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    RemagenRevision: Mutmaßliches Opfer verliert vor Gericht die Fassung

    Im Prozess gegen einen 43-jährigen Bonner, der angeklagt ist, in Bonn und Oberwinter seine mit ihm nach islamischem Recht verheiratete Frau zweimal vergewaltigt und auch geschlagen und getreten zu haben, wurde am dritten Verhandlungstag das mutmaßliche Opfer als Zeugin gehört.

    Foto: frei

    Das Landgericht Koblenz hatte den Angeklagten wegen Vergewaltigung in zwei Fällen und wegen Körperverletzung in Tateinheit mit Bedrohung 2014 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt. Auf die Revision des Angeklagten hob der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil allerdings auf und überwies die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurück. (Die Rhein-Zeitung berichtete.)

    Die 46-jährige Frau schilderte, wie sie den Angeklagten kennen lernte und dass sie nach 5 Monaten beschlossen haben, zu heiraten. Dabei war ihr klar, dass der Mann nach deutschem Recht in Bonn bereits verheiratet war. Sie begann, im Imbiss ihres Mannes zu arbeiten und schilderte, dass die Beziehung sich nach kurzer Zeit sehr verschlechterte. Sie habe immer nur gearbeitet wie ein Tier, noch dazu habe ihr Mann sie ständig geschlagen.

    Immer wieder betonte sie, dass sie krank sei und Medikamente nehmen müsse. „Sie reden nicht mit einem normalen Menschen. Seit ich mit dem da verheiratet war, bin ich nicht mehr normal“, brach es aus ihr heraus. Nach konkreten Angaben befragt, so zu den Anzeigen, die sie erstattet hatte, gab sie an, nichts mehr zu erinnern. Und die Vergewaltigungen? „Über das da kann ich nichts erzählen“, beharrte sie, auch nach mehrmaliger Belehrung zu ihrer Wahrheitspflicht.

    Dafür beschuldigte sie den Angeklagten erneut, mit Drogen zu handeln, eine Behauptung, für die die Polizei keinerlei Anhaltspunkte gefunden hatte. Der Ton der Zeugin wurde immer lauter und aggressiver, ihre Angaben drehten sich permanent im Kreis.

    Auch nach zwei Unterbrechungen, die der Vorsitzende Richter Martin Schlepphorst anberaumte, blieb sie bei ihrer Weigerung. „Ich habe damals bei der Polizei alles richtig gemacht und richtig ausgesagt, jetzt werde ich jeden Tag kranker.“

    Ob sie sich daran erinnern könne, ihren Sohn ebenfalls wegen Körperverletzung angezeigt zu haben? Nein, könne sie nicht. Auch die Befragung dieses Sohnes, der wie seine Mutter zur Aussage polizeilich vorgeführt werden musste, ergab in dieser Hinsicht keine Klarheit. Auch er berief sich darauf, krank zu sein und starke Medikamente nehmen zu müssen.

    Richter Martin Schlepphost brachte es auf den Punkt: „Ich frage da nicht mehr weiter, das hat alles keinen Sinn.“ Der Prozess wird am 27. März mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung fortgesetzt, dann dürfte auch das Urteil erfolgen.

    Von unserem Mitarbeiter
    Thomas Krämer
     

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