40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Hebammen für Nachsorge verzweifelt gesucht
  • Aus unserem Archiv
    Kreis Ahrweiler

    Hebammen für Nachsorge verzweifelt gesucht

    Im gesamten Kreis Ahrweiler gibt es keine Hebamme mehr, die bereit wäre, eine Hausgeburt zu begleiten. Werdende Mütter, die nicht im Krankenhaus entbinden wollen, können ihr Kind in einem Geburtshaus zur Welt bringen.

    Sind Hebammen vom Aussterben bedroht? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Frauenforum im Neuenahrer Mehrgenerationenhaus.
    Sind Hebammen vom Aussterben bedroht? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Frauenforum im Neuenahrer Mehrgenerationenhaus.
    Foto: picture alliance

    Dafür müssen sie allerdings mindestens bis Bonn reisen. Aber auch für junge Mütter, die ihr Kind im Krankenhaus zur Welt bringen, wird es immer schwieriger, eine Hebamme für die Nachsorge daheim zu finden.

    Sind Hebammen vom Aussterben bedroht? Dieser Frage ging die jüngste Informationsveranstaltung des 2007 gegründeten überparteilichen Frauenforums im Mehrgenerationenhaus in Bad Neuenahr nach. "Es ist nicht egal, wie wir geboren werden", so das Motto des Abends.

    Referentin Elke Dickmann-Löffler vom Vorstand Netzwerk Geburtshäuser, machte klar, dass die viel diskutierte drastische Erhöhung der Haftpflichtprämien nur die Spitze des Eisbergs sei, wenn man über die momentane Problematik des Hebammenberufes spricht. Die Arbeit werde schlecht bezahlt, die Verantwortung sei groß und die Betreuung von Schwangeren und jungen Müttern zeitintensiv. Die Gesellschaft und die Einstellung zum Gebären haben sich verändert. Fast alle Frauen bringen ihre Kinder heute im Krankenhaus zur Welt. Immer häufiger per Kaiserschnitt. "Hebammen dürfen nicht aussterben, denn damit verschwände auch die Geburts-Vor- und -Nachsorge", warnte Dickmann-Löffler.

    Andrea Mausberg aus der Kreisstadt, seit über 20 Jahren Hebamme, bestätigte die Ausführungen der Referentin. Als freiberufliche Hebamme ist sie im Kreis Ahrweiler aktiv. Obwohl sie keine Geburtshilfe anbietet, ist auch für sie der Haftpflichtbeitrag um 25 Prozent gestiegen. Doch die Pauschalen blieben unverändert. Mit 6,53 Euro für eine Telefonberatung und 31 Euro für einen Wochenbettbesuch bei Mutter und Kind wird man nicht reich. "Hebamme wird man nicht wegen des Geldes. Man erlebt mit jedem Kind immer wieder ein Wunder." Mausberg liebt ihren Beruf. "Ich würde fast sagen: Nicht ich habe den Beruf gewählt, sondern er hat mich gefunden." Geburtshilfe leistet sie nur noch während ihrer Teilzeitarbeit in einer Kölner Klinik. Als Freiberuflerin kümmert sie sich um die Vor- und besonders um die Nachsorge. Denn Mutter und Kind werden inzwischen nach kurzer Zeit aus dem Hospital nach Hause entlassen. Dann sollte eine Hebamme als vertraute Ansprechpartnerin zur Stelle sein und regelmäßig Mutter und Kind besuchen.

    "Die Nachsorge ist sehr wichtig. Besonders beim ersten Baby haben die Mütter viele Fragen, sie brauchen jemanden, der ihnen hilft", weiß Mausberg aus langjähriger Erfahrung. Aber: "Die Nachfrage ist größer als das Angebot." Werdende Mütter müssen sich daher sehr früh, also schon in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft, um eine Hebamme bemühen, die nicht bereits ausgebucht ist.

    Hilfe für junge Mütter und Väter bietet im Kreis Ahrweiler die Caritas mit ihrem Programm der Familienhebamme an. Vorgestellt wurde das Angebot von Annemarie Hoffmann. Die Familienhebammen kommen zu der jungen Familie nach Hause und beraten die Eltern im Umgang mit dem Baby, bei Ernährung und Pflege, in Gesundheitsfragen und bei auftretenden Problemen wie häufigem Schreien. "Im Kreis Ahrweiler kann man im ersten Lebensjahr des Kindes die Familienhebamme insgesamt 24 Stunden in Anspruch nehmen", erklärte Hoffmann.

    Michaela Horn ist eine von zurzeit drei Familienhebammen im Kreis: "Ich helfe jungen Müttern dabei, die Lebensveränderung zu bewältigen. Besonders nach Mehrlingsgeburten ist das wichtig." Weitere Infos zu Familienhebammen bei der Caritas unter Telefon 02641/759 860

    Von unserer Mitarbeiterin Gabi Geller

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Donnerstag

    12°C - 20°C
    Freitag

    11°C - 18°C
    Samstag

    11°C - 17°C
    Sonntag

    9°C - 13°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach