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Grafschaft

Planung vorgestellt: Millionen fließen in den Hochwasserschutz

Horst Bach

22 konkrete Einzelmaßnahmen listet der Katalog zum präventiven Hochwasserschutz für die Gemarkungen Nierendorf und Birresdorf auf. Das Ziel: Eine Katastrophe wie 2016 verhindern.

An der begradigten Landesstraße 79 soll zwischen Leimersdorf und Birresdorf ein Hochwasserrückhaltebecken (links) entstehen. Am Bartholomäusweg in Leimersdorf ist ein Kaskadenbauwerk (rechts) in der Planung. Quelle: Gemeinde Grafschaft
An der begradigten Landesstraße 79 soll zwischen Leimersdorf und Birresdorf ein Hochwasserrückhaltebecken (links) entstehen. Am Bartholomäusweg in Leimersdorf ist ein Kaskadenbauwerk (rechts) in der Planung. Quelle: Gemeinde Grafschaft
Foto: Horst Bach

Vom Herstellen von Gewässerrenaturierung, neuen Grabensystemen und Brücken, Wallanlage und Kaskadenbauwerk bis hin zur Sanierung und zum Neubau von Hochwasserrückhaltebecken: .22 konkrete Einzelmaßnahmen listet der Katalog zum präventiven Hochwasserschutz für die Gemarkungen Nierendorf und Birresdorf auf. Mit hoher Priorität sollen die Nierendorfer, Birresdorfer und die Leimersdorer künftig von Hochwasserkatastrophen wie der zuletzt vom 4. Juni 2016 geschützt werden. Die entsprechenden Planungen für die drei Grafschafter Ortsbezirke stellte das Ingenieurbüro Terporten jüngst im Bauausschuss vor.

Der Nierendorfer Bach soll in den natürlichen Verlauf eingebettet werden. Repro: Horst Bach
Der Nierendorfer Bach soll in den natürlichen Verlauf eingebettet werden. Repro: Horst Bach
Foto: Horst Bach

1 Was ist geplant? Besonders im Fokus ist die Errichtung eines neuen Hochwasserrückhaltebeckens zwischen Birresdorf und Leimersdorf im Bereich der Landesstraße 79. Geschätzte Kosten. 2,54 Millionen Euro. Ein zweiter Damm ist am Bartholomäusweg in Leimersdorf geplant.

2 Was soll das Rückhaltebecken zwischen Birresdorf und Leimersdorf bewirken? Zwischen 76.000 und 82.000 Kubikmeter Wasser soll das neue Hochwasserrückhaltebecken später einmal fassen können. Einen besonderen Effekt erhofft man sich hier von einem neuen, rund elf Meter hohen Damm an der Landesstraße 79 in Richtung Birresdorf. Auf der Dammkrone soll ein breiter Wirtschafts- und Radweg verlaufen. Unter anderem soll auch Trassenverlauf der Landesstraße in Richtung Birresdorf begradigt werden, erläuterte Diplom-Ingenieur Peter Terporten die Planskizze. Zudem wird auch eine neue Brückenkonstruktion in den Damm eingebettet. Die kleine, rund 100 Jahre alte Brücke war seinerzeit beim Unwetter 2016 von den Sturzfluten fortgerissen worden.

3 Bis wann wird die Maßnahme fertiggestellt und wer bezahlt? Zunächst einmal zahlt die Gemeinde Grafschaft. Diese darf jedoch hoffen, dass das Land von den rund 2,54 Millionen Euro Baukosten 80 Prozent übernimmt. Diese außergewöhnlich hohe Förderung – gängig sind 50 Prozent – könne gewährt werden, wenn die Baumaßnahmen als übergebietlicher Entwässerungsschutz gewertet wird, erläuterte Bauamtsleiter Friedhelm Moog. Mit der Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens rechnen die Planer für Ende 2021.

4 Worum geht es beim zweiten Damm? Ein zusätzlicher Schutzeffekt gegen die Fluten soll mit der Errichtung eines Kaskadenbauwerks (Rückhaltevolumen rund 30000 Kubikmeter) am Bartholomäusweg in Leimersdorf erzielt werden. Kosten: etwa 550.000 Euro.

5 Was passiert mit dem Wohnhaus Dresen? Ob auch das beim Unwetter am 4. Juni 2016 zerstörte Wohnhaus Dresen wiederaufgebaut wird, steht noch nicht fest. Sollten die Eigentümer jedoch auf den Wiederaufbau verzichten, wird die Gemeinde tätig mit dem Ziel, das Grundstück zu kaufen. „Das Haus würde dann abgerissen, um Platz für das geplante Kaskadenbauwerk zu machen“, erklärte Bauamtsleiter Moog.

6 Was geschieht zum Schutz von Nierendorf? -Ein großes Hochwasserschutzpaket wird mit der Gewässerrenaturierung mit Querschnittserweiterung des Nierendorfer Baches geschnürt. Nach den Vorstellungen der Fachleute soll eine Verlegung des Nierendorfer Baches in den natürlichen Verlauf seiner ehemaligen Bachaue erfolgen. Im Fokus der Arbeiten: eine viel größere Retentionsfläche. Einen besonderen Aspekt erhofft man sich von der Umleitung des Gewässerlaufes um die Bebauung in Nieder-Nierendorf.

7 Welche Rolle spielt in diesen Überlegungen der Durchlass Brückenstraße? Im Rahmen des Schutzes vor künftigem Hochwasser soll in jedem Fall der Durchlass des Leimersdorfer Baches in der Brückenstraße verändert werden. Die Durchgängigkeit des Gewässers in der Bachbettsohle könne damit wiederhergestellt werden, erläuterte Terporten. Den Planungen nach sollen hier sogenannte Ei-Profile alsbald durch einen großen Durchlass ersetzt werden, durch den später einmal rund 10,5 Kubikmeter Wasser in der Sekunde fließen können. Zudem soll die Brückenstraße um gut 50 Zentimeter abgesenkt werden. Im Schutzkonzept ist ebenso vorgesehen, die Straßenabbiegung der L 80 in die Brückenstraße zu verbreitern, „um bei Starkregen und Hochwasser die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu verringern“, sagte Terporten. Geschätzte Kosten des Projekts: rund 473.000 Euro.

Von unserem Mitarbeiter Horst Bach

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