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Ahrweiler

Vier Attacken in zwei Monaten: Vandalen lassen Olivenhain nicht in Frieden

Es gibt einen Ort, an dem Olivenbäume im Wingert blühen: Der Ahrweiler Domberg gilt als eines der schönsten Plätzchen im Ahrtal. Doch die mediterrane Oase, die das Weingut Peter Kriechel vor einigen Jahren in einem Teil seines Weinbergs angelegt hat, ist zum Ziel von Vandalismus geworden. Vier Mal in zwei Monaten haben Unbekannte hier gewütet, Nutzpflanzen zerstört, das Infoschild herausgerissen und eine Baumbank ins Rollen gebracht. Jetzt reicht es der Familie Kriechel.

„Bisher haben wir es nicht für nötig gehalten, etwas zu unternehmen. Doch jetzt haben die Schäden einen vierstelligen Euro-Betrag erreicht“, so Peter Kriechel, der lieber öffentlich an die Vernunft appelliert, bevor er das Gelände einzäunt. Bislang umfasst der Totalschaden zwei Pfirsich-, zwei Kriecherl- und vier Olivenbäume. Darüber hinaus bezweifelt Oliver Heimermann, der Schwager von Michael Kriechel, dass ein weiterer Olivenbaum, den er Anfang August herausgerissen fand und der nur noch an zwei dünnen Wurzelsträngen hing, härteren Frost überleben wird. Die Wurzeln wurden sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.

Olivenbäume im Weinberg? Sie sind Teil einer Idee, die vom Weingut Kriechel im Ahrweiler Domberg auf der obersten Terrasse mit acht Pfirsich-Bäumen, einem Feigenbaum, einem Aprikosenbaum, Lavendel-Sträuchern, Gräsern und drei „Kriecherl“-Bäumen, eine alte Pflaumensorte, die insbesondere im österreichischen Waldviertel angebaut wird und Namensgeber der Familie „Kriechel“ ist, umgesetzt wird. Oliver Heimermann kam als Importeur edler Olivenöle im Mai 2015 ins Spiel und begann im Domberg sein Experiment. Er pflanzte zunächst zehn Olivenbäume an, ausgewählte spanische und italienische Sorten, die mit dem Klima zurechtkommen könnten und als Basis für Top-Olivenöle dienen sollten. Er wollte wissen, was irgendwann dabei herauskommt. Dabei stand das Lernen im Vordergrund. Eine erste Aufstockung folgte 2016. Weitere sieben Bäume kamen hinzu. Nach etwa 7 bis 10 Jahren sollte erfahrungsgemäß die erste Ernte möglich sein. Heimermann rechnet mit einem Ertrag von etwa 10 Kilo (1 Liter Olivenöl) pro Baum. Der Ertrag steht aber nicht im Vordergrund der Aktion.

Unterstützung erfuhr das Ganze durch das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mayen. Das DLR subventionierte im Rahmen der Walporzheimer Flurbereinigung durch die Aktion „Mehr Grün durch Flurbereinigung“ diese Aktivität im Weinberg und finanzierte neun Olivenbäume, einen Aprikosenbaum sowie einen Teil der Lavendel-Sträucher. Im Weiteren wurde oberhalb des Geländes durch die Stadt eine Ruhebank errichtet, da dieser Standort im Zuge des Rotweinwanderwegs einen traumhaften Blick nach Osten in das Tal von Walporzheim bis hin zum Rheintal bietet.

Im Laufe des Jahres 2017 konnte Oliver Heimermann stolz die überraschend positive Entwicklung der Oliven im Weinberg vermelden und die erste „kleine“ Ernte einfahren. 2018 pflanzte er 12 weitere Olivenbäume, wässerte sie während der Hitzeperiode, und der Erfolg gab ihm recht. Noch Ende März 2018 konnte man auf seiner Facebook-Seite lesen, dass die Olivenbäume gut aussehen. Sie hatten der Witterung, inklusive einiger heftiger Frosttage, sowie vereinzeltem Wildverbiss erfolgreich getrotzt.

Doch nun sind die Olivenbäume Opfer menschlicher Zerstörungswut geworden. Anfang Juni entdeckten die Weinbergs- und Olivenhain-Besitzer erstmals Unmengen von herumliegenden Plastikflaschen und typische Fastfood-Verpackungen. Das Hinweis-Schild „Weingut Kriechel“ war defekt, mehrere der Kleinpflanzen waren herausgerissen. Im Juli fanden sie neben dem mittlerweile schon üblichen Müll einen Baumstamm, der bisher als Bank diente, drei Terrassen tiefer im Weinberg. Er war den Hang hinuntergeworfen worden, dabei wurden ein Olivenbaum und mehrere Rebstöcke aus einer Zuchtanlage zerstört. Ende August registrierte Heimermann dann erneut, dass vier Neupflanzungen einfach umgeknickt und abgerissen worden waren. red

Für sachdienliche Hinweise zum Vandalismus im Olivenhain und Weinberg wären Kriechel und Heimermann sehr dankbar und würden sich auch angemessen dafür bedanken.

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