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    Hönningen/Ahr

    Ur-Glocke von Hönningen: Geläut von St. Kunibert ist wieder komplett

    Glocken sind für ein Gotteshaus so etwas wie das Salz in der Suppe. Ab Sonntag ist es nun wieder soweit: Nach mehr als 50 Jahren wird das komplette, historische Geläut der Pfarrkirche St. Kunibert in Hönningen an der Ahr erstmalig wieder gemeinsam erklingen können.

    Den Ort dominierend steht die Pfarrkirche St. Kunibert vermutlich mindestens seit 1108 auf einer Anhöhe über der Ahr.
    Den Ort dominierend steht die Pfarrkirche St. Kunibert vermutlich mindestens seit 1108 auf einer Anhöhe über der Ahr.
    Foto: Jochen Tarrach

    Über ein Jahr lang war es vollkommen still im trutzigen Turm von St. Kunibert, ehe im April zumindest die drei größten der vier Glocken des prächtigen Geläutes mit den Namen Maria (gegossen 1485, Durchmesser 119 Zentimeter), Johannes gegossen 1451, Durchmesser 100 Zentimeter) und Kunibert (ebenfalls 1485 gegossen, Durchmesser 88 Zentimeter) wieder zum Gottesdienst rufen konnten. Eine Generalinspektion hatte ans Licht gebracht, dass sie dringend saniert werden mussten. Lager mussten ausgetauscht, Klöppel erneuert, kleine Risse ausgebessert und die Aufhängungen entrostet und versiegelt werden. Das alles war nur durch eine komplette Demontage möglich.

    Die älteste der vier Glocken, die sogenannte Ur-Glocke mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern – ihr hatte man im 13./14. Jahrhundert keinen Namen gegeben – läutete bis zum Umbau der Kirche in den Jahren 1894-98 nicht mit den anderen drei Glocken zusammen, sondern in einem kleinen Glockenturm über dem ehemaligen Chorraum. Dann kam sie aber mit in den trutzigen großen Glockenturm. Noch bis in die 1960er-Jahre war sie als Sterbeglocke im Einsatz. Im Zuge der Glockensanierung wurde auch sie gründlich überarbeitet und wird nun am morgigen Sonntag wieder ihren Platz im Turm einnehmen und das Geläut vervollständigen. Nach weit mehr als 50 Jahren ist sie damit wieder wertvoller und funktionstüchtiger Bestandteil der Einrichtung der Pfarrkirche.

    Einsatzbereit steht die Ur-Glocke von St. Kunibert noch im Kirchenraum. Am Sonntag wird sie neu eingesegnet.  Foto: André Knebel
    Einsatzbereit steht die Ur-Glocke von St. Kunibert noch im Kirchenraum. Am Sonntag wird sie neu eingesegnet.
    Foto: André Knebel

    Und ohne Namen wird sie auch nicht bleiben. Als „Angelus-Glocke“ oder „Glocke der Engel und Heiligen“ soll sie zukünftig wieder an die Verstorbenen erinnern und für sie läuten. André Knebel vom Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde St. Kunibert erklärt, dass das die ganze Sanierung nur möglich wurde durch großzügige Spenden und tatkräftige Mitarbeit von Freunden und Förderern der Pfarrkirche St. Kunibert. „Selbst bei diesen historischen Glocken unterstützt das Bistum ausschließlich Sicherungsmaßnahmen“, bedauert Knebel. Alle darüber hinausgehenden Finanzierungen seien allein von den Gläubigen zu stemmen.

    Historische Glocken, das sind Maria, Johannes, Kunibert und die Glocke der Engel und Heiligen nun wirklich. Ihre Geschichte ist mehr als spannend. Immer wieder gelang es den Gläubigen, sie über die Unbill der Zeit hinweg bis heute unversehrt zu erhalten. Besonders für Maria und Johannes wurde es knapp, als sie in den Wirren des Zweiten Weltkrieges bereits zur Einschmelzung vorgesehen waren. Die Glocke der Engel und Heiligen als Ur-Glocke des Geläutes konnte Dank der List der Hönninger Bürger im Glockenturm versteckt werden und überstand so ebenfalls die schlimme Zeit. An all diese Geschichten werden die katholischen Gläubigen der Pfarrei St. Kunibert morgen sicherlich denken, wenn Pater Mehwald um elf Uhr die Festmesse beginnt und die Neueinsegnung der Ur-Glocke vornimmt.

    Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

    St. Kunibert: Kirche mit langer Geschichte

    In einer Steininschrift wird 1108 als Baujahr einer ersten Kirche am Ort angegeben. Bereits 1360 wird im „Liber valoris“ (Kurzbezeichnung für „Liber Valoris ecclesiarum Coloniensis dioceses“ oder das „Wertebuch der Kirchen der Diözese Köln“ im 13. bis 16.

    Jahrhundert) eine selbstständige Pfarrei Hönningen erwähnt. Somit ist zu vermuten, dass um diese Zeit auch bereits eine eigene, größere Pfarrkirche bestanden hat. Den Ort dominierend steht das stolze Gotteshaus St. Kunibert auf einer Anhöhe über der Ahr. Im Jahr 1494 trat das Stift St. Kunibert in Köln seine Rechte in Hönningen an die Johanniterkommende in Adenau ab. Über 300 Jahre gehörte Hönningen danach zur Johanniter-Kommende, ehe das Bistum Trier die klerikale Verantwortung übernahm. Das Johanniterkreuz im Schlussstein des 1896 eingeweihten Erweiterungsbaus der Pfarrkirche legt noch heute Zeugnis von den einstigen Besitzverhältnissen ab. Außerdem zeigt der alte, noch von 1524 stammende Schlussstein das Wappen derer von Orsbeck, die als Herren der Wernsburg auch Grundherren von Hönningen waren. Besonders wegen ihrer wunderschönen Ausstattung und den farbenfrohen Fresken an den Pfeilern ist es unbedingt ratsam, sich die Pfarrkirche St. Kunibert einmal genauer anzusehen. Heute gehören Gotteshaus und Pfarrei mit insgesamt zehn Pfarreien entlang der Ahr zur Pfarreiengemeinschaft Altenahr sowie zum Dekanat Ahr-Eifel. tar

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