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    Nürburgring

    Race4Friends am Ring: Vom Rollstuhl in den Rennwagen

    Die gut 60 Mitglieder des Vereins Race4Friends machten wieder Ernst mit ihrem Einsatz für körperlich und geistig behinderte Menschen.

    Eine solche Szene ist für die Boxengasse am Nürburgring ganz normal. Doch diesmal war etwas anders: Die Kopiloten waren ausschließlich geistig und körperlich Behinderte.  Foto: Jochen Tarrach
    Eine solche Szene ist für die Boxengasse am Nürburgring ganz normal. Doch diesmal war etwas anders: Die Kopiloten waren ausschließlich geistig und körperlich Behinderte.
    Foto: Jochen Tarrach

    Sie luden mehr als 700 von ihnen zu einem Tag auf dem Nürburgring ein und donnerten mit ihnen zu einer spritzigen Fahrt im Rennwagen über die Grand-Prix-Strecke.

    Was vor wenigen Jahren als private Aktion mit 250 Gästen begann, ist inzwischen zu einem professionellen Event angewachsen. Zu diesem Zweck wurde eigens ein beim Amtsgericht eingetragener gemeinnütziger Verein gegründet. So war dieser Tag auch nur durch die Großzügigkeit zahlloser Sponsoren möglich.

    Den Termin auf dem Nürburgring zu bekommen, war für Vereinsvorsitzende Sandra Müller aus Bad Breisig und ihre Stellvertreterin Anne Kebben aus Kellberg kein Problem. Bereits wenige Tage nach der Veranstaltung im vergangenen Jahr sei der Termin im November 2014 als Nachfolgetermin abgesprochen worden. Einmal im Rennwagen einige Runden auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings drehen. Dieser Wunsch wurde nun für genau 730 geistig oder körperlich behinderte Jugendliche und Erwachsene wahr. Sie kamen von weit her, um diesen besonderen Tag zu erleben. Sogar aus Osnabrück kam eine Gruppe mit dem Bus angereist. Mit dabei natürlich auch eine Gruppe aus den Caritaswerkstätten Sinzig sowie von der Kreisvereinigung Ahrweiler der Lebenshilfe.

    Das war für alle schon etwas ganz Außergewöhnliches und selten konnte man entlang der Boxengasse so viele strahlende Augen und so viel Begeisterung sehen. Vorsichtig wurde besonders den Körperbehinderten in die engen Wagen geholfen. Aus dem Rollstuhl in den Rennwagen, das erwies sich nicht immer als so ganz einfach. Aber mit entsprechender Hilfe klappte auch das. Helm und feste Anschnallgurte waren natürlich Pflicht und schon ging es los. Mancher Mitfahrer hatte doch etwas zittrige Knie, denn so schnell war offensichtlich noch nie jemand von ihnen unterwegs.

    Trotzdem: "Ich habe überhaupt keine Angst gehabt", sagte Detlev Schmitt nachher über sich selbst erstaunt. "Meine Schützlinge können hier in vollen Zügen am Leben teilhaben und genießen es auch", berichte eine der Betreuerinnen.

    Aus der Boxengasse heraus wurde auf die Strecke gestartet und um die Kurven geprescht. Rund 80 Fahrzeuge standen bereit, um den Massenansturm an Mitfahrern bewältigen zu können. Aus dem ganzen Bundesgebiet waren die Fahrer mit ihren Rennern auf eigene Kosten zum Nürburgring gekommen, um an diesem Tag dabei zu sein. Am Start waren nur erfahrene Profis mit Rennwagen, die bereits an so manchem Sprint durch die Grüne Hölle teilgenommen hatten. Auch für sie war dieser Tag etwas ganz Besonderes, denn "so viel Dankbarkeit erlebt man sonst nicht." Um die Wartezeit bis zum Start zu überbrücken, wurden mehrere Boxen mit Tischen und Stühlen ausgestattet.

    Die Polizei Rheinland-Pfalz war dabei und hatte eines ihrer Motorräder mitgebracht. Noch so ein Traum: Sich einmal wie ein richtiger Polizist fühlen. Hier wurde es auf dem Motorrad möglich. Eine Tombola zu 50 Cent das Los brachte schöne Gewinne und natürlich gab es reichlich Verpflegung. Kleine Geschenke und Erinnerungsgaben wechselten die Besitzer. So gab es zum Beispiel ganz tolle Motorsportkalender. Jeder Mitfahrer bekam für seine mutige Mitfahrt seine eigene Urkunde, auch wenn es hier nicht um möglichst schnell gefahrene Runden oder gar Siegerpokale ging. Sieger, das waren an diesem Tag alle – der veranstaltender Verein Race4Friends, die Teilnehmer und auch der Nürburgring, der trotz schwerem Fahrwasser nun viele neue, begeisterte Fans hat.

    Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

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