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Sinzig

Wählerunion gegründet: Sinzig hat eine neue politische Kraft

Silke Müller

Die Stadt Sinzig ist kommunalpolitisch weiter in Bewegung. Nach der Schlappe der CDU bei der jüngsten Bürgermeisterwahl, die immer noch für Unruhe in den eigenen Reihen sorgt, gibt es nun abseits der etablierten großen Parteien und neben dem bestehenden vielfältigen bürgerschaftlichen Engagement eine weitere politische Gruppierung. Auf Initiative von Frankens Ortsvorsteherin Helga Schmitt-Federkeil hat sich am Donnerstagabend im Schloss die Sinziger Wählerunion gegründet.

Die Gründungsmitglieder der Wählerunion: (von links) Iris Kronauer, Karl Krahforst, Dietmar Reimsbach, Markus Schlagwein, Helga Schmitt-Federkeil, Maximilian Schmitt, Wolf Eggers und Ursula Eggers.  Foto: Vollrath
Die Gründungsmitglieder der Wählerunion: (von links) Iris Kronauer, Karl Krahforst, Dietmar Reimsbach, Markus Schlagwein, Helga Schmitt-Federkeil, Maximilian Schmitt, Wolf Eggers und Ursula Eggers.
Foto: Vollrath

Knapp 20 interessierte Bürger waren zu diesem öffentlichen Akt gekommen. Sie erfuhren aus erster Hand von Schmitt-Federkeil, die zur Vorsitzenden der Gruppierung gewählt wurde, was die insgesamt acht Sinziger zu diesem Schritt bewogen hat: der Politikverdrossenheit, die nach ihrer Auffassung in der Stadt herrscht, entgegenzutreten. „Unsere Sorge ist aber nicht nur die Politikverdrossenheit und dass man nicht mehr wählen geht, sondern auch die Verrohrung der Sprache und der Umgangsformen. Das ist etwas, was wir nicht akzeptieren können“, machte Schmitt-Federkeil deutlich, warum die Wählerunion in ihrer einstimmig beschlossenen Satzung eigens verankert hat, dass sie gegen Menschenfeindlichkeit, Hetze und Diskriminierung ist.

Den aktuell agierenden politischen Kräften in der Stadt warf Schmitt-Federkeil vor, kein wirkliches Rezept zu haben, um etwas an der derzeitigen Politikverdrossenheit zu ändern. „Wir haben die Befürchtung, dass gewisse Gruppen an Gewicht gewinnen, die in Sinzig noch keine Rolle spielen“, fuhr Schmitt-Federkeil fort. Die Wählerunion sieht sich deshalb nicht nur als Ergänzung der sechs politischen Kräfte in Sinzig, sondern hat laut der Vorsitzenden den Anspruch, eine Bereicherung zu sein. Und das auch über die Stadtgrenzen hinaus. Denn Mitglied in der neuen Gruppierung kann jeder wählbare Bürger aus den Landkreis Ahrweiler werden. Und je nach Aufstellung der Kandidaten will sich die Wählerunion bei der Kommunalwahl 2019 nicht nur um Mandate für den Sinziger Stadtrat, sondern auch für den Kreistag bewerben.

„Ein Großteil von uns hat etliche Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik“, betonte Schmitt-Federkeil. Dazu zählt auch Kreistagsmitglied Markus Schlagwein. Er war unter anderem von April 2002 bis Dezember 2006 CDU-Fraktionschef im Sinziger Stadtrat und lange Jahre Ortsvorsteher von Bad Bodendorf. Nach, wie er erläuterte, Meinungsverschiedenheiten war er im Dezember 2017 aus der CDU ausgetreten. Ihn wählten die Gründungsmitglieder zum stellvertretenden Vorsitzenden. Als Motivation, sich in der neuen politischen Gruppierung zu engagieren, monierte er, wie er sagte, die „berühmte Hinterzimmerpolitik“. „Es ist immer schon alles klar, wenn die Fraktionen informiert werden“, führte Schlagwein aus.

Die Sinziger Wählerunion wolle die Themen der Stadt aufarbeiten, hatte Schmitt-Federkeil zuvor skizziert. „Wir wollen Chancen und Risiken jeder einzelnen Entscheidung darlegen und in einem zweiten Schritt auch die eigene Entscheidungsfindung“, stellte sie die angedachte Strategie der Wählerunion vor. „Wir möchten alles transparent transportieren, damit jeder versteht, wie es zu einer Entscheidung gekommen ist“, betonte sie. Und: „Wir haben den Anspruch wie alle Parteien, die Stadt voranzubringen und die Bürger bei diesem Prozess mitzunehmen. Und wir haben nicht den Anspruch, Feldzüge gegen bestehende Gruppierungen oder den Bürgermeister zu führen beziehungsweise Gräben aufzureißen.“

Jetzt geht es für die Wählerunion darum, Kandidaten für die Kommunalwahl zu finden. Bis Ende des Jahres soll das Grundsatzprogramm fertig sein.

Von unserem Redakteurin Silke Müller
Bad Neuenahr-Ahrweiler
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