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    Im Wald bei Ahrbrück: Wo Göring zur Jagd ging

    Das Waldgebiet zwischen dem heutigen Ahrbrück und der Hohen Acht - übrigens immer noch das größte zusammenhängende Waldgrundstück in der gesamten Eifel - war einst das Jagdrevier von „Reichsjägermeister" Hermann Göring, hinter Hitler lange Zeit der Zweite Mann im Dritten Reich. 

    Reichsmarschall Hermann Göring 1945 nach seiner Gefangennahme durch die Amerikaner. Foto: dpa
    Reichsmarschall Hermann Göring 1945 nach seiner Gefangennahme durch die Amerikaner.
    Foto: dpa

    Aber es war wohl nicht dieser Tatsache geschuldet, dass das Gebiet im Kesselinger Tal noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zum riesigen Luftwaffenübungsplatz Ahrbrück umfunktioniert wurde. Erst entvölkert, nach dem Krieg dann wiederbesiedelt: Dieses Schicksal ereilte neben anderen Orten auch das Dorf Denn, das genau da lag, wo heute Ahrbrück zu finden ist. Bereits 1934 wurde das Militär auf das Gebiet aufmerksam. Die Einrichtung einer Segelflugschule im hoch gelegenen Fronrath war im Gespräch. Doch es kam anders: Die Luftwaffe selbst sollte auf dem Areal einen Übungsplatz erhalten - ungeachtet der Konsequenzen für die Menschen, die dort wohnten. Als Chef der Luftwaffe schrieb Hermann Göring im Mai 1937 an den damaligen Bischof von Trier, Franz Rudolf Bornewasser: „Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass die Bewohner des für den Luftwaffenübungsplatz benötigten Geländes umgesiedelt werden."

    Die Reichsumsiedlungsgesellschaft richtete Mitte 1937 in Ahrweiler eine Zweigstelle ein und begann mit dem Ankauf der Grundstücke und der Räumung der Dörfer. Für den Ankauf der Ländereien (rund 10.000 Hektar) sowie der Gebäude wurden rund 3000 Kaufverträge im Gesamtwert von 13 Millionen Reichsmark abgeschlossen. Von der Räumung betroffen waren die Dörfer Denn, Weidenbach, Herschbach, Fronrath, Cassel und Watzel, Nieder- und Oberheckenbach, Lederbach, Blasweiler, Beilstein und Kaltenborn. 400 Familien mit mehr als 2200 Personen verloren ihr Zuhause. In Denn, das als erstes Dorf geräumt und am 1. März 1938 an die Luftwaffe übergeben worden war, wurde die Kommandantur des Luftwaffenübungsplatzes Ahrbrück angesiedelt.

    Davon zeugen noch heute das Militärkasino und einige Baracken. Nach Kriegsende wurde das Gebiet vom Generalgouverneur von Rheinland-Nassau als Jagdrevier genutzt, 1946 zur Wiederbesiedlung freigegeben. Doch von den ehemaligen Bewohnern der Dörfer meldeten sich nur wenige für eine Rücksiedlung. Schließlich waren es ermländische Bauernfamilien, die nach der Flucht über Pommern und Mecklenburg bis Schleswig-Holstein auf dem ehemaligen Luftwaffenstützpunkt einen Neuanfang wagen wollten. peo

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