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Kreis Ahrweiler

Knatternde Motoren: Motocross- und Quadfahrer rasen unerlaubt durch den Wald (mit Video)

Die einen wollen jetzt im Frühjahr in den Wädlern des Ahrkreises die gute Luft und die Schönheiten der Natur genießen. Andere wieder sehen im Wald einen großen Freizeitpark, in dem man als Gegenentwurf zum ermüdenden Alltag Sport und Action erleben kann. Und dann gibt es da noch die Waldbesitzer, die überwiegend mit der Holzproduktion gute Erträge erwirtschaften wollen – eine Konfliktsituation, die immer wieder eskaliert.

Frische Quad- und Motorradspuren findet Förster Ebi immer öfter in seinem Wäldern.
Frische Quad- und Motorradspuren findet Förster Ebi immer öfter in seinem Wäldern.
Foto: Christian Koniecki

Von unserem Redakteur Christian Koniecki

Zum Beispiel rund um den Nürburgring: "Hier haben wir es in jüngster Zeit immer öfter mit Motocros- oder Quad-Fahrern zu tun, die unerlaubt durch den Wald fahren", weiß Dietmar Ebi, Revierförster im Forstamt Adenau. Zahlen dazu gibt es nicht, aber dem Förster begegnen in seinem Arbeitsalltag im Wald immer wieder motorisierten Zwei- und Vierräder, wo sie nichts zu suchen haben. Das befahren des Waldes mit motorisierten Gefährten ist nach dem Landeswaldgesetz verboten. Aber immer wieder gibt es Zeitgenossen, die sich nicht daran halten. Und das hinterlässt Spuren.

Ebi zeigt von einem Forstweg unweit der Nordschleife einen steilen Hang hinauf. Dort ist eine offenbar häufig benutzte Fahrstrecke zu erkennen, einige Spuren von grobstolligen Motocrossreifen scheinen noch recht frisch zu sein. An der Breite der Piste ist auch abzulesen, dass sie von vierrädrigen Quads benutzt wird. Im unteren Bereich der Hangstrecke ist die Spur vom Regen bereits deutlich ausgewaschen. Und Ebi zeigt auf die Wurzeln der Fichten, die aus der Erde herausschauen. An den Oberseiten sind sie wie abgewetzt: "Ein idealer Angriffspunkt für Baumpilze, die Fichten dann schädigen", sagt Ebi. "Hier, rund um die Nordschleife sind es überwiegend die Quads und Motocross-Motorräder – im Bereich des Denntals und rund um den Steinerberg dann mehr die Mountainbikes."

Auch Polizeihauptkommissar Gerd Knechtges von der Polizei Adenau bestätigt die Problematik. "Gerade jetzt im Frühjahr und vor allen an den Wochenenden werden immer wieder Motorradfahrer im Wald gemeldet", sagt er. Doch diesem Treiben ist auch vonseiten der Polizei kaum beizukommen. "Wenn wir über solche Vorgänge informiert werden, dauert es ja noch, bis unsere Beamten vor Ort sind. Bis dahin sind die in Regel längst über alle Berge."

Aber es gibt auch Ermittlungserfolge: "Manchmal haben wir Glück, wenn die Crossfaher auf Waldparkplätzen gerade ihre Maschinen auf- oder abladen", berichtet Knechtges. Denn die Polizei beobachtet immer wieder Gruppen, die auch aus dem weiteren Umland an den Ring kommen, um in dessen Umfeld auf unerlaubten Wegen kräftig Gas zu geben.

Bolko Haase, Leiter des Forstamts Ahrweiler,hat solche Probleme auch in seinem Forstamtsbezirk. Er appelliert aber an die Vernunft aller: "Wenn sich jeder bewusst ist, dass er im Wald nur Gast ist, Toleranz gegenüber anderen Waldbesuchern an den Tag legt und sich an die Regeln hält, dann ist schon viel gewonnen".

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