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Mayschoss

Weltklasse-Gitarrist rockt das Ahrtal: Ryan McGarvey und Band

Es war die beste Alternative zum aus der Region abgewanderten Festival Rock am Ring, die sich Freunde anspruchsvoller Rock-Blues-Musik hätten wünschen können: Im Mayschosser Tin Star Saloon erlebten rund 150 Zuhörer eine wahre Sternstunde der Rockmusik, als der in Fachkreisen als Shooting Star des Rock-Blues gehandelte Ryan McGarvey und seine Band mit Sam Miller am Bass und Logan Miles an den Drums aus Albuquerque/New Mexico sich die Ehre gaben und das Publikum mit ihrer Show schlicht hinweg fegten.

Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

Denn der junge Mann wurde nicht von ungefähr zum Gewinner des European Blues Award als bester Gitarrist 2014 und als Gewinner des Eric Clapton Crossroads-Contest gekürt, wie sich die Zuhörer überzeugen konnten. Wenn ein Blues-Rockmusiker ausgemachte Kenner der Szene dazu bringt, mit offenem Mund einfach nur da zu stehen oder kopfschüttelnd ihrer Fassungslosigkeit Ausdruck über das Gehörte und Gesehene zu geben, dann ist klar: Hier ist ein Saitenmagier von Weltformat zugegen. Das Gastspiel war eher ein Geheimtipp, entpuppte sich aber als absolutes Ausnahme-Event, das es in hiesigen Gefilden so noch nicht gegeben hat.

Und bei der überschaubaren Zuschauerdichte wohl auch nicht mehr geben wird. "Den werden wir wohl nie mehr von so Nahem sehen", orakelte man im Publikum schon während der Pause. Gleich am darauf folgenden Tag spielte McGarvey mit seiner Band vor 20 000 Menschen beim größten Blues-Rock-Ereignis in den Niederlanden, dem Ribs and Blues-Festival, und riss die Massen wie eine Naturgewalt mit sich. "Nimm Eric Clapton, Jimmy Hendrix, Alvis Lee, Gary Moore, Joe Bonamassa und noch ein paar andere, misch sie bunt durcheinander – und dann mach etwas Eigenes daraus – das beschreibt so in Etwa das, was hier gerade zu erleben war", fasste in Mayschoss Norbert Weise, erfahrener Gitarrist aus dem Kreis Ahrweiler seine Eindrücke in Worte.

"Bei dem muss die Nachgeburt eine Gitarre gewesen sein", formulierte es etwas drastischer ein weiterer Zuhörer. Und eine gute Stimme hat er auch noch. McGarveys Stücke stammen gänzlich aus eigener Feder, sind von starker Emotionalität und hoher Virtuosität, wie etwa "Crying over you", "Pennies" oder das im Internet kursierende Stück "Mystic Dreams".

Dass der 28-Jährige schon jetzt in der obersten Liga der weltweiten Saitenvirtuosen spielt, ist nicht von der Hand zu weisen. Er spielt wie die "Alten", die Einflüsse sind erkennbar, aber McGarvey hat seinen eigenen Stil daraus entwickelt. Den Weg dorthin hat er sich lange Jahre erarbeitet. "Ich habe mit fünf Jahren angefangen, Gitarre zu spielen", erzählt er, nach den ersten eineinhalb Stunden faszinierender Bühnenarbeit und sitzt entspannt, als wäre nichts gewesen, mit seinen Bandpartnern Backstage im Tin Star Saloon. Mit seinem Mann am Bass, Sam Miller, hat er schon auf der High-School in Albuquerque zusammen Musik gemacht.

Drummer Logan Miles Nix ist vor zwei Jahren als hervorragende Ergänzung dazu gestoßen. McGarveys Vorbilder sind unter anderem Joe Bonamassa, mit dem er auch befreundet ist, und natürlich Jimmy Hendrix. Dass der 28-Jährige in Mayschoss in der Dependance von Ray Dera und seiner Partnerin Tina Boyle auftrat, ist dem Umstand zu verdanken, dass das Universalgenie als junger Mann schon ein paarmal im Tin Star Saloon aufgetreten war. Allerdings als der noch in Santa Fe/New Mexico stand. "Ich habe einiges erwartet, aber der Laden hier in dieser Umgebung ist wirklich einzigartig", freute sich der Musiker über das Wiedersehen. "Die Nachricht, dass er beim Rib and Blues-Festival in den Niederlanden die Band ,Blue pills‘ vertreten soll, die aus Krankheitsgründen nicht auftreten konnte, kam erst gestern", freute sich auch Tourmanager Manni.

Auf seiner "Road closen Tour" tourt Ryan McGarvey durch kleinere Clubs in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Schweiz und Österreich und wird am 11. Juli beim Suwalki Blues Festival in Polen noch einmal vor 30 000 Menschen spielen. In Deutschland gastiert die McGarvey-Band laut Plan unter anderem beim Stadtfest in Singen am 27. Juni, am 3. Juli in der "Alten Post" in Wegberg und am 4. Juli im Biss Mönchengladbach.

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