastgebende Stadt zu loben. „Wir sind mit sehr viel Wärme empfangen worden“, sagte Triaca. Celina de Cuveland, Frieder Bluhm, Uli Adams

    Arbeitsminister schätzen auch das Feiern

    Marienthal. Möglicherweise bezog sich der argentinische Arbeitsminister Jorge Alberto Triaca auf den Abend in Marienthal, als er in der Abschlusspressekonferenz am Freitag feststellte: „Wir sind mit sehr viel Wärme empfangen worden.“

    Foto: Hans-Jürgen Vol

    Nach einem strammen Tagungsprogramm im Kursaal von Bad Neuenahr ging es Donnerstagabend zum Weingut Kloster Marienthal, wo die internationalen Gäste von Bürgermeister Guido Orthen und Ahrweinkönigin Theresa Ulrich empfangen wurden. „Die Lokalität in Marienthal kam bei unseren internationalen Gästen sehr gut an“, berichtete Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen am Freitag. „Sie hat auch maßgeblich zu der guten und gelösten Stimmung beigetragen. Meiner Einschätzung nach hat die Veranstaltung den Delegationen sehr gut gefallen.“ Presse war zu dieser Veranstaltung nicht zugelassen.

    In seiner Begrüßung hatte Orthen die Gäste willkommen geheißen und seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Konferenzteilnehmer in Bad Neuenahr-Ahrweiler gute Rahmenbedingungen angetroffen haben, „denn auch Arbeits- und Beschäftigungsminister brauchen ordentliche Arbeitsbedingungen“.

    Arbeitsminister seien mit ihren Entscheidungen ganz nah an den Lebensbedingungen der Menschen. „Ihre Entscheidungen wirken häufig unmittelbar, können unmittelbar das Leben der Menschen beeinflussen. Das verbindet Ihr Tun mit der Arbeit auf kommunaler Ebene. Wir sind ganz nah dran an den Menschen und ihren Bedürfnissen“, sagte Orthen, und wurde dann staatstragend, als er die Zusammenarbeit in der Gruppe der G 20 als einen „bedeutenden Beitrag zum Frieden in der Welt“ bezeichnete. „Es gibt keinen inneren und äußeren Frieden ohne das Streben nach Gerechtigkeit“, schrieb Orthen den internationalen Gästen ins Stammbuch. Und schloss mit einem Appell: „Die Menschen in unseren Ländern, insbesondere die Jugend, hoffen darauf, dass Sie die Arbeitswelt von morgen gestalten – für eine faire und soziale Zukunft.“ 

    Jungregisseure treffen Weltpolitik: Schüler zeigen beim G 20-Gipfel selbst gedrehte Filme [mit Video]Gipfel: Bad Neuenahr schlägt die HauptstadtG 20-Gipfel startet in Bad Neuenahr: Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus? [mit Videos]Kurviertel im Staatsgewand: Die Vorbereitungen für den G 20-Gipfel laufen [mit Video]G 20 in Bad Neuenahr: Der Gipfel - und was er uns angehtweitere Links
    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Mittwoch

    10°C - 20°C
    Donnerstag

    12°C - 20°C
    Freitag

    12°C - 17°C
    Samstag

    11°C - 16°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach