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    Kreisstadt

    Gipfel: Bad Neuenahr schlägt die Hauptstadt

    Es sind vor allem Absperrgitter, die für die Bad Neuenahrer vom G 20-Gipfel fassbar sind. Absperrgitter und Umleitungen. Noch bis Freitag ist das Zentrum der Kurstadt Hochsicherheitszone, gesichert von Hundertschaften der Polizei, die sich aber im Hintergrund hält. Am Donnerstagmorgen hat es offiziell begonnen, das Treffen der Arbeits- und Beschäftigungsminister der 20 führenden Industriestaaten und Schwellenländern im Kursaal von Bad Neuenahr, der schon vieles erlebt hat. Aber noch keine Veranstaltung von diesem internationalen Format.

    Kurz nach acht Uhr morgens füllt sich die Terrasse des Steigenberger Hotels mit Angehörigen verschiedener Delegationen. Man frühstückt. Auf der Wiese zwischen Hotel und Kurhaus mühen sich unterdessen einige Männer in roter Arbeitskluft, hinter dem Podest für das geplante Gruppenbild die Fahnen der teilnehmenden Staaten in die Halterung zu manövrieren. Die kanadische Delegation steuert zielstrebig auf die Treppe zur Terrasse des Gartensaals zu. Ein Irrtum: Dort befindet sich lediglich das Pressezentrum, das rund 80 Journalisten – Fotografen, Kamerateams, schreibende Kollegen – zu betreuen hat. Für die Konferenzteilnehmer ist selbstverständlich der Haupteingang gedacht.

    Die Presse darf den Konferenzsaal etwa 15 Minuten vor Beginn der Sitzung betreten. Möglichkeit zu fotografieren, zu filmen, zu beobachten, wie Arbeitsministerin Andrea Nahles als Gastgeberin einzelne Konferenzteilnehmer begrüßt, derweil die Delegationen nach und nach ihre Plätze einnehmen: die Minister am runden Tisch, jeweils zwei Referenten an Tischen dahinter. Neben den G 20-Staaten ist auch der Senegal vertreten, ebenso sitzen Vertreter der EU, der Afrikanische Union und verschiedener internationaler Organisationen wie OECD, IWF und Weltbank mit am Tisch. Beliebtes Fotomotiv sind die Saudis, die mit ihrer typischen Kopfbedeckung (Kufiya) aus der Menge stechen. „Please take your Seats“ (Bitte nehmen Sie Platz), tönt es aus den Lautsprechern.

    Andrea Nahles eröffnet die Konferenz. „Ich freue mich sehr, dass ich Sie in Bad Neuenahr begrüßen darf – es muss ja nicht immer Berlin sein“, sagt die Ministerin. „Ich freue mich, dass der G 20-Gipfel in meiner Heimat stattfindet.“ Denn in der Nähe sei sie geboren, fügt die Andernacherin hinzu. Sie spricht Deutsch. Die Konferenzteilnehmer tragen Kopfhörer. Auf der Empore stehen 14 Dolmetscherkabinen, in denen Simultanübersetzer jetzt ordentlich zu tun bekommen. Kurz umreißt sie die Themen der Konferenz – Zukunft der Arbeit, Verbesserung der Qualität von Frauenerwerbstätigkeit, Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, Förderung nachhaltiger globaler Lieferketten –, bevor sie das Wort an ihren chinesischen Kollegen Yin Weimin als Co-Vorsitzenden der Konferenz übergibt. Der bedankt sich dafür, dass man hier in einem so schönen Saal zusammenkomme: „Das freut mich sehr“, sagt der Chinese.

    Nach dem Grußwort des Arbeitsministers Argentiniens, wo der nächste Gipfel stattfinden wird, kündigt Nahles eine Überraschung an: Vier weiterführende Schulen der Kreisstadt haben zu den Themen der Konferenz Videos produziert – „die Sichtweise derer, die in dieser Zukunft leben sollen, um die es hier geht“, sagt Nahles. Zu „We are the World“ nehmen die Schüler auf der Bühne Aufstellung. Für ihren Einsatz bedankt sich die Ministerin, dann heißt es „Film up“. Höflicher Applaus nach jedem Beitrag. Danach werden die Schüler zusammen mit der Presse aus dem Saal geschleust.

    Eine knappe halbe Stunde später stellen sich die Konferenzteilnehmer draußen auf dem Podest zum obligatorischen Familienbild auf. Erleichterung: Das Wetter hat gehalten. Sonst wäre das Foto im Kursaal gemacht worden. Anschließend verteilt Nahles Rucksäcke. In ihnen befinden sich Rotwein aus der Region, eine Flasche Heilwasser und ein Wanderführer. Doch zum Wandern wird nicht viel Zeit bleiben. Bis 17.30 Uhr dauert das Tagungsprogramm. Zum Abend hat Nahles ins Weingut Kloster Marienthal eingeladen, wo sie von Bürgermeister Guido Orthen und Ahrweinkönigin Theresa Ulrich begrüßt werden. „Die Menschen in unseren Ländern, insbesondere die Jugend, hoffen darauf, dass sie die Arbeitswelt von morgen gestalten – für eine faire und soziale Zukunft“, sagt Orthen und wünscht den Konferenzteilnehmern „gute Beratungen, die Vertiefung der Beziehungen zwischen unseren Völkern und einen schönen Aufenthalt in Bad Neuenahr-Ahrweiler“. Der heute am frühen Nachmittag allerdings schon beendet ist.

    Von unseren Reportern Frieder Bluhm und Celina de Cuveland

    Nahles erwartet hochspannende Beratungen

    Das Lob für den Veranstaltungsort gab es von Arbeitsministerin Andrea Nahles schon bevor die Konferenz überhaupt eröffnet war. „Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat hervorragende Arbeit geleistet. Wir können in einer guten Atmosphäre beraten.“ Und die sei wichtig, sagt Nahles.

    Sie erwartet hochspannende Beratungen. Für 20 Nationen verbindliche Absprachen treffen, sei eine diplomatische Mammutaufgabe. Zwei Sachen sind ihr besonders wichtig: „Wir wollen festschreiben, dass es keine Wettbewerbsvorteile in den G 20-Staaten gibt, wenn man menschenwürdige Arbeitsbedingungen unterlässt. Wir wollen, dass Frauen, die in vielen Ländern noch in der Mehrzahl als Schwarzarbeiter beschäftigt sind, offizielle Arbeitnehmer mit allen Rechten werden.“ Dass das Thema Migration überhaupt auf der Tagesordnung steht, wertet sie schon per se als Erfolg. ua

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