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Kreis Ahrweiler

Preis an Celia Sasic: Das neue Gesicht der Freiheiter ist jung

Der Zeitraum zwischen Karneval und Ostern gehört im Kreis Ahrweiler den Ahrweiler Freiheitswochen. Über 30 Veranstaltungen, darunter Vorträge, Diskussionsrunden, Konzerte und Heiteres, hat der Förderverein dafür auf die Beine gestellt. Und eine Preisträgerin aufs Podest gehoben, die dem Motto „Miteinander der Generationen“ einen besonderen Kick gibt: Celia Sasic.

In ihrem roten Kleid sticht Celia Sasic hervor bei der Preisverleihung durch den Vorsitzenden der Freiheiter, Horst Gies (5. von links, vorne) im Arp Museum. Dessen Direktor Oliver Kornhoff lud dazu ein, dieses Ambiente zu genießen.  Foto: Vollrath
In ihrem roten Kleid sticht Celia Sasic hervor bei der Preisverleihung durch den Vorsitzenden der Freiheiter, Horst Gies (5. von links, vorne) im Arp Museum. Dessen Direktor Oliver Kornhoff lud dazu ein, dieses Ambiente zu genießen.
Foto: Vollrath

Es ist eine neue „Liga“, in der die ehemalige Spitzenfußballerin nun spielen wird. Nach Hans-Dietrich Genscher und Karl Kardinal Lehmann ist die 29-Jährige die dritte Preisträgerin des Ahrweiler Freiheiter-Preises. Ein junges Gesicht mit unverkrampften Botschaften. „Es kommt nicht darauf an, wie jung oder alt man ist. Es geht darum, neugierig, offen und frei gegenüber anderen zu sein. Man sollte Erfahrungen aufnehmen und zuhören können, um dann seine Schlüsse zu ziehen“, sagt eine Frau, die dafür bekannt ist, ihren eigenen Kopf zu haben, wie ihr Laudator Theo Zwanziger bemerkte.

Sie habe erst einmal schlucken müssen, als ihr diese Ehre aus ihrer SC 07-Fußballheimat angetragen wurde, sagte Sasic bei der Preisverleihung im Arp-Museum. Mit dem Schirmherrn Henning Scherf hat sie eines gemeinsam: Sie lebt Freiheit und Toleranz nicht nur als DFB-Integrationsbotschafterin, sondern auch in der eigenen Familie. Ihr Vater kommt aus Kamerun, die Mutter ist Französin und ihr Mann Serbokroate. Im Alter von 15 Jahren wurde sie mit Eltern und Geschwistern in Deutschland eingebürgert, was ihr die Teilnahme an der U19-WM für Deutschland ermöglichte. Den Spitzensport in der Nationalmannschaft hat die Mutter einer zweijährigen Tochter für die Familie aufgegeben, nicht aber das Werben für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen kulturell unterschiedlicher Herkunft.

Wie bereichernd das multikulturelle Miteinander sein kann, schilderte auch Scherf aus der privaten eigenen Erfahrung. Der Opa von neun Enkeln, der in der Bremer Altstadt in einem Mehrgenerationenhaus lebt, besucht einmal pro Woche eine Grundschule mit einem hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. „Wie gehen diese Kinder mit mir um. Wie erreiche ich sie? Das wollte ich wissen und habe dabei gelernt, dass man diesen Menschen mit dramatischen Biografien Vertrauen entgegenbringen muss“, so Scherf. Er warb als Mutmacher für Integration und dafür, stolz darauf zu sein, dass Deutschland ein demokratisches Sehnsuchtsland geworden ist. Wie wichtig es für Frieden, Freiheit und Toleranz ist, dass die greis gewordenen Jahrgänge ihre Lebenserfahrung in die Zukunft weitergeben, betonte der Schirmherr in einer eindrucksvollen Rede und lobte die Idee der Freiheiter, für die er sich gern habe vereinnahmen lassen. Viele sind inzwischen daran beteiligt. „Es ist eine große Gemeinschaftsleistung, die Veranstaltung in dieser Breite auf die Beine zu stellen“, so Landrat Jürgen Pföhler.

Von unserem Redakteurin Beate Au

Die Preisträgerin Celia Sasic

Seit Oktober 2010 ist sie DFB-Integrationsbotschafterin.

  • Seit Oktober 2010 ist sie DFB-Integrationsbotschafterin.
  • Sie unterstützt die Theo-Zwanziger-Stiftung und damit die Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs.
  • Sie lebt Integration, auch in ihrer Familie. Sie unterstützt viele Projekte für Kinder.
  • Sie kennt als Sportlerin Mannschaftsgeist, Sieg und Niederlagen: Sie spielte zwischen 2004 und 2013 fast zehn Jahre lang für den SC 07 Bad Neuenahr, danach bis zu ihrem Karriereende 2015 für den 1. FFC Frankfurt, bei dem sie mit dem Gewinn der UEFA Women's Champions League 2015 und des DFB-Pokals 2014 ihre größten Erfolge auf Vereinsebene erlebte. Seit 2015 war sie außerdem in der Nationalmannschaft aktiv, mit der sie zweimal Europameisterin wurde. 2012 und 2015 wurde sie zur Fußballerin des Jahres gewählt.
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