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Insul

Serie "Aus Alt mach Neu": Dieses Haus lebt von Schlichtheit

Beate Au

Es muss nicht immer ein Fachwerkhaus sein, wenn es darum geht, einen Altbau zu erhalten. Für Philipp Fulgraff aus Insul war es das Gebäude mit dem Walmdach an der Hauptstraße neben seinem Elternhaus. Erbaut 1913, von den Eigentümern damals genutzt als Privatpension. Ein für ländliche Verhältnisse stattliches Haus mit einem Schuppen auf dem Grundstück, der als Stall und später als Schreinereiwerkstatt genutzt wurde.

Bauherr Philipp Fulgraff vor dem Haus in Insul, in das er schon viel Zeit und Energie gesteckt hat. Sein Glück: Bislang hat er bei der Renovierung noch keine bösen Überraschungen erlebt. Fotos: Beate Au
Bauherr Philipp Fulgraff vor dem Haus in Insul, in das er schon viel Zeit und Energie gesteckt hat. Sein Glück: Bislang hat er bei der Renovierung noch keine bösen Überraschungen erlebt. Fotos: Beate Au
Foto: Beate Au

„Ich habe es dem letzten Besitzer, der hier allein lebte, abkaufen können, weil ich versprach, sein Elternhaus nicht abzureißen“, sagt Fulgraff. Bald wird es sein Zuhause sein. Nach behutsamer Renovierung, die mit Zuschüssen bis zu 30 Prozent aus der Dorferneuerung belohnt wurde, kommt er aber auch zu dem Schluss: „Ein Neubau wäre auch nicht teurer geworden.“

Trotzdem: Es hat ihn gereizt, den Charakter dieses Hauses in seiner einfachen, aber schönen Form zu erhalten. „Ich habe damals eigentlich einen guten Rohbau erworben. Die Elektrik, ja sämtliche Installationen mussten erneuert werden“, so der Bauherr, der davon erzählt, dass es in den oberen Etagen keine Heizung gab. Unten im Erdgeschoss wurde mit Holz „gestocht“, und die Wärme stieg über Rohre, die durch die Decke verliefen, in den ersten Stock. Jetzt steht in einem Teil des Schuppens die neue Pelletheizung, den anderen Teil will der Reisebusunternehmer als Werkstattraum nutzen.

Eines hat Fulgraff gleich bemerkt: „Das Haus ist sehr solide gebaut. Fast untypisch: Im Bruchsteinkeller ist sogar eine Wassersperre zum Erdgeschoss hin eingebaut worden, um Feuchtigkeit zurückzuhalten.“ Und was er ebenso bewundert: „Bei dem alten Dielenboden im Obergeschoss quarzt nichts.“ Deshalb will er hier die Holzoberflächen auch nur abschleifen, während die Dielen im Erdgeschoss wegen einiger maroder Stellen neu verlegt werden mussten.

Als „einen guten Rohbau“ bezeichnet Fulgraff das alte Haus.
Als „einen guten Rohbau“ bezeichnet Fulgraff das alte Haus.
Foto: Beate Au

Das kleine Bad hat er vergrößert und eine Wand eingerissen, um im Erdgeschoss eine großzügige Wohnzimmer- und Küchenkombination zu erreichen. Böse Überraschungen hat er nicht erlebt, auch das Dach war dicht.

Um Fördergelder aus der Dorferneuerung zu bekommen, waren einige Auflagen zu erfüllen, mit denen er sich aber anfreunden konnte – zum Beispiel Holz- statt Kunststofffenster im Originaldesign der ursprünglichen Fenster. Und vor allem Fensterläden, ebenfalls natürlich aus Holz. Rollläden sind verboten. „Die Läden habe ich beim Schreiner fertigen lassen“, Fulgraff. Die wunderschöne Holztreppe wird er wohl in Handarbeit abschleifen müssen. „Dafür suche ich noch Freiwillige“, scherzt er, wohl wissend, welche Arbeit dahinter steckt.

Von unserer Redakteurin
Beate Au

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