40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Tal total: Raderlebnistag auch im Ahrkreis in der Kritik
  • Aus unserem Archiv
    Rhein

    Tal total: Raderlebnistag auch im Ahrkreis in der Kritik

    Es hätte so schön sein können: Die 103 Kilometer auf der B 9 zwischen Bingen und Remagen sind am letzten Sonntag im Juni 2014 autofrei, stattdessen sind Zehntausende Radfahrer und Skater auf der Straße - Familien mit Kindern, Senioren, alle bestens gelaunt. So sah der große Raderlebnistag Tal total zwischen Bingen und Koblenz bislang aus.

    Autofreie Straßen, wie hier bei der Tour de Ahrtal, sind für Radfahrer eine echte Freude. Tal total, der autofreie Raderlebnistag am Rhein zwischen Bingen und Koblenz, soll im Juni 2014 bis nach Remagen ausgedehnt werden.
    Autofreie Straßen, wie hier bei der Tour de Ahrtal, sind für Radfahrer eine echte Freude. Tal total, der autofreie Raderlebnistag am Rhein zwischen Bingen und Koblenz, soll im Juni 2014 bis nach Remagen ausgedehnt werden.
    Foto: Hans-Jürgen Voll

    2014 soll er zwar bis Remagen ausgedehnt, aber erstmals von der B 9 auf den viel schmaleren Rheinradweg verlegt werden. So will es die Romantischer Rhein Tourismus GmbH. Sie vermarktet die Region von Bingen bis Remagen.

    Während die Touristiker in Bad Breisig und Remagen gelassen auf diese einschneidende Veränderung reagieren, üben Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger und Manfred Kolling vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) deutliche Kritik. Kolling: "Wie kann man Zehntausende Radfahrer auf einen Radweg schicken, der an einigen Stellen nicht mehr ist als ein Trampelpfad? Da passiert ein Unfall nach dem anderen. Das ist das Ende von Tal total."

    Kolling hat an dem bekannten Raderlebnistag mit seiner Frau schon mehrmals teilgenommen. Sie sind mit dem Auto nach St. Goar gefahren, haben mit Fähre und Rad übergesetzt, sind bis Rüdesheim geradelt, auf der anderen Rhein-Seite wieder zurück: "Das war herrlich." So viele gut gelaunte Menschen jeden Alters, die tolle Aussicht.

    Claudia Schwarz, Geschäftsführerin des Romantischer Rheins, sagt zur Verlegung: "Viele Autofahrer sind nicht mehr gewillt, sich an die Straßensperrungen zu halten. Die Kosten für Sperren und Sicherheitsvorkehrungen sind gestiegen." Zudem seien die Teilnehmerzahlen rückläufig: In diesem Jahr seien es "gerade einmal zwischen 50 000 und 75 000 Menschen gewesen. Außerdem gibt es viele solcher Erlebnistage im Land."

    Dazu meint Kolling, selbst leidenschaftlicher Radfahrer: "Man sollte sich lieber fragen, warum es so viele autofreie Erlebnistage gibt: Weil sie sehr beliebt sind." Wer sich die Verlegung auf den Rheinradweg ausgedacht habe, "hat noch nie auf dem Rad gesessen. Der Reiz geht total verloren. Wer fährt jetzt noch mit? Auf dem Radweg kann ich jeden Tag fahren." Er verweist auf Kinder, für die der Rheinradweg zu schmal sei; auf Senioren, die sich nicht mehr darauf trauten und die gern über eine autofreie Straße fahren würden; auf Inlineskater, die nun ganz zu Hause bleiben könnten.

    Kolling spricht die diversen gefährlichen Problemstellen des Rheinradwegs zwischen Brohl-Lützing und Remagen an, die nicht für Tausende Radfahrer geschaffen sind: die ehedem schon kritische Bahnunterführung beim Brohler Brunnen; der Weg durch Brohl; die Strecke der Bad Breisiger Rheinpromenade oder weiter oben an der B 9 entlang.

    Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger meint: "Tal total behält nur seinen Charme, wenn die B 9 autofrei ist. Das sollte für einen Tag kein Problem sein." Der Rheinradweg sei an einigen Stellen für so viele Radfahrer zu gefährlich: "Das Risiko sollte man nicht eingehen."

    Hans-Ulrich Kreuter von der Touristinfo Remagen ist da anderer Meinung: "Es sind natürlich vorher noch viele Details zu regeln." Er glaubt, dass die Strecke im Kreis Ahrweiler bei Tal total "sowieso nur ein Zubringer für die Strecke ab Koblenz ist. Wir wären ja zum ersten Mal Teil von Tal total, es ist hier noch nicht so bekannt." Es handle sich eher um eine "Probieraktion. Der Andrang wird bei uns sicher nicht so groß." Kreuter kann sich vorstellen, dass man an diesem Tag den Rheinradweg für Fußgänger sperrt. Kritisch sieht auch er einige Abschnitte: im Bereich der Fähren Bad Breisig-Bad Hönningen und Kripp-Linz. Er meint aber auch: "Es ist nicht möglich, die B 9 auf mehr als 100 Kilometern einen ganzen Tag für Autos zu sperren."

    Gerhard Oelsberg, Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Breisig, sagt: "Wir sind glücklich, dass wir das erste Mal dabei sind. Für uns ist das ein Mehrwert." Man wisse natürlich nicht, wie viele Radfahrer auf den hiesigen Strecken unterwegs seien. Oelsberg: "Wir stellen uns aber entsprechend darauf ein." Etwa mit Hinweisen an Engpunkten und für Fußgänger, dass sie aufpassen und Radfahrern Vorrang geben: "Es ist jedenfalls utopisch, bei Bad Breisig die B 9 einen Tag zu sperren."

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Sonntag

    9°C - 12°C
    Montag

    10°C - 13°C
    Dienstag

    10°C - 14°C
    Mittwoch

    10°C - 16°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach