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    Remagen

    Neonazidemo in Remagen: Polizei und linkes Lager geraten aneinander

    Die Neonazis haben am Samstag zum achten Mal in Folge in Remagen ihren sogenannten Gedenkmarsch abgehalten, um an die toten deutschen Kriegsgefangenen in den Rheinwiesenlagern zu erinnern. Laut Polizei nahmen 250 Rechte an der Demo teil, das sind 110 mehr als im vergangenen Jahr.

    Einmal im Jahr herrscht in Remagen der Ausnahmezustand: wenn in Remagen rund 700 Polizisten für einen friedlichen Demonstrationstag sorgen, auch in den äußeren Wohngebieten. In diesem Jahr standen sich 250 Neonazis und 500 Gegendemonstranten des linken Lagers gegenüber.
    Einmal im Jahr herrscht in Remagen der Ausnahmezustand: wenn in Remagen rund 700 Polizisten für einen friedlichen Demonstrationstag sorgen, auch in den äußeren Wohngebieten. In diesem Jahr standen sich 250 Neonazis und 500 Gegendemonstranten des linken Lagers gegenüber.
    Foto: Vollrath

    In der Innenstadt feierte das bürgerliche Lager den fünften Tag der Demokratie; die meiste Zeit ließen sich auf dem Marktplatz deutlich weniger als 200 Menschen blicken. 500 Antifa-Mitglieder protestierten entlang der Neonazi-Route gegen den "Trauermarsch". Dabei kam es zu mehreren Zusammenstößen mit der Polizei, die mit rund 700 Kräften vertreten war. Die Darstellungen dazu gehen - naturgemäß - auseinander.

    Traditionell begann der Tag bei kaltem, trockenem und sonnigem Wetter mit der Verhüllung der Friedenskapelle Schwarze Madonna durch das Remagener Friedensbündnis. In der Fußgängerzone informierten Schulen, Vereine und Verbände zu Rechtsextremismus und Demokratie (siehe Zweittext).

    Auf der Bühne auf dem Marktplatz eröffnete Remagens Bürgermeister Herbert Georgi die Veranstaltung mit den Worten: "Mit der Demokratie hält es sich am Tag der Demokratie zahlenmäßig in Grenzen." Wenn man aber die verschiedenen Veranstaltungen, darunter auch die der Antifa, "aufaddiert, sind es sehr viele Demokraten, und es ist eine sehr große Vielfalt".

    Er forderte die Menschen auf, "Nein zu sagen zu Rechtsextremen und Geschichtsverfälschern, zu Typen, die dieses rassistische Gedankengut verbreiten". Und zwar täglich: in der Familie, am Arbeitsplatz und auch bei Wahlen. Schüler der Realschule plus und syrische Flüchtlinge schilderten anschließend, wie sie sich einander anfangs misstrauisch und unsicher beäugten, dann aber schnell zu einem ganz normalen und für beide Seiten lehrreichen Alltag fanden.

    Landrat Jürgen Pföhler sagte: "Viele Menschen, auch ich, haben vor Jahren geglaubt, dass der Spuk hier mal aufhören würde. Wir haben uns geirrt." Daher sei es umso wichtiger, ein deutliches Zeichen zu setzen gegen die Ewiggestrigen und für Toleranz, Pluralität, Freiheit und Menschenwürde. Pföhler: "Gegen Rechts hilft nur Null Toleranz. Denn die Übergänge sind fließend zwischen Rechtspopulismus zu Rechtsextremismus und zu Rechtsterrorismus."

    Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz, der gegen 15 Uhr vor nur noch 120 Menschen sprach, sagte: "Es ist ein enorm wichtiger Tag und enorm wichtig, dass die Stadt eindeutig Haltung gegen Rechtsextremismus zeigt, dass die Menschen sich wehren und es sich nicht gefallen lassen." Man solle als Demokrat sehr bewusst mit Menschen umgehen, die "die Meinungs- und Versammlungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen, aber eine Gesinnung und gewaltbereite Gruppen vertreten, die all das zerschlagen wollen".

    Man müsse sich immer wieder bewusst machen, dass man in einem demokratischen Staat lebe. Lewentz: "Schnell einfachen Parolen nachzulaufen, das ist keine Lösung." Er wisse, dass Remagen, wenn die Rechten abends wieder weg seien, wieder "sauber ist. Aber sie werden nächstes Jahr wieder kommen." Er mahnte: "Ich will mir Remagen nicht an dem Tag vorstellen, an dem nur noch die Rechten das Wort erheben."

    Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen konnte die Polizei verhindern. Bei Versuchen der Antifa-Vertreter, den Aufzugsweg zu erreichen und die Kundgebung der Rechten zu stören, kam es in einigen Fällen zu Konfrontationen mit der Polizei, die dann eingriff. Anzeigen oder Festnahmen gab es laut Polizei nicht.

    Die Antifa sprach in einer Mitteilung ebenfalls von mehreren eigenen Versuchen, den "Trauermarsch" zu stören und zu blockieren. Bei deren Auflösung habe die Polizei "Pfefferspray eingesetzt und auf am Boden liegende Personen eingetreten. Mehrere Personen wurden dabei verletzt."

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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