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    Schuld

    Serie "Aus Alt mach Neu": Wenn ein Haus glücklich macht

    Das schnuckelige Fachwerkhaus in Schuld lebt. Es atmet, es ächzt, das Gebälk verzieht sich, das Haus bewegt sich. Langsam, ganz langsam, aber es bewegt sich. Das Haus hat eine Seele, das wird dem Betrachter sofort klar.

    Und es versprüht eine Zufriedenheit, ein Glück und eine Wärme, die jeden ergreifen, der sich ihm nähert. Neben der petrolfarbenen Haustür steht Lucia Faust. Sie lebt mit ihrem Mann Jan Rott und den gemeinsamen Söhnen in dem hübschen Häuschen. Dass die Tür offen steht, ist nicht ungewöhnlich. Die Familie liebt es, mit und in der Natur zu leben. Was so nah liegt, wenn eine riesige Felswand, alte Obstbäume und ein Zugang zur Ahr mit zum Grundstück gehören. Dass das Haus so hell und offen ist, war aber nicht immer so. Vor sechseinhalb Jahren haben Jan und Lucia das Fachwerkhaus gekauft. Seitdem haben sie einiges an dem Objekt aus den 1780er Jahren um- und neu gebaut.

    Zwar war das Haus schon bewohnbar, als sie es kauften und dort einzogen. Aber das Dach, der Hof, die Giebelseite, das Bad, die Fenster, die Wandfarbe und eine Tür hat das Paar erneuert, ausgebaut oder renoviert. Und es ist noch lange nicht Schluss: Die Dachterrasse muss noch erneuert werden, die Rückseite des Scheunenbodens wartet auf neuen Lehm, den Dachboden bauen sie gerade aus. „Alte Häuser wie dieses sind Liebhaberobjekte“, sagt Lucia Faust. „Ich denke, wer sich so eines Gebäudes annimmt, weiß, dass er viel damit zu tun hat. Aber es macht ja auch Spaß, selbst mit anzupacken und das Haus zu verwandeln.“ Sie liebt es, Altes mit Modernem zu kombinieren. Das macht sich vor allem beim Einrichtungsstil bemerkbar. Vier verschiedene Stühle stehen an einem großen Holztisch, alte, weiß getünchte Holzmöbel lehnen sich an große, massive Bücherregale aus dunklem Holz. Aber eine Plastiktürklinke an einer alten Holztür? Das geht gar nicht, findet Lucia Faust. Die Klinke des Vorgängers, der in dem Haus lebte, hat sie durch eine goldfarbene Metallklinge ersetzt.

    Bei den Baumaßnahmen machen Rott und Faust aber keine Kompromisse. Was alt war, wird in altem Stil erneuert. Die Flächen zwischen den alten Fachwerkbalken der Außenmauern werden wieder mit Lehm gefüllt, wie es schon früher gemacht wurde. „Natürlich ist diese Philosophie etwas aufwendiger“, sagt Lucia Faust. „Beim Einbau unserer Dusche sind die Handwerker ins Schwitzen gekommen, weil die Wände alle schief sind.“ Auch das Verlegen des Hofpflasters war eine regelrechte Sisyphusarbeit. Die Steine stammen aus der Bonner Altstadt. Die eigenwilligen Quader zu verlegen, entlockte den Handwerkern einige Flüche. Inzwischen wächst Moos in den Fugen. „Die Nachbarn haben uns oft gewarnt, dass da doch sofort das Unkraut wieder durchkommen würde“, berichtet Lucia Faust. „Aber ich mag Moos. Das sieht doch schön aus so.“

    Dass Lucia Faust und Jan Rott große Frankreichfans sind, gerne in die Provence oder die Normandie reisen, spiegelt sich in ihrem Haus wieder. Der Wilde Wein, der über der Eingangstüre rankt, der herrlich naturbelassene Garten und das petrolfarbene Scheunentor - alles scheint ein wenig nach Urlaub zu duften. „Ich mag gerade, kultivierte Gärten nicht so gerne“, erklärt Lucia Faust. „Ich freue mich, wenn ich immer wieder neue Kräuter und Beeren im Garten entdecke.“ Dass sie das Haus kaufen würden, wurde ihr in einem Moment besonders bewusst. Beim Besichtigungstermin setzte sie ihre etwas mehr als ein Jahr alten Söhne unter den alten Apfelbaum im Garten. „Als ich sie da so sitzen gesehen habe, wusste ich, dass dieses das Haus ist, in dem meine Söhne aufwachsen werden“, erzählt Lucia Faust.

    Dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, wussten sie damals noch nicht. Auch derjenige, dem das Haus vorher gehörte, wusste offenbar nichts von dem Denkmalschutz. „Ein kleiner Schock war es schon, als wir es herausfanden“, erzählt Faust. „Aber man arrangiert sich damit.“ Trotz Denkmalschutz durfte das Paar zum Beispiel das halbhohe Fenster im Wohnzimmer zu einer bodentiefen Tür ausbauen, solange der Stil des Fensters erhalten blieb. Durch die großen Scheiben fällt nun viel mehr Licht ins Wohn- und Esszimmer. Etwas, was das Paar sehr schätzt.

    Von unserer Reporterin
    Celina de Cuveland

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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