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    Kesselinger Wasserstreit: Harte Vorwürfe an die Politik

    Rund 100 Einwohner der Gemeinde Kesseling kamen zur Bürgerversammlung ins Gemeindehaus in Staffel. Sie alle wollten sich über die geplante Umstellung ihrer Trinkwasserlieferung aus dem bisherigen Gewinnungsgebiet in Weibern auf die Gewinnungsanlage in Kerpen/Nohn informieren und ihren Unmut über die Änderung kundtun.

    Übergabe der Unterschriften von Klaus Winkler (2.von links) und Franz-Josef Klapperich (3. von links) an Bürgermeister Achim Haag und Werkleiter Theo Waerder. Mit dabei Georg Knieps, Mitglied im Werksausschuss Wasserversorgung Eifel-Ahr.
    Übergabe der Unterschriften von Klaus Winkler (2.von links) und Franz-Josef Klapperich (3. von links) an Bürgermeister Achim Haag und Werkleiter Theo Waerder. Mit dabei Georg Knieps, Mitglied im Werksausschuss Wasserversorgung Eifel-Ahr.
    Foto: Ute Müller

    Das ab dem 1. Januar 2015 gelieferte Wasser hat einen Härtegrad von rund 16, das bisherige Wasser war mit einem Härtegrad von 5,5 deutlich weicher. Die Kesselinger Bürger fühlen sich von der Politik übergangen, bemängeln, im Vorfeld nicht informiert und gefragt worden zu sein und finden es nicht richtig, dass über ihre Köpfe hinweg eine für sie so elementare Entscheidung getroffen wurde.

    Verbandsgemeindebürgermeister Achim Haag, stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands, sowie Georg Knieps, Mitglied des Zweckverbands, stellten sich den Fragen der Bürger. Zunächst aber klärte Theo Waerder, Werkleiter des zuständigen Zweckverbandes Wasserversorgung Eifel-Ahr, die Bürger über die Hintergründe des Wechsels auf: "Ende 2014 endet der Vertrag mit dem bisherigen Wasserlieferanten, dem Zweckverband Maifeld-Eifel", so der Werkleiter zu den Hintergründen. Ab 2015 sollte sich der Kubikmeterpreis, der bisher bei 68 Cent lag, auf 1,17 Euro erhöhen. "Diese enorme Preissteigerung hätte von den Bürgern erst erwirtschaftet werden müssen."

    Bisher versorgt der Zweckverband Eifel-Ahr bereits rund 80 Prozent der Kunden mit Wasser aus der Nohner Quelle, und auch die Kesselinger Bürger sollen mit diesem, laut Waerder, einwandfreien wenn auch härterem Wasser versorgt werden. Doch das wollen die Bürger so nicht hinnehmen. Sie befürchten Kalkschäden an Heizungsanlagen und Waschmaschinen und sehen Mehrkosten durch Entkalkungsanlagen auf sich zukommen. Richtig enttäuscht und erbost sind sie aber über die Vorgehensweise der Politiker, über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden, keine Informationen zu liefern und die Bürger nicht nach ihrer Meinung zu fragen. "Es ist eine Unverschämtheit, dass sie erst jetzt hier Rede und Antwort stehen, jetzt, wo die Tinte unter dem neuen Vertrag schon lange getrocknet ist", so der allgemeine Tenor. "Wir zahlen den höchsten Wasserpreis in ganz Rheinland-Pfalz, haben uns aber darüber nie beschwert. Wir würden auch noch mehr bezahlen, wenn wir unser gutes weiches Wasser behalten könnten. Sie aber haben uns nie gefragt, uns nie informiert und einfach über unsere Köpfe hinweg entschieden."

    Während Theo Waerder bemüht war, in ruhiger Manier Rede und Antwort zu stehen, obwohl er als Werkleiter bei der eigentlichen Entscheidungsfindung nicht beteiligt war, hielt sich Verbandsgemeindebürgermeister Achim Haag während der Diskussion relativ zurück. "Ich nehme die Kritik sehr ernst und gebe zu, dass ich das Problem vielleicht zu sehr aus juristischer Sicht gesehen und es unterschätz habe", räumte er als stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbandes ein. Er wolle aber ehrlich sein und könne den Bürgern eigentlich keine Hoffnung machen, ihr altes Wasser wiederzubekommen. "Das wird aus juristischer Sicht nicht gehen."

    Haag will aber auf jeden Fall bei der kommenden Sitzung des Zweckverbands die Problematik noch einmal auf die Tagesordnung setzen und damit zur Diskussion stellen. Damit wollen sich die Einwohner Kesselings aber nicht zufriedengeben. Die schon im Vorfeld von Franz-Josef Klapperich gegründete Bürgerinitiative überreichte Haag zunächst eine Unterschriftenliste mit rund 340 Unterzeichnern, die sich alle gegen die neue Wasserregelung aussprachen. Zudem kündigten die Bürger an, sich weiter gegen die geplante Umstellung zu wehren. Sie wollen sich nun an Landrat Jürgen Pföhler wenden, der als Vorsitzender des Zweckverbands letztlich verantwortlich ist.

    Von unserer Mitarbeiterin Ute Müller

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