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Flimm: Ring-Sanierer haben falsch gespielt

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Otto Flimm, Vorsitzender des Vereins Ja zum Nürburgring.
Otto Flimm, Vorsitzender des Vereins Ja zum Nürburgring.
Foto: Jan Lindner

Flimm: "Sie haben falsch gespielt. Sie wollen den Ring komplett ausschreiben und zu einem möglichst hohen Preis verkaufen, damit sie das Problem los sind. Das gleiche Ziel hat die Landesregierung." Er sagte das bei einer Mitgliederversammlung in der Nürburger Graf-Ulrich-Halle vor 120 Menschen.

Hintergrund: Flimm und sein Verein hatten sich seit Sommer 2012 in Gesprächen mit den Sanierern Thomas Schmidt und Jens Lieser befunden und die Zukunft des Nürburgrings diskutiert. Flimm: "Ich hatte bis vor kurzem den Eindruck, dass wir dasselbe Ziel verfolgen, und nicht vorschnell handeln." Aber offenbar seien die Sanierer an einer "direkten, einfachen und für sie lukrativeren Lösung interessiert. Unser Weg ist deutlich dorniger." Schmidt und Lieser hatten am Mittwoch angekündigt, den Nürburgring komplett ausschreiben und verkaufen zu wollen. Ab April könnte demnach die heiße Phase des Verkaufsprozesses beginnen.

Das Ziel von Flimm und seinem Verein: Rennstrecke sowie der Freizeit- und Gastronomiebereich sollen strikt getrennt werden. Während dann Erlebniswelt und Hotels europaweit und transparent ausgeschrieben werden, soll die Rennstrecke weiter zugänglich für den Breitensport sein und dem Allgemeinwohl der Menschen in der Ring-Region dienen.

Genau diese Aspekte sieht der ehemalige ADAC-Präsident durch Ausschreibung und Verkauf gefährdet. Dieser Weg ist zwar durch die EU-Kommission aufgrund der zu Unrecht geflossenen Beihilfen vorgeschrieben. Flimm argumentiert aber: "Die Beihilfen des Landes sind nur in den Freizeitbereich geflossen. Davon hatte die Rennstrecke nichts. Sie kann also abgetrennt werden – wenn man es nur will."

Der 83-Jährige sagte weiter: "90 Prozent der Veranstaltungen auf dem Ring dienen dem Breitensport." Das müsse man der EU-Kommission in Brüssel deutlich machen. Wenn nun ein gewinnorientierter Immobilienfonds den Ring kaufen würde, wäre damit Schluss: "Der Breitensport hätte keinen Zugang mehr." Flimm hat auch nichts dagegen, wenn ein motorsportbegeisterter Oligarch oder Scheich die Rennstrecke kaufen würde – solange das Allgemeinwohl erhalten bleibt: "Das Idealmodell ist aber eine gemeinnützige Stiftung, die nicht auf Profit aus ist."

Nürburgs Bürgermeister Reinhold Schüssler warf der Region Untätigkeit vor: "Die meisten interessiert es gar nicht. Heute sind ja 80 Prozent Fremde hier."

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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