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Gelsdorf

Sektkreation aus Gelsdorf avanciert zum Kultgetränk

Eine pricklende Erfrischung, die auch bei tropischen Temperaturen funktioniert? Herausforderung angenommen! Elmar Sermann, Kellermeister im Hause Brogsitter, kreierte mit „B-Iced" ein potenzielles Kultgetränk.

Durchgestylt von der Flasche bis zu den Gläsern: Bei dem für Aida-Gäste kreierten Sekt sollte auch die Verpackung stimmen.
Durchgestylt von der Flasche bis zu den Gläsern: Bei dem für Aida-Gäste kreierten Sekt sollte auch die Verpackung stimmen.

Eiswürfel klirren in einem bauchigen, sich nach oben verjüngenden Glaskelch, wo sich nach dem Aufgießen mit Sekt der Duft aromatisierender Zutaten wie Gurken, Minze oder Zesten von Zitrusfrüchten wie Limette oder Orange fängt. Was sich für klassisch-nostalgische Sekttrinker anhört wie eine respektlose Entgleisung im Umgang mit dem edlen Silvestergetränk, hat das Potenzial, ein Kultdrink zu werden. Er steht inzwischen deutschlandweit in den Regalen der Bars und wird bei einem deutschen Fest in Australien als neuester Schrei aus Germany kredenzt. Mit „B-Iced" hat die Kellerei Brogsitter aus Gelsdorf in der Grafschaft eine freche Kombination von Genuss und Design gewagt, und sie kommt an. Vor allem bei Jüngeren.

Der Name „B-Iced" sagt schon alles: Der Sekt ist gemacht für einen spannenden Flirt mit Eis – und das von der Flasche bis zum Glas ganz in Weiß. Der Ruf nach der idealen prickelnden Erfrischung, die bei einem Empfang der Gäste an Deck eines Kreuzfahrtsschiffs selbst bei tropischen Temperaturen nicht zur lauwarmen Enttäuschung mutiert, kam von der Aida. Für Elmar Sermann, seit 1984 Kellermeister im Haus Brogsitter, eine Herausforderung, der er sich stellte. Damit der Drink beim Abschmelzen der Eiswürfel nicht wässrig schmeckt, arbeitet er mit einer höheren Restsüße von 40 Gramm pro Liter. Verwendet werden nur hochwertige Rebsorten: Spätburgunder für den Blanc de Noir und die Weißweintraube Chardonnay.

Die ausgeklügelte Cuvée bildet den neutralen Geschmacksteppich, auf dem sich die Aromen unbeeinflusst vom Sekt entfalten sollen. „Würde man B-Iced ohne Eis pur servieren, wäre es vielen zu süß", weiß Sermann, denn 90 Prozent der Sekte werden heute trocken getrunken. Von den 1,8 Millionen in der Kellerei produzierten Flaschen pro Jahr ist die Hälfte mit Sekt gefüllt. Die Reben für die Sektproduktion wachsen in der Pfalz und Rheinhessen. „Hier haben wir Weinberge langfristig an Vertragswinzer verpachtet, die uns eine zuverlässige Qualität an deutschen Grundweinen liefern", erklärt Sermann. Denn es gibt in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich keine Winzer, die speziell für die Sektbranche arbeiten, denn dieser Wein muss früher gelesen werden. Dadurch bringe er weniger Alkohol und eine gewisse, für die Sektproduktion notwendige Säure mit sich.

Angefangen hat der Sekteinstieg bei Brogsitter mit einem Klassiker, der in Wirtschaftswunderzeiten eines der typischen Festtagsgeschenke von der Ahr war: mit Rotsekt. „1958 war es der Einstieg und für 20 Jahre der Dauerbrenner", so Sermann. Auch heute noch wird er von der Kundschaft verlangt, und zwar auch wieder in der halbtrockenen Variante. „Mit 40 Gramm Zucker pro Liter eigentlich zu süß für die heutige Zeit. Aber die Kunden wollen es so haben", berichtet Sermann.

Inzwischen ist auch B-Iced im dritten Jahr auf dem Markt etabliert und hat mit einem Rosésekt im Bonbonfarbenlook noch einen Partner bekommen. „Der Trend, auch Getränke wie Cognac auf Eis zu servieren – früher ein No-Go – oder weinhaltige Getränke mit Pfirsich oder Mango zu aromatisieren, ist im Kommen. Beim Sekt, der wie Champagner immer noch als Traditionsgetränk gilt, kann man auf diese Weise auch eine jüngere Klientel erreichen", so Sermann. Bei B-Iced stimme auch die Verpackung für einen ungewöhnlichen Auftritt auf einer Party. Veredelt werden die Flaschen mit keramischer Farbe von einer Spezialfirma in Montabaur, die auch der Apollinarisflasche das rote Dreieck verpasst. Und der Schriftzug B-Iced enthält echtes Gold beziehungsweise Platin für den Rosésekt.

Von unserer Redakteurin Beate Au

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