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    Bad Neuenahr-Ahrweiler

    Jet-Power-Messe: Gewagte Flugmanöver über der Bengener Heide

    Die Jet-Power-Messe – sie ist die weltweit größte Schau für Jetmodelle und alles, was das Herz des Bastlers begehrt. Das stellten die Besucher des Flugplatzes auf der Bengener Heide am Wochenende fest. Weit mehr als geschätzt bis zu 20.0000 Gäste waren es, die das Gelände rund um den kleinen Flugplatz zu einem riesigen Parkplatz machten. Was es dann da auf dem Messegelände zu sehen gab, das sprengte alle Vorstellungen.

    Dieser Jetwurde nicht zum Start gerollt, sondern getragen. Foto: Jochen Tarrach
    Dieser Jetwurde nicht zum Start gerollt, sondern getragen.
    Foto: Jochen Tarrach

    Besonders die Nonstop-Flugschau von nicht weniger als 184 lizenzierten Modellpiloten, die vor der fast wie bestellt wirkenden Kulisse von mächtigen Wolken ihre kleinen Flitzer mit weit mehr als 100 km/h zu gewagten Flugmanövern in den Himmel schießen ließen, beeindruckte die Gäste. Rund 130 Aussteller aus 18 Ländern von China über Europa bis nach Amerika in den beiden großen Messezelten und rundherum all das, was ein Fest für die ganze Familie ausmacht – Träume inbegriffen. Und diese Träume, die konnten schon manchmal so richtig ins Geld gehen, denn Einzelteile oder gar ganze Flugzeugmodelle konnten durchaus einmal bis zu 45.000 Euro kosten. Ein echter Exot war dagegen ein schicker kleiner Dreidecker als Holz, den Norbert Trost aus Hamburg für acht Euro zum Verkauf anbot.

    Eine Augenweide ganz anderer Art gab es am Samstag zur Eröffnung zu sehen. Organisator Winfried Ohlgart aus Rheinbach hatte alle Weinköniginnen entlang der Ahr zu einem Rundgang eingeladen und so viel Liebreiz, das war ein besonderer Hingucker für die Gäste und eine tolle Werbung für die Ahrregion. Besondere Hingucker, das waren aber auch die großen Modelle, wie die mächtige, mit vier Propellern ausgestattete amerikanische Super Constellation von Lockheed. In der Hauptversion wurde sie von 1951 bis 1958 gebaut und von Trans World Airlines und auch der Lufthansa geflogen. Oder die AB 11 von Airbus mit Kennzeichnung der Swiss Air, eine russische Iljuschin oder die bekannte Boeing 707 mit ihren vier Triebwerken.

    Da wurden bei den Zuschauern so schon mal Sehnsüchte nach Flügen in die weite Welt wach. Ähnliche Gefühle erzeugten aber auch die vielen kleineren Modelle, wie zum Beispiel die Segelflugzeuge. Ganz besonders beeindruckend wurde es, als am Abend ganze Serien von Modellen starteten und zur Beleuchtung eines Feuerwerks über die Bengener Heide schossen.

    Zum 15. Mal fand die Jet-Power-Messe nun schon in Bad Neuenahr statt und hat den Kurort zu einem Mekka der Modellfliegerei gemacht. Stadt und Ahrtaltourismus wissen das zu schätzen, denn Gäste aus aller Welt kommen und lernen so auch die Urlaubsregion kennen.

    Wie sich jetzt herausstellte, wird Veranstalter Winfried Ohlgart aus Rheinbach die Messe auch in den kommenden Jahren in der Kreisstadt organisieren. Anfang September hatte Ohlgart noch bekannt gegeben, dass er sich dessen nicht sicher sei, da er mit der Fachabteilung des Landesbetriebes Mobilität (LBM) in Hahn zu kämpfen hatte. Die Probleme seien inzwischen aber gelöst, so Ohlgart.

    Von unserem Mitarbeiter
    Jochen Tarrach

    Modellbauer schweben im siebten Himmel

    Bad Neuenahr. Natürlich konnte man sich bei der 15. Jet-Power-Messe auf der Bengener Heide ein tolles Flugmodell mit Triebwerken und Funkempfänger gleich komplett fertig kaufen. Aber das ist es ja nicht, was der eigentliche Modellbauer möchte.

    Das Fliegen ist nur noch das Sahnehäubchen obendrauf, denn die meiste Freude bereitet noch immer der Zusammenbau des Modells. Und dann diese unbeschreibliche Spannung, ob auch alles reibungslos funktioniert. Und da ja alles genau den realen Vorbildern gleichen soll, besteht so ein Modell, wie zum Beispiel die fast fünf Meter große Lockheed Super Constellation, aus mehreren Zehntausend Einzelteilen. Die Propeller sollen sich natürlich drehen, das Fahrwerk wie echt einfahren und die Fahrwerksklappen schließen, die Seiten- und Höhenruder das Modell in die richtige Richtung lenken und das alles soll von kleinsten Motoren bewegt werden. Dazu die Funkeinrichtung und vor allem der Flugzeugkörper selbst mit Flügeln, Spanten und Stabilisatoren. Selbst das zu verwendende Material reicht von Holz bis zu Hightech-Karbon-Platten. All diese Teile müssen sorgfältig einzeln ausgewählt und beim preisgünstigsten Anbieter erstanden werden. Das dauert und erfordert natürlich viel Geduld.

    So ist die dreitägige Jet-Power-Messe genau genommen für den Modellbaufreund viel zu kurz. Angeboten wird alles, und zwar von Herstellern aus all den Ländern, in denen sich Modelle in den Himmel erheben, aber hier das genau Passende zu finden, das ist nicht einfach und eben zeitaufwendig. So entstehen regelmäßig an den Verkaufsständen in den Messezelten dichtes Gedränge und Geschubse.

    Dazu kommen noch Sprachschwierigkeiten, denn ein Chinese als Anbieter spricht nun mal kein reines Englisch oder Deutsch. Aber genau diese Atmosphäre ist es, die die Jet-Power so fantastisch macht. Und immer wieder diese Ablenkungen, wenn grade das Traummodell auf der Flugfläche vorgeführt wird. Gäbe es die Jet-Power nicht, man müsste sie erfinden.

    Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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