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Kreis Ahrweiler

Karneval: Wenn Alkohol fließt und Fäuste fliegen

Während der Karnevalsumzüge feierten die Narren im Kreis Ahrweiler friedlich. In den Stunden danach aber flogen hier und da die Fäuste – etwa an den Brennpunkten am Bad Neuenahrer Bahnhof und am Glaspalast Oberwinter. Bei fast allen Schlägereien war sehr viel Alkohol im Spiel, häufig ging es um Frauen, mehrfach wurden Polizisten angepöbelt und angegriffen.

Viele junge Leute, viel Alkohol: An Karneval müssen Polizisten immer wieder Schlägereien schlichten.
Viele junge Leute, viel Alkohol: An Karneval müssen Polizisten immer wieder Schlägereien schlichten.
Foto: Sascha Ditscher

Frank Hitzelberger, stellvertretender Leiter der Kreisstadt-Polizei, sagt: „An Karneval kommt es immer zu deutlich mehr Körperverletzungen als sonst.“ Viele (junge) Leute auf einem Fleck, sehr viele davon (stark) betrunken, da bleiben Schlägereien nicht aus. Glücklicherweise sei niemand schwer verletzt worden. Dazu kommt, dass auch die Geschädigten meist betrunken und hochemotional sind. Sodass die Taten im Nachhinein oft weniger schlimm sind als zunächst beschrieben.

Ein Brennpunkt ist das Festzelt am Bad Neuenahrer Bahnhof. Hier war die Polizei verstärkt präsent. Hier ist in der Nacht zum Sonntag ein 13-Jähriger zusammengeschlagen worden, von bis zu fünf jungen Männern (wir berichteten). Es soll um Drogen und um Geld gegangen sein. Wer wem was schuldete, ist noch unklar, sagt Hitzelberger. Es hat sich aber herausgestellt, dass der 13-Jährige der Polizei gut bekannt ist. Gegen den mutmaßlichen Haupttäter (16) und seine Kumpanen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Auch in Bad Neuenahr, diesmal in einer Gaststätte, hat am Sonntagmorgen eine 59-Jährige Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Sie war so stark betrunken, dass sie noch sprechen, aber nichts mehr sagen konnte, was halbwegs Sinn ergab. Der Wirt der Gaststätte hat die Lage nun aufgeklärt: Demnach ist gar nichts passiert.

Was laut Polizeihauptkommissar Hitzelberger immer häufiger vorkommt, sind Beleidigungen und Attacken gegen Polizisten: „Die Kollegen brauchen ein dickes Fell. Wir versuchen, die Fälle möglichst kommunikativ zu regeln.“ Klappt das nicht, kommen die Täter in Gewahrsam. Wie am Sonntagnachmittag in Ahrweiler. Da randalierte ein 18-Jähriger, der zuvor in kurzer Zeit eine Flasche Hochprozentigen geleert hatte. Der junge Mann, ein guter und verlässlicher Kunde der Kreisstadt-Polizei, akzeptierte den Platzverweis der Beamten nicht und wurde acht Stunden in eine Ausnüchterungszelle gesperrt.

Im Bereich der Remagener Polizei gab es am Montag am Oberwinterer Glaspalast mehrere Körperverletzungen. Auch hier war der Umzug längst vorbei und sehr viel Alkohol im Spiel (zwischen ein und drei Promille). In der Hauptstraße artete um 18.30 Uhr ein Wortgefecht unter Arbeitskollegen in einen handfesten Streit aus.

Zur selben Zeit stritten sich in der Pfarrer-Sachse-Straße ein Mann und eine Frau. Ein anderer Mann mischte sich ein und bekam – wie die Frau – Schläge ab. Um 20.30 Uhr rief die Security am Glaspalast die Polizei, weil sie eine Gruppe junger Männer aus der Halle schmeißen wollte, die aber lieber bleiben wollten. Als die Beamten eintrafen, waren die Männer weg.

Um 23.40 Uhr prügelten und traten zwei 20-Jährige am Bahnhof aufeinander ein – offenbar der aktuelle und der ehemalige Freund einer jungen Dame. In Niederzissen gerieten um 1.30 Uhr zwei stark betrunkene Männer aneinander, die auf dem Heimweg noch Tritte und Faustschläge austauschen mussten.

Auch diese Schlägereien sind glimpflich abgelaufen, wie Heinrich Klar, stellvertretender Leiter der Remagener Polizei, sagt. Es gab keine Schwerverletzten. Auch seine Kollegen und er haben verstärkt Übergriffe und Beleidigungen einstecken müssen, „deutlich mehr als früher“.

In Remagen hat am Samstag ein 27-Jähriger einen Polizisten in den Unterleib getreten. Zuvor hatte er Gäste einer Veranstaltung angepöbelt, ein Hausverbot aber nicht akzeptieren wollen. Der Polizist wurde leicht verletzt, konnte aber weiter arbeiten – und sich um die nächsten betrunkenen Chaoten kümmern.

Einige davon setzten sich später noch ans Steuer. Auch das ist ein Phänomen, das verstärkt an Karneval auftritt: Betrunkene, die meinen, noch Auto fahren zu können, dann aber von der Polizei aus dem Verkehr gezogen werden, bevor sie größere Schäden anrichten.

Die Adenauer Polizei hat gezielt Hallen und Gaststätten angesteuert, wie deren Leiter Heiko Schmitz sagt. Er hat keine Übergriffe gegen Beamte festgestellt, und besonders Rosenmontag verlief sehr ruhig.

Anders war das am Wochenende, als in Kesseling mehrere Personen aufeinander einschlugen. In Reifferscheid zerstörten zwei Männer bei ihrer Schlägerei diverse Einrichtungsgegenstände. Auch hier war immer sehr viel Alkohol im Spiel.

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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