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Remagen

Neues Institut in Remagen: Der Tragschrauber ist am Campus gelandet

Mit einem Tragschrauber hat Jens Bongartz vor ein paar Jahren für große internationale und preisgekrönte Furore gesorgt. Das Gerät war mit derart feinen und ausgefeilten Sensoren ausgestattet, dass es in Kambodscha Landminen aus der Luft aufspüren konnte: schnell, günstig und völlig ungefährlich. Am Rhein-Ahr-Campus (RAC) in Remagen ist jetzt ein neues Institut gegründet worden: das Anwendungszentrum für Maschinelles Lernen und Sensortechnologie (AMLS).

Weihten das neue Institut am Remagener Campus ein: (von links) Jens Bongartz, Konrad Wolf und Kristian Bosselmann-Cyran.
Weihten das neue Institut am Remagener Campus ein: (von links) Jens Bongartz, Konrad Wolf und Kristian Bosselmann-Cyran.
Foto: Susanne Dröppel

Mindestens 15 Professoren, Doktoranden und studentische Mitarbeiter gehören ihm an. Der Bereich Sensorik hat besonders durch den Tragschrauber und das Kambodscha-Projekt Bekanntheit erlangt: Hier konnten die ultrasensiblen Sensoren teils 50 Jahre alte Minen im Boden aufspüren, weil die Schadstoffe die Beschaffenheit des Erdreichs verändert hatten.

Die Minen waren nicht nur für Menschen lebensgefährlich. Sie verhinderten auch, dass der Boden landwirtschaftlich bewirtschaftet werden konnte und verursachten massive wirtschaftliche Schäden. Aber: Bei allem Nutzen – vor allem sozial und gesundheitlich – war der Tragschrauber mit seiner luftgestützten Fernerkundung nur ein Nischenmarkt. So viel Anerkennung Bongartz und sein Team für das Projekt erhielten, es konnte sich nicht als Fraunhofer-Schwerpunkt samt Regelfinanzierung etablieren.

Nach fünf Jahren lief der Vertrag mit der Gesellschaft aus. Das Anwendungszentrum mit dem Kernpunkt Tragschrauber aber sollte unbedingt erhalten bleiben, sagt Bongartz. Es bot sich die Gründung eines In-Instituts im Fachbereich Mathematik und Technik am Rhein-Ahr-Campus an. Wie der Professor bei der Einweihungsfeier im Audimax sagte, soll es als Brücke zwischen Mathematik und Technik dienen. Und es soll offen sein für alle anderen Fachbereiche der drei Standorte der Hochschule Koblenz (neben Remagen und Koblenz ist das Höhr-Grenzhausen).

Deshalb arbeitet es weiter mit der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen, dazu mit anderen Forschungszentren, Hochschulen und Firmen. Neben der Sensorik ist das Maschinelle Lernen die zweite Stütze des neuen Anwendungszentrums. Hier geht es darum, wie man aus Daten computergestützt statistische Regelmäßigkeiten ableiten und daraus Modelle erstellen kann.

Beispiele gibt es reichlich. Und sie kommen schon längst wie selbstverständlich zur Anwendung: etwa die Bilderkennung bei der Bildersuche im Internet, Handysprachassistenten wie Apples Siri, autonomes Fahren oder Einkaufsplattformen, die ihren Nutzern Kaufempfehlungen geben aufgrund von Entscheidungen und Verhaltensweisen, die diese vorher getroffen und gezeigt haben.

Bongartz weiß: „Wir sind ein kleines Institut. Daran wird auch in Stanford oder München geforscht. Aber wir sollten uns trotzdem positionieren.“ Hochschulpräsident Kristian Bosselmann-Cyran sagte: „An unserer Hochschule wird so geforscht, dass ein fortwährender Zusammenhang mit der Wirtschaft besteht. Die Erkenntnisse daraus fließen immer wieder in unsere Forschung ein.“

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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