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Remagen/Koblenz

Nach Horrorraub in Remagen mit 100.000 Euro Beute: Rumänen in Koblenz und Mainz vor Gericht

Eugen Lambrecht

Was eine Frau aus Remagen am 29. September 2015 erleben musste, ist der blanke Horror: Fünf Männer brachen in ihr Haus ein, schlugen sie nieder, fesselten sie mit Kabelbindern – und beraubten sie um 100.000 Euro. Jetzt müssen sich am Landgericht Koblenz zwei Brüder wegen des Überfalls verantworten.

Prozessauftakt am Landgericht Koblenz: Ein Brüderpaar soll eine Frau auf brutale Weise überfallen haben. Foto: Ditscher
Prozessauftakt am Landgericht Koblenz: Ein Brüderpaar soll eine Frau auf brutale Weise überfallen haben.
Foto: Ditscher

Parallel dazu hat am Landgericht Mainz der Prozess gegen einen mutmaßlichen Komplizen der beiden begonnen. Die Drei sollen Mitglieder einer rumänischen Einbrecherbande gewesen sein.

In Koblenz betraten die 45 und 50 Jahre alten Angeklagten Sitzungssaal 105 in Handschellen und roter Gefängniskleidung. Seit Herbst vergangenen Jahres sitzen sie in Untersuchungshaft. Auf die Spur gekommen waren ihnen Polizisten, als sie einen mutmaßlichen Komplizen der Brüder in Köln festnahmen. Nachdem sie per internationalem Haftbefehl gesucht wurden, klickten in Rumänien die Handschellen. Am Münchner Flughafen nahmen Bundespolizisten die Männer in Gewahrsam.

Die Vorwürfe, die Staatsanwalt Manuel Schopf verlas, sind schockierend: Demnach wird die Remagenerin in jener Septembernacht gegen 2.30 Uhr von Geräuschen in ihrem Haus geweckt. Sie geht in den Flur – und trifft auf zwei Männer. Die schlagen der Frau mit der Faust auf die Nase, halten ihr den Mund zu und drohen damit, ihr die Kehle durchzuschneiden.

Die Einbrecher fesseln die Frau an Händen und Füßen, brüllen: „Geld, Gold, Schmuck – sonst …“ Einer der Männer verpasst ihr noch einmal einen brutalen Schlag ins Gesicht. Die verängstigte Frau übergibt den Räubern einen Schlüssel für ihren Safe. Dort finden die Männer eine Schokoladenbox, in der mehrere Umschläge mit insgesamt 100 000 Euro deponiert sind. Die Einbrecher sacken die Beute ein und flüchten.

Das Geld teilten die Männer laut Anklage auf einem Parkplatz in Remagen auf. Während der 50-Jährige aktiv am Überfall beteiligt gewesen sein soll, sei sein jüngerer Bruder als Organisator tätig gewesen. Er habe die Tat geplant und die Bande koordiniert, so der Staatsanwalt. Die Männer sprechen kein deutsch, sind vor Gericht auf eine Dolmetscherin angewiesen. Zuletzt hätten sie laut Eigenangaben gemeinsam ein Haus in einem kleinen Ort in Rumänien bewohnt. Ob sie sich im Prozess zur Sache einlassen werden, ist derzeit noch offen. Martin Gewehr, der Anwalt des 45-Jährigen, sagte: „Kann sein, dass eine kommt – aber wenn ich das richtig verstanden habe, keine geständige.“

Ein Geständnis gab es indes am Landgericht Mainz von einem mutmaßlichen Komplizen der Brüder. Der 47-Jährige räumte ein, an zwei Überfällen beteiligt gewesen zu sein: in Remagen und zwei Tage zuvor in Nieder-Olm. In der Kleinstadt bei Mainz brachen vier Räuber in das Haus eines Mannes ein, fesselten ihn mit Bettlaken, pressten ihm einen Schraubenzieher an den Hals und drohten: „Leise oder tot.“ Die Beute: 6000 Euro. Der 47-Jährige war bereits neun Jahre wegen versuchten Mordes im Ausland im Gefängnis. In Essen saß er wegen Diebstahls hinter Gittern.

Der Mainzer Prozess wird am 23. Mai fortgesetzt. Am Landgericht Koblenz geht das Verfahren gegen das Brüderpaar am 30. Mai weiter.

Von unserem Reporter Eugen Lambrecht

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