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Kreis Ahrweiler

Kaltenborn oder die Hohe Acht: Wo im Kreis Ahrweiler ist es am kältesten?

Christian Koniecki

Es ist kalt geworden. Überall im Ahrkreis. Doch wo frieren die Menschen am meisten? Wir haben uns auf Spurensuche begeben und nicht nur Wetterexperten gefragt, wo der kälteste Ort des Kreises liegt. Die Lösung zu finden war gar nicht so leicht – dabei wäre die Antwort doch denkbar naheliegend gewesen. Ein Ortsname gibt schließlich einen unübersehbaren Hinweis.

In Kaltenborn ist der Name Programm: Dort dürfte sich eine der kältesten Ecken im Kreis Ahrweiler befinden An diesem Wochenende kann hier vielleicht schon der Schlitten zum Einsatz kommen. Und auch die Chance auf weiße Weihnacht steht dort besonders gut.
In Kaltenborn ist der Name Programm: Dort dürfte sich eine der kältesten Ecken im Kreis Ahrweiler befinden An diesem Wochenende kann hier vielleicht schon der Schlitten zum Einsatz kommen. Und auch die Chance auf weiße Weihnacht steht dort besonders gut.
Foto: Christian Koniecki

Eigentlich müssten das die Wetterexperten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) aus dem Effeff wissen. „Oh, das ist gar nicht so einfach zu sagen“, entfährt es aber dem Diplom-Meteorologen Thomas Kesseler-Lauterkorn. Der stellvertretende Leiter des regionalen Klimabüros in Essen kann nur raten. „Zunächst einmal natürlich die höchsten Lagen der Eifel, bei ihnen im Kreisgebiet also die Hohe Acht.“, erklärt er ebenso selbstsicher wie unkonkret. „Bei den nächtlichen Tiefstwerten besonders nach klaren Nächten weisen aber nicht unbedingt die Gipfellagen die niedrigsten Temperaturen auf, sondern am ehesten hochgelegene Tal- und Muldenlagen, in denen sich die Kaltluft sammeln kann. In solchen Lagen ist je nach Wettersituation durchaus auch Anfang Juni noch Luftfrost möglich.“

Haben Sie einen Tipp?
Vielleicht hat ja einer unserer Leser eine heiße Spur zum kältesten Ort im Kreis. Für Hinweise an die E-Mail-Adresse bad-neuenahr@rhein-zeitung.net unter dem Stichwort „Kälte“ ist die Redaktion dankbar. Antworten wie „… in unserer Tiefkühltruhe ganz unten …“ werden allerdings abgelehnt.

Und wo genau ist das jetzt? „,Kalte Ecken‘ sind wohl so rund um die Hohe Acht, den Nürburgring und im Gebiet rund um den Aremberg zu finden. Der Ortsname Kaltenborn kommt sicher nicht von ungefähr …“, orakelt der Essener Meteorologe nach dem Blick auf die Landkarte. Gibt es denn beim DWD keine hoch technisierten mathematischen Computermodelle, auf denen der Kreis Ahrweiler erfasst ist? Da muss Kesseler-Lauterkorn in Essen passen. Vielleicht weiß der Experte vor Ort ja mehr?

Anruf bei der Wetterstation in Barweiler, die zum Glück derzeit noch mit Personal besetzt ist (ab Jahresende übernehmen Computer). Bruno Heller bringt die Frage nach dem kältesten Ort im Ahrkreis ins Grübeln: „Das kann ich Ihnen von hier aus nicht so genau sagen.“ Keine flächendeckenden Messdaten, so auch seine Erklärung. Aber mit der Erfahrung und Ortskenntnis eines alteingesessenen Eiflers müsste er doch einen Tipp haben. „Tja, ich könnte mir vorstellen, dass es vielleicht im engen und schattigen Kesselinger Tal am kältesten ist.“

Rätselraten bei den Experten – das liegt auch daran, dass es auf 800 Ahrkreis-Quadratkilometern lediglich zwei offizielle DWD-Thermometer gibt: in der Messstation Nürburg-Barweiler auf 485 Metern Höhe und der Messstation Bad Neuenahr-Ahrweiler auf 111 Metern. Und da sind, wenn man sich einmal die Messreihen für das laufende Jahr bezüglich der Tiefsttemperaturen anschaut, die Unterschiede erstaunlich gering. Kälterekord Barweiler 2017 (bisher): 11,6 Grad am 6. Januar, 2017er-Kälterekord Ahrweiler: -10,1 Grad am 1. Januar.

Aber wo ist es denn nun am kältesten? Vielleicht wissen die Damen und Herren der Straßenmeistereien Bescheid – die müssen es schließlich ausbaden. Die verweisen auf Strecken neben Flüssen und Bächen sowie in Höhenlagen, die für Reifglätte anfällig sind. „Für den Bereich des Kreises Ahrweiler können hierzu als Beispiel insbesondere die Bereiche um Adenau/Kempenich sowie rund um den Nürburgring (Hohe Acht) genannt werden“, antwortet der Landesbetrieb Mobilität.

Die Spurensuche scheint sich also zu verdichten auf die Hohe Acht (Berggipfel) und Adenau/Kempenich (hoch gelegene Tallage). Sind das die kältesten Orte im Kreis Ahrweiler? Vielen mag das allerdings komplett egal sein, weil es ihnen beim morgendlichen Schritt vor die Haustür in diesen Tagen sowieso schon viel zu kalt ist. Egal in welchem Ort.

Winterwetter im Kreis Ahrweiler: An diesem Wochenende könnte es Schnee geben

Kreis Ahrweiler. Uferlichter in Bad Neuenahr, die drei Weihnachtsmärkte am Rhein, der Lucia-Markt in Rech: An diesem zweiten Adventswochenende buhlen überall im Kreisgebiet große und kleine vorweihnachtliche Veranstaltungen um die Gunst der Besucher. Die meisten davon unter freiem Himmel. Und der soll sich den Prognosen nach nicht gerade gemütlich präsentieren. Dafür sind die Aussichten für eine weiße Weihnacht gar nicht so schlecht.

An Schnee gewöhnen können sich Winterfans vermutlich auch schon an diesem Wochenende: Es soll nämlich sogar am Rhein winterlich weiß werden. Darauf legt sich Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt vom Vorhersagedienst Wetterkontor fest. „Schneeschauer bis in die tiefen Lagen lassen wenigstens örtlich und kurzfristig überall eine Schneedecke erwarten. In den höheren Bereichen der Eifel kann die Schneedecke dann sogar hier und da für eine erste Rodelpartie ausreichen.“

Getrübt wird die weiße Winterfreude allerdings durch den strammen Wind am gesamten Wochenende und den voraussichtlich nasskalten Samstag mit Schneeregen- und Graupelschauern. „Das dürfte den Weihnachtsmarktbesuch eher weniger gemütlich machen“, fürchtet der Meteorologe.

Was am Glühweinstand einfach nur ungemütlich ist, kann auf den Straßen richtig gefährlich werden. Das wollen die 21 Straßenwärter der Straßenmeisterei Sinzig, die für insgesamt 110 Kilometer Bundesstraßen, 130 Kilometer Landesstraßen und 67 Kilometer Kreisstraßen im gesamten Kreisgebiet zuständig sind, möglichst verhindern. Je nach Wetterlage können von zwei bis zu acht Fahrzeuge (sieben Lkw und ein Unimog) nach festgelegten Routen eingesetzt werden. Die Mitarbeiter werden rechtzeitig in Bereitschaft versetzt – immer abhängig vom Wetterbericht des Vortages. Während der Kontrollfahrt mit zwei Fahrzeugen, die um 2.30 Uhr beginnt, wird dann entschieden, ob noch weitere Fahrzeuge für den Winterdienst benötigt werden.

Neben dem Standort Sinzig kann auf den Stützpunkten Ramersbach, Rodder und Altenahr Salz und Sole für die Streufahrzeuge zugeladen werden. Das Fassungsvermögen aller Salzhallen im Bereich der Straßenmeisterei Sinzig beträgt rund 2000 Tonnen Streusalz, erklärt der Landesbetrieb Mobilität in Koblenz. Auf dem Stützpunkt in Ramersbach ist außerdem noch eine Schneeschleuder zum Anbau an den Unimog stationiert, die Schneeverwehungen effektiv wegräumen kann. In der Regel liegen die Einsatzzeiten der Schneeräumer auch am Wochenende zwischen 3 und 22 Uhr.

An diesem Wochenende können sich also alle Kreisbewohner auf die weiße Pracht freuen. Doch wie sieht es mit der viel beschworenen „weißen Weihnacht“ aus, von der so viele träumen? „Was wir jetzt schon einigermaßen sicher sagen können, ist, dass zur Monatsmitte eine kältere Wetterphase zu erwarten ist“, meint Wetterkundler Schmidt. „Ob das allerdings bis zu den Weihnachtstagen anhält, kann ich jetzt noch nicht seriös versprechen.“ Die Chance auf eine weiße Weihnacht 2017 in der Eifel und vielleicht sogar an Ahr und Rhein sieht der Meteorologe jedoch noch durchaus gegeben.

Von unserem Redakteur Christian Koniecki

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