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    Traurige Bilanz: Mehr Unfälle, mehr Tote auf Straßen im Kreis Ahrweiler

    4683 Mal hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen im Kreis Ahrweiler gekracht. Damit ist die Zahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr 2014 um rund fünf Prozent gestiegen.

    Sieben Menschen verloren 2015 bei schweren Verkehrsunfällen auf den Straßen im Kreis Ahrweiler ihr Leben. Besonders häufig krachte es auf der B 257.
    Sieben Menschen verloren 2015 bei schweren Verkehrsunfällen auf den Straßen im Kreis Ahrweiler ihr Leben. Besonders häufig krachte es auf der B 257.
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    Von unserem Redaktionsleiter Uli Adams

    4683 Unfälle registrierte die Polizei 2015 auf den Straßen im Kreis Ahrweiler. Die Zahl der Verletzten ist zwar gesunken. Besonders traurig ist jedoch die Bilanz bei den Toten: Sieben Menschen verloren ihr Leben bei Unfällen im Kreisgebiet, sechs davon im Gebiet der Polizeiinspektion Adenau, die auch den Nürburgring in ihrem Einzugsbereich hat. Drei Tote mehr als noch im Jahr davor.

    1762 Mal hat es im Bereich der Polizeiinspektion Ahrweiler auf den Straßen gekracht. Sie betreut die Kreisstadt, die Grafschaft, einen Großteil der Verbandsgemeinde Altenahr sowie Schalkenbach und Königsfeld im Brohltal. 178 Menschen wurden bei den Unfällen leicht verletzt, 57 schwer. Todesfälle musste die PI Ahrweiler nicht beklagen. Ein Drittel der Unfälle (602) geht auf das Konto "nicht ausreichender Sicherheitsabstand", bei 506 Karambolagen haben die Beamten Fehler beim Abbiegen, beim Wenden oder Rückwärtsfahren als Unfallursache ausgemacht. 144 Unfälle sind die direkte Folge von zu hoher oder nicht angepasster Geschwindigkeit. Die Zahl der Unfallfluchten ist auf 416 Verfahren gestiegen, die Ermittlungsquote dagegen auf 36 Prozent gesunken. Gestiegen ist auch die Zahl der Autofahrer, die Alkohol- und Drogen konsumiert hatten und sich dennoch hinters Steuer setzten. Was die Polizei erschreckt: In 19 Unfälle waren Kinder verwickelt, davon wurden 13 leicht verletzt, 3 sogar schwer. Sechs Kinder waren mit dem Fahrrad unterwegs, eines zu Fuß. Junge Autofahrer waren aufgrund der Polizeistatistik für 217 Unfälle verantwortlich. Bei insgesamt 323 Unfällen, in die Jugendliche und junge Fahrer verwickelt waren, wurden 25 Personen schwer und 69 leicht verletzt.

    1684 Verwarnungen ausgesprochen

    Insgesamt 323 Straf- und 631 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen im Straßenverkehr wurden von der Polizei Ahrweiler eingeleitet. Darunter 66 Fahrten unter Alkoholeinfluss und 117 unter dem Einfluss von Drogen. Geschwindigkeitskontrollen sind in der Statistik nicht berücksichtigt, weil die von der Stadt Bad Neuenahr oder Verkehrsdirektion Koblenz ausgeführt werden. 1684 Verwarnungen und Verwarnungsgelder hat die PI Ahrweiler in 2015 ausgesprochen, 494 Ordnungswidrigkeiten verfolgt, 646 Verstöße gegen Helm- und Gurtpflicht, 774 Mängelberichte geschrieben, weil es technische Mängel an Fahrzeugen gab, Papiere oder Ausrüstungsgegenstände fehlten.

    Die Verbandsgemeinde Adenau sowie Teilbereiche der Verbandsgemeinden Altenahr, Brohltal, Vordereifel und die Gemeinde Kelberg gehören zum Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion in Adenau. 1112 Mal mussten die Beamten wegen Verkehrsunfällen ausrücken - vom Bagatellfall bis zum Unfall mit Toten. Sechs waren das im vergangenen Jahr, 2014 verloren drei Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Drei Motorradfahrer, ein Kind (Beifahrer in einem Auto) und zwei Fußgänger erlagen ihren schweren Verletzungen. Bei den toten Fußgängern und Unfällen mit einem schwer Verletzten und sechs leicht Verletzten stand der Verursacher unter dem Einfluss berauschender Mittel.

    Berücksichtigt man die bei Touristenfahrten aufgenommenen Verkehrsunfälle auf dem Nürburgring, die nicht Teil der offiziellen Statistik der PI Adenau sind, steigt die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in 2015 im Bereich Adenau und Vordereifel auf 1249. Denn 137 Unfälle auf der Nordschleife und der Grand-Prix-Strecke wurden aufgenommen. Insgesamt wurden dabei 30 Personen schwer und 50 Personen leicht verletzt. Tote waren wie 2014 nicht zu beklagen.

    Weniger schwer verletzte Personen

    Gegenüber 2014 wurde eine Abnahme der Verkehrsunfälle mit schwer verletzten Personen (55) und mit leicht Verletzten (169 Personen) festgestellt. Die meisten Unfälle ereigneten sich auf Bundesstraßen. 192 Mal wurden die Beamten zu Karambolagen auf der B 257 gerufen und 117 zu Einsätzen auf der B 258. Bei der monatlichen Betrachtung aller Unfälle liegt der Monat Juni mit 140 vorne.

    Junge Fahrer im Alter zwischen 15 und 24 waren an 301 Unfällen beteiligt, Senioren im Alter von 65 Jahren und älter an 141. In beiden besonders beobachteten Altersgruppen entspricht das einem Plus gegenüber dem Vorjahr. Nach wie vor an der Spitze der Hauptunfallursachen stehen laut PI Adenau Geschwindigkeitsfehlverhalten.

    Die meisten Menschen wohnen im Einzugsgebiet der Polizeiinspektion Remagen. 68 000 sind es in den Städten Remagen, und Sinzig, sowie der Verbandsgemeinde Bad Breisig und dem unteren Teil der Verbandsgemeinde Brohltal. 60 Kilometer (km) Bundesstraße, 105 km Land- und 60 km Kreisstraßen sowie eine Vielzahl innerörtlicher Straßen hat die PI Remagen zu überwachen. 2015 haben sich in ihrem Gebiet 1809 Unfälle ereignet. 157 mehr als 2014. Nicht das einzige Negativplus: Die Zahl der schwer und leicht Verletzten ist deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Zahl der Sachschäden ist um 6,5 Prozent geklettert, einen Rekordwert gibt es bei den Unfallfluchten (409), die Unfälle an denen die Risikogruppe "Junge Fahrer" (305) herausragend beteiligt war stieg ebenso wie der mit Senioren ab 65 hinter dem Steuer (263).

    Meistens blieb es bei Sachschäden

    Trauriger Höhepunkt der Entwicklung auf den Straßen am Rhein und im unteren Brohltal: Am 23. Juli kommt auf der Landstraße zwischen Wehr und Glees ein 55-jähriger Motorradfahrer ums Leben, als er von einem einbiegenden Autofahrer erfasst wird. 309 Menschen wurden bei Unfällen in 2015 schwer verletzt. Was auch zur Statistik gehört: in 86 Prozent der Fälle blieb es bei Sachschäden.

    Und was die Unfallursache angeht rangieren Wenden/Rückwärtsfahren (446 Fälle), zu geringer Abstand (376) noch vor dem Thema Geschwindigkeitsüberschreitung (132). Nahezu allen Unfällen im vergangenen Jahr ist eines gemein: Sie beruhen fast ausschließlich auf menschlichem Versagen. Technische Mängel spielten nur bei 17 Unfällen eine Rolle.

    559 Strafanzeigen wurden von der Polizei Remagen in 2015 nach bei Kontrollen ausgesprochen, 2340 Verwarnungen wurden dabei erteilt, 678 Bußgeldverfahren und 1085 Mängelberichte ausgestellt. Bei Alkohol und Drogenkontrollen hat die PI Remagen in 2015 87 Fahrer ermittelt und in 44 Fällen eine Fahrt verhindert. Die Dunkelziffer bei den Drogenfahrten dürfte aber deutlich höher sein. Denn allein während der Drogenkontrollwoche im Dezember wurden 25 Prozent aller im ganzen Jahr ermittelten Drogenfahrten festgestellt. "Eine Zahl , die viel Raum für Spekulationen lässt", so der Chef der PI Remagen, Ralf Schomisch.

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