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    Tipi am Rotweinwanderweg: Thomas Kröll ist Teilzeitindianer

    Bad Neuenahr-Ahrweiler - Die einen sammeln Briefmarken. Andere treiben Sport. Thomas Kröll treibt es zwischen Spät- und Frühschicht zu seinem Tipi am Rotweinwanderweg.

    Seine Freizeit verbringt Thomas Kröll gerne im Tipi - und im Einklang mit der Natur.
    Seine Freizeit verbringt Thomas Kröll gerne im Tipi - und im Einklang mit der Natur.
    Foto: Gabi Geller

    Bad Neuenahr-Ahrweiler - Die einen sammeln Briefmarken. Andere treiben Sport. Thomas Kröll treibt es zwischen Spät- und Frühschicht zu seinem Tipi am Rotweinwanderweg.

    Die meisten Wanderer bleiben überrascht stehen, wenn sie oberhalb der Kreisstadt neben dem Rotweinwanderweg das Tipi von Thomas Kröll erblicken. Mit 3,80 Meter Durchmesser ist das indianische Zelt mit dem Kojotenschädel über dem Eingang ein echter Hingucker. Das Tipi, welches der 44-Jährige auf einem gepachteten Gartengrundstück aufgebaut hat, ist keinesfalls nur ein Schauobjekt, sondern eine Art zweiter Wohnsitz für den Schichtarbeiter.

    Wenn zwischen Spät- und Frühschicht nur acht Stunden Freizeit liegen, dann fährt er nicht von seinem Arbeitsplatz im Pförtnerhaus der Firma Sachs in Ahrweiler heim nach Hönningen, sondern setzt sich auf seinen Motorroller und fährt zu seinem Refugium oberhalb der Kreisstadt. Dort wartet das Segeltuchzelt, das im Stil der Prärieindianer erbaut ist und in dessen Innenraum man sogar ein wärmendes Feuer entfachen kann. Aber zurzeit ist das Wetter noch vergleichsweise milde, und so begnügt sich der gebürtige Remagener damit, vor dem Eingang einen letzten Kaffee aufzubrühen und die nächtliche Natur zu genießen, bevor er in den Schlafsack schlüpft.

    In seinem Garten verbringt der gelernte Landwirt viel Zeit. Er kümmert sich um Obstbäume und Gemüsebeete und freut sich immer, wenn er neugierige Passanten zu sich einladen kann und ihnen ein wenig über die indianische Kultur erzählen kann.

    Seit Jahren ist Kröll von der Kultur der amerikanischen Ureinwohner fasziniert, befasst sich mit deren Gebräuchen und Ritualen. „Wenn es um den Umgang der Menschen miteinander und um die Einstellung zur Natur geht, dann können wir viel lernen von den Gedankengängen der Prärieindianer“ sagt er. Das gilt in seinen Augen auch für den Menschen des 21. Jahrhunderts. Mit den bisweilen naiven und rückwärtsgewandten Romantisierungen der Indianer will Kröll nichts zu tun haben, aber er ist überzeugt, dass man in Weisheiten der alten indianischen Kulturen vortreffliche Antworten auf Probleme der Gegenwart finden kann.

    Über das Internet kommuniziert Kröll mit Gleichgesinnten, seine farbenprächtige Webseite hat er selber gestaltet. Sein Freund Henry Red Cloud, ein Lakota Indianer, liefert ihm bei regelmäßigen Deutschland-Besuchen Schmuck und anderes Kunsthandwerk, das die Stammesangehörigen gefertigt haben. Auch selber schafft Thomas Kröll aus natürlichen Materialien allerlei schöne Dinge nach indianischem Vorbild. So kann er seinen Ideen und Gedanken Ausdruck verleihen, denn „schon als Kind hatte ich stets das Bedürfnis, kreativ zu sein.“

    Weitere Informationen im Internet unter: www.atelier-kröll.de

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