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    Kreis Ahrweiler/Ringen

    Große Tauschaktion: Wie Kastanien sich in Goldbären verwandeln

    Zum ersten Mal wurde die Kastanientauschaktion der Firma Haribo statt wie bisher in Bonn am Standort im Innovationspark Rheinland in Grafschaft-Ringen veranstaltet.

    Am Donnerstagmorgen standen die Süßigkeitenfans in einer Schlange an, um ihre Kastanien und Eicheln bei Haribo einzutauschen.
    Am Donnerstagmorgen standen die Süßigkeitenfans in einer Schlange an, um ihre Kastanien und Eicheln bei Haribo einzutauschen.
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    Stolz legt Hendrik Thon eine Hand auf die große Sackkarre, die seine Mutter in Richtung ihres Autos schiebt. 14 Kilogramm Gummibärchen, das ist die fette Beute der Thons an diesem Tag. Die Familie aus Koblenz hatte in den vergangenen Wochen 140 Kilogramm Kastanien gesammelt, um sie bei der Tauschaktion der Firma Haribo im Innovationspark Rheinland in Kisten voller Weingummi aufzuwiegen.

    Natürlich waren sie am Donnerstag nicht die einzigen, die es auf das Gelände des Gummibärchenherstellers nach Grafschaft-Ringen zog. Am Donnerstagvormittag waren bereits 22 Tonnen Kastanien und rund 12 Tonnen Eicheln von fleißigen Sammlern in Süßigkeiten eingetauscht. Ein Großteil der Kastanien und Eicheln war bereits am Mittwoch zusammengekommen, als Schulen, Kindergärten und Vereine ihre gesammelten Vorräte eingetauscht hatten.

    Kleiner Wermutstropfen für Fans der Tauschaktion aus Nordrhein-Westfalen: Die Aktion liegt in diesem Jahr nicht in den NRW-Herbstferien, nur die Rheinland-Pfälzer haben schon schulfrei. „Deswegen hat die Aktion am Donnerstag auch bis 18 Uhr stattgefunden“, erklärt Unternehmenssprecher Sven Jacobsen. „So hatten die Schulkinder aus NRW auch die Möglichkeit, ihre Kastanien und Eicheln noch nach der Schule einzutauschen.“ Sonst war die Aktion an beiden Tagen um 16 Uhr beendet.

    Wie in den vergangenen Jahren in Bonn hatte sich bereits um 6 Uhr am Donnerstagmorgen eine lange Schlange vor dem Haribogelände gebildet. Weingummibegeisterte aus Leverkusen, Duisburg, Köln, Bonn, Koblenz und der Kreisstadt warteten geduldig darauf, an die Waage zu dürfen. Auffällig trotzdem: Viele Eltern und Großeltern kamen ohne Kinder oder Enkelkinder, weil die die Schulbank drücken mussten. Die morgendliche Schlange blieb nicht lange bestehen, denn die Abwicklung der Aktion erfolgte wesentlich schneller als noch am alten Standort. Statt einer waren dieses Mal zwei Kastanienwaagen in Betrieb und auch die Parksituation gestaltete sich wesentlich unproblematischer. „Als die Aktion noch in Bonn stattfand, haben sich regelmäßig Anwohner und benachbarte Geschäfte über das extreme Verkehrsaufkommen und die Parkplatzsituation beschwert“, erinnert sich Jacobsen. „In der Grafschaft ist das nun wesentlich entspannter.“

    Auch Hendrik Thon und seine Mutter Edith freuen sich, dass sie in diesem Jahr für den Jahresvorrat an Gummibärchen nicht lange anstehen mussten. „Wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen“, sagt die Koblenzerin. „Für die Kinder ist das immer ein riesen Spektakel.“

    Doch gerade die dürften auch ein wenig enttäuscht gewesen sein. Denn wegen des stürmischen Wetters konnte weder die Hüpfburg aufgebaut noch das Kinderschminken in den Pavillons stattfinden. So konnten die Jüngsten nur am Glücksrad drehen, auf einem Mini-Karussell ihre Runden drehen, Buttons herstellen oder den großen Plüschgoldbären knuddeln.

    Die Aktion war ursprünglich im Jahr 1936 von Hans Riegel Senior als Sammel- und Tauschspaß für Kinder aus der Nachbarschaft ins Leben gerufen worden. Die Waldfrüchte werden an Wildparks in Deutschland und Österreich als Winterfutter für das Wild verteilt. Darunter ist beispielsweise auch das Wildfreigehege Hellenthal.

    Wer seine gesammelten Kastanien und Eicheln noch eintauschen möchte, hat am Freitag, 6. Oktober, zwischen 7 und 16 Uhr auf dem Haribo-Gelände in Ringen noch die Möglichkeit dazu.

    Von unserer Reporterin Celina de Cuveland

    Miniermotte schmälert Kastanienausbeute

    Dass bei der Aktion in diesem Jahr wieder, wie in 2016, 209 Tonnen Kastanien und 54 Tonnen Eicheln zusammenkommen, bezweifelt Unternehmenssprecher Sven Jacobsen. Gründe dafür sind seiner Meinung nach nicht etwa der neue Standort oder der Termin außerhalb der Herbstferien NRWs. Die Miniermotte sei das Problem.

    „Sie hat 50 Prozent des Kastanienbestands hinweggerafft“, sagt er. „Deswegen werden wir in diesem Jahr zwar mehr Eicheln von den Sammlern bekommen, aber vermutlich weniger Kastanien als noch in den Vorjahren.“ Das mussten auch viele Sammler feststellen. So auch die Familie Heinzelmann aus Alzey. Sie musste statt zwei Mal wie noch im Jahr 2016 in diesem Jahr ganze vier Mal in den Wald gehen, um die gleiche Menge Kastanien zu finden. dcc

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