40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Fibrolith: Vom Sägewerk zum Brandschutz
  • Aus unserem Archiv
    Kempenich

    Fibrolith: Vom Sägewerk zum Brandschutz

    Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es in Kempenich ein Sägewerk. Es hat zwei Weltkriege und einige Großbrände überstanden und sich im Lauf von mehr als 100 Jahren den jeweiligen wirtschaftlichen Herausforderungen angepasst. Inzwischen ist es zu einer innovativen und umweltfreundlichen Produktionsstätte für Wärme-, Schall- und Brandschutzprodukte geworden: Fibrolith Dämmstoffe GmbH beliefert den Baustoffhandel bundesweit und in einigen europäischen Anrainerstaaten.

    In exponierter Lage am Ortseingang von Kempenich und nahe am Autobahnzubringer befindet sich die Firma Fibrolith Dämmstoffe.  Foto: Hans-Josef Schneider
    In exponierter Lage am Ortseingang von Kempenich und nahe am Autobahnzubringer befindet sich die Firma Fibrolith Dämmstoffe.
    Foto: Hans-Josef Schneider

    Von unserem Mitarbeiter Hans-Josef Schneider

    Die Geschichte der Firma Wilms begann 1897 in der Eifel. In Kempenich als Sägewerk gegründet ist das Werk später um eine Holzwollefabrik erweitert worden. Nach 1947 begann die Produktion von Holzwolle-Leichtbauplatten mit dem neuen Markennamen Fibrolith. Das Sortiment wurde 1970 durch die Herstellung von Mehrschichtplatten mit Hartschaumkern erweitert. Nach dem letzten Großbrand 1978 wurde umfangreich investiert: Es wurden eine neue Produktionsanlage und eine Lagerhalle errichtet.

    Bis 1993 in Familienbesitz

    1983 wurden erstmals Akustikplatten hergestellt, 1991 startete die Produktion von Mehrschichtplatten mit Mineralwollkern in Form von Steinwolle. Bis 1993 war die Fabrik im Besitz der Familie Fritz Wilms. Nach dem Verkauf an den französischen Baustoffhersteller Lafarge war Fritz Wilms fünf Jahre als Geschäftsführer tätig und schied dann endgültig aus. Die Lafarge Gips GmbH wurde 2011 von der belgischen Etex Group gekauft. Im Jahr darauf wurde mit Siniat GmbH eine neue Unternehmensmarke gegründet, zu der auch Fibrolith Dämmstoffe gehört.

    Seit Beginn des Jahres ist Peter Graner Fibrolith-Geschäftsführer. Er war vorher 17 Jahre in führenden Funktionen bei Lafarge beschäftigt. "Bei Lafarge machte die Gipssparte nur 5 Prozent des Umsatzes aus, bei der Etex sind es 40 Prozent", weist Graner auf den neuen Stellenwert der Trockenbaubranche hin.

    Der Geschäftsführer sagt weiter: "Wir in Kempenich sind die einzige deutsche Fabrik im Gesamtunternehmen. Das ist auch mit ein Grund, warum jetzt Gelder frei werden für Investitionen." Für rund 1 Million Euro wurde im Sommer ein neuer Zementmischer in Betrieb genommen und im Gewerbegebiet eine neue Betriebsstätte eingerichtet. In der ehemaligen Zimmerei von Jochen Lau - Eigentümer ist nun Reifen-Radermacher - werden Mehrschichtplatten manuell hergestellt. In naher Zukunft soll eine vollautomatische Anlage in Betrieb gehen.

    Mit rund 40 Beschäftigten, davon etwa 30 in der Produktion, ist Fibrolith nach Wolfcraft der zweitgrößte Arbeitgeber in Kempenich. In jüngster Vergangenheit wurden fünf zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Der "sozialen Ader" von Fritz Wilms haben es Asylanten und Flüchtlinge zu verdanken, dass sie eine dauerhafte Beschäftigung fanden. "Unsere Mitarbeiter kommen vorwiegend aus der Region, sind sehr loyal und profitieren von der familiären Atmosphäre, einige sind schon seit Jahrzehnten bei uns", so Graner. Beispiele: Prokurist Gerd Schumacher ging nach 40 Jahren in Ruhestand, Bernd Windheuser wurde nach 35 Jahren verabschiedet, und Anette Benner ist schon 30 Jahre als Bürokraft tätig.

    Sortiment wird ständig angepasst

    "Unser Erfolg beruht auf der ständigen Anpassung des Sortiments an die Marktanforderungen. Sicherheit und Kontinuität der Produktqualität, zuverlässiger Lieferservice und anerkannt gute Beratung gehören zu unserer Philosophie", sagt der Geschäftsführer, der optimistisch in die Zukunft blickt: "Wir wachsen weiter. Im nächsten Jahr werden wir noch einmal 1 Million Euro investieren, dann vorwiegend in die Sanierung des Betriebs. Denn zu lange ist hier nichts passiert. Man sieht also, dass das Mutterunternehmen zu Fibrolith und zum Standort Kempenich steht."

    Ein wenig ärgern will man die Knauf-Gruppe, den einzigen, aber wesentlich größeren Mitbewerber auf Bundesebene. Zudem sollen die Exporte auf Frankreich ausgedehnt werden. Eine Kapazitätserweiterung soll einhergehen mit neuen Produktionszeiten. In Planung ist ein Mehrschichtbetrieb bei der Weiterverarbeitung. Behördliche Unterstützung erhofft sich Graner vom Gewerbeverein und der Ortsgemeinde Kempenich.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Sonntag

    9°C - 12°C
    Montag

    10°C - 13°C
    Dienstag

    13°C - 15°C
    Mittwoch

    12°C - 19°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach