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Sinzig

Jugend setzt in Sinzig Zeichen gegen Rechts

Unter dem Motto „Für Toleranz und Vielfalt“ stand die Podiumsdiskussion im Jugendzentrum HoT mit Vertretern von Jugendorganisationen und Parteiennachwuchs. Gerade angesichts der wiederholten Nazi-Aufmärsche in Remagen und der Gegenkundgebung gegen das sogenannte „braune Haus“ der Neonazis in Bad Neuenahr am 24. März hatte das Thema große Aktualität.

Sinzig – Unter dem Motto „Für Toleranz und Vielfalt“ stand die Podiumsdiskussion im Jugendzentrum HoT mit Vertretern von Jugendorganisationen und Parteiennachwuchs. Gerade angesichts der wiederholten Nazi-Aufmärsche in Remagen und der Gegenkundgebung gegen das sogenannte „braune Haus“ der Neonazis in Bad Neuenahr am 24. März hatte das Thema große Aktualität.

Das Thema Rechtsextremismus beschäftgt die Jugendlichen. Im Sinziger HoT hatten sie Gelegenheit, ihre Sorgen los zu werden und Meinungen auszutauschen: 
„Keinesfalls hinnehmbar ist die Geschichtsverdrehung des rechten Aktionsbündnisses Mittelrhein, das versucht, mit seiner als Trauermarsch deklarierten Demonstration mit dem Leid der deutschen Kriegsgefangenen und deren Anverwandten im Rheinwiesenlager die Bevölkerung zu ködern für eine menschenverachtende und demokratiefeindliche Gesinnung“, sagte Jan Stich, Sprecher der Landesjugend von Bündnis 90/Grüne. Nicht anders als mit Aufklärung, interkulturellem beständigem Dialog und einem klaren Bekenntnis der Bevölkerung, dass Nazis nicht erwünscht sind, sei dem zu begegnen.


„In Dresden hat man weitere Naziaufmärsche nur deshalb vermieden, weil denen durch vehemente Sitzblockaden und eindeutige Signale der Menschen die Lust vergangen ist“, äußerte sich René Schneider von der Linksjugend Koblenz. Deshalb sei es auch wichtig, am 24. März eine Kundgebung direkt vor dem „braunen Haus“ zu veranstalten, wo laut Verfassungsschutz 14 Nationalsozialisten ihren festen Treffpunkt haben. „Das ganze hat eine andere Qualität erreicht. Sobald etwa eine Jugendorganisation wie etwa die Jusos gegen die Rechten vorgeht, hagelt es Drohungen, werden Reifen zerstochen und sind die Akteure anderen schwer verfolgbaren Repressalien ausgesetzt. Die sind hochgefährlich und organisieren sich zunehmend “, stellte Felix Posselt von den Jusos im Kreis Ahrweiler fest. „Nachdem das Aktionsbündnis Mittelrhein im Vorfeld des Naziaufmarsches in Remagen die Martinsfeuer von Ahrweiler missbraucht hat, merkt man, dass auch die Bevölkerung jetzt registriert, wer hier versucht Fuß zu fassen. Wichtig ist, dass klare Zeichen aus der Region kommen “, ergänzte sein Kollege Tobias Paetz. „Wenn vor allem Jugendlichen nahegebracht wird, die Mechanismen des Nationalsozialismus zu verstehen, werden sie sensibler und wacher gegenüber Situationen, in denen erkennbar manipuliert wird“, betonte Dr. Gernot Reipen von den Piraten im Kreis Ahrweiler.

„Ich finde es wichtiger, jemandem die Hand aufzuhalten, als ihm die Stirn zu bieten“, bemerkte ein türkischstämmiger Besucher. „Viel wichtiger ist, soziale Gerechtigkeit und Freundschaft unter den Völkern innerhalb des Landes zu forcieren“, befand auch Diana Hutchinson als Vertreterin von verdi Hagen. „Die Jugendlichen haben keine Großeltern mehr, die den Krieg erlebt haben, deshalb muss das Thema weiter im Auge behalten werden“, beschreibt Paul Hilger vom HoT seine Intention, die Gesprächsrunde zu veranstalten. ith

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