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Oberdürenbach

Gegenwind erwartet: Kaum Hoffnung für weiteres Windkraftprojekt

Wenig Hoffnung für Windenergie-Anlagen im Brohltal: Nach dem Scheitern des Gemeinschaftsprojekts von Landesforsten und vier Ortsgemeinden im oberen Brohltal wird es vorerst beim Windpark Rieden/Weibern bleiben.

Bleibt es im Brohltal bei den Windrädern in der Gemarkung Weibern, oder kommen weitere im Bereich Dedenbach und Königsfeld hinzu? Foto:  Hans-Josef Schneider
Bleibt es im Brohltal bei den Windrädern in der Gemarkung Weibern, oder kommen weitere im Bereich Dedenbach und Königsfeld hinzu?
Foto: Hans-Josef Schneider

Es sei denn, die geplanten Windkraftanlagen in den Gemarkungen von Dedenbach und Königsfeld in Waldgebieten nördlich bzw. westlich von Oberdürenbach können realisiert werden. Genau das aber beschäftigt viele Menschen im Brohltal, vor allem aber im Umfeld der vorgesehenen Standorte.

Seit zweieinhalb Jahren ist das Thema in der Diskussion. Im September 2015 wurde die Firma Windpark Brohltal GmbH & Co. KG gegründet. Die Gemeinderäte von Dedenbach und Königsfeld haben grünes Licht gegeben für die Verpachtung der erforderlichen Flächen.

Drei Windräder vor der Nase – das ging vielen in Königsfeld gegen den Strich. Rund hundert Personen waren im Mai 2016 zu einer Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus gekommen, zu der die Initiative für Transparenz per Handzettel eingeladen hatte. In Oberdürenbach und hier vor allem im Ortsteil Schelborn regten sich bereits früher erhebliche Widerstände gegen das Vorhaben. Eine eigens ins Leben gerufene „Gemeinschaft Pro Umwelt“ nahm sich der Sache an, verteilte eine Resolution an Behörden und politische Institutionen und ist seit Langem in Gesprächen mit der Kreisverwaltung, die letztlich über die Art des Verfahrens zu entscheiden hat.

Die Mandatsträger von Oberdürenbach haben sich vor einem Jahr einstimmig dagegen ausgesprochen, mit der Windpark Brohltal GmbH & Co. KG einen Wegemitbenutzungsvertrag für einen in Gemeindeeigentum befindlichen Wirtschaftsweg abzuschließen. „Im Namen der Interessengemeinschaft Pro Umwelt danke ich dem Gemeinderat dafür, dass er unsere Bemühungen gegen den Bau von drei Windrädern in der Nähe von Schelborn weiterhin unterstützt“, meldete sich damals Ex-Ortsbürgermeister Wolfgang Hurth zu Wort. „Es ist wichtig für uns, dass die Gemeinde hinter uns steht.“

Schon im September 2015 gab es eine Infoveranstaltung mit den Referenten Thomas Mock (Königswinter) und Reinhard van Ooyen (Bad Neuenahr-Ahrweiler). Gemeinsam plädierten Bürgerinitiative und Gemeinderat für weitgehende Transparenz – also für ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Dazu wird es jetzt auch kommen.

Die Unterlagen zur vereinfachten raumordnerischen Prüfung zum Bau von Windkraftanlagen liegen inzwischen vor, das Verfahren ist eingeleitet. Der Umweltausschuss von Oberdürenbach wird nach Einsicht der Unterlagen eine Stellungnahme vorbereiten. Um möglichst viele Bürger zu motivieren, ihre Bedenken gegen den Bau der geplanten Windkraftanlagen zu äußern, wird die Gemeinschaft Pro Umwelt zusammen mit der Gemeinde am Mittwoch, 20. Dezember, um 19.30 Uhr in der Königsseehalle eine Infoveranstaltung durchführen. Jeder Bürger hat vom 11. Dezember bis zum 11. Januar die Möglichkeit, in der VG-Verwaltung Niederzissen und der Kreisverwaltung Ahrweiler Einsicht in die Unterlagen zu nehmen und seine Anregungen bis zum 26. Januar vorzubringen.

Im Vorfeld ließ Wolfgang Hurth in einem Gespräch durchblicken, dass gegenüber dem bisher bekannten Sachstand einige gravierende Änderungen eingetreten seien. „Immer war von den Parzellen Nr. 31, 41 und 42 (Flur 30) die Rede, die im Besitz der Gemeinden Dedenbach und Königsfeld sind. Kurz vor Verfahrensbeginn sind es plötzlich die Parzellen Nr. 27, 42 und 104. Die Änderungen wurden sehr kurzfristig vorgenommen, denn die Kreisverwaltung hatte in ihrer ersten öffentlichen Bekanntmachung am 17. November noch die alten Parzellen genannt, die sie dann eine Woche später in ihren Mitteilungen berichtigen musste.“ Parzelle 27 gehört zu Dedenbach, 42 zu Königsfeld, 104 zur Stadt Krefeld – womit Krefeld ganz neu im Rennen ist. Die Standortänderungen hängen laut Hurth zunächst einmal mit den neuen Abstandsregelungen des Landes zusammen: bei Anlagen über 200 Meter Höhe sind dies 1100 Meter zur Wohnbebauung. Dies sei zumindest bei der westlichen Anlage nicht gegeben (auf Parzelle 31 geplant, nun auf 27 verschoben). „Für uns ist es verwunderlich, dass der Projektierer erst jetzt darauf reagiert, obwohl die gesetzliche Regelung schon seit Langem bekannt ist.“

Geplant waren drei Anlagen Enercon E-115 mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einem Rotordurchmesser von 115,71 Metern somit 206,93 Metern Gesamthöhe. Da aber die Entfernungen bei den neuen Standorten offensichtlich nicht eingehalten werden, bleibt nur die mittlere Anlage so wie geplant. Die beiden anderen werden ersetzt: eine mit niedriger Nabenhöhe von 135,48 Metern wodurch die Gesamthöhe auf 193,33 Meter gesenkt wird (damit sind nur 1000 Meter Abstand zur Bebauung nötig), eine andere soll jetzt eine Anlage vom Typ E-141 sein (Nabenhöhe 129 Meter, Rotordurchmesser 141 Meter, demnach Gesamthöhe 199,5 Meter). „Dieser Anlagentyp mit riesigen Rotoren wird seit 2016 als größte Windanlage in Europa angepriesen, geeignet für Schwachwind-Gebiete“, so Hurth, für den von besonderem Interesse ist, wie die Stadt Krefeld zu den Planungen steht. Bisher war man wegen der Nähe zu dem in ihrem Besitz befindlichen Gut Schirmau dagegen gewesen. „Gespannt bin ich auch drauf, wie der VG-Rat im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange am 14. Dezember entscheidet“, so Hurth.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Josef Schneider

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