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    Sinzig

    Erfolgreiche Premiere: Barbarossa-Poetry Slam kommt gut an

    Vielseitig, kreativ und individuell haben junge Leute beim ersten Barbarossa-Poetry Slam im Rahmen des Bücherherbstes im Sinziger Rathaus mit ihren Texten und Gedanken beeindruckt.

    Wirtschaftsförderung Maike Gausmann Vollrath bedankt sich für diebemerkenswerten Textvorträge von Verena Kriechl, Carolin Benmaiti, ElenaThewes, Christoph Geron und Jonah Nauroth sowie bei Intitiator MichaelNitsche.  Foto: Judith Schumacher
    Wirtschaftsförderung Maike Gausmann Vollrath bedankt sich für diebemerkenswerten Textvorträge von Verena Kriechl, Carolin Benmaiti, ElenaThewes, Christoph Geron und Jonah Nauroth sowie bei Intitiator MichaelNitsche.
    Foto: Judith Schumacher

    Themen wie dem Schulsystem, der Infragestellung von Superkräften, dem Gutmenschentum oder dem Leben mit Ecken und Kanten hatten sich die Teilnehmer gewidmet und zeigten Tiefsinn, Humor und Selbstkritik.

    Alle Achtung hat verdient, was sie sich zusammengereimt oder von der Seele geschrieben haben und sich dann trauten, einem öffentlichen Forum zu präsentieren. „Allein den Mut dazu aufzubringen macht jeden Einzelnen zu Gewinnern“, sagte Michael Nitsche. Der Pädagoge aus Löhndorf hatte den Slam, den er in Koblenz schon mehrfach erfolgreich organisiert hatte, nach Sinzig geholt. Das mit dem Publikum getestete Applausometer war nicht vonnöten, denn es gab nur die eine Stufe: Begeisterung durch die Bank nach jedem der Vorträge, die durch von Nitsche gedichteten Sinzig-Liedern nach alten Melodien am Klavier und mit gesanglicher Unterstützung der Zuhörer unterbrochen wurden.

    Jonah Nauroth aus Remagen hatte sich humorvoll mit der Frage auseinandergesetzt, ob Superkräfte tatsächlich so ein Segen sind. Die Fähigkeit zur Teleportation etwa berge das Risiko, anstelle des Urlaubsstrandes auf einer viel befahrenen Autobahn zu landen. Unsichtbarkeit habe den Nachteil, dass man bei einer Schlägerei oder im Gedrängel übersehen wird. Und so cool wäre Unsterblichkeit auch nicht, wenn man als Einziger nach dem Weltuntergang allein im Universum herumdümpelt.

    Mit dem Leben auf dem Planeten beschäftigte sich auch Carolin Benmaiti in ihrem Text „So perfekt unperfekt“. „Es läuft nichts rund, wenn das Leben sich eckig vorgenommen hat“, so die Erkenntnis der 17-Jährigen aus Kripp, die philosophierte und sich vorstellt, vom Leben wie eine Goldmünze geprägt zu sein. Herzerfrischend aufrüttelnd beeindruckte die ebenfalls 17-jährige Elena Thewes aus Bad Bodendorf. Mit skalpellscharfem Verstand und schonungslosen Blick sezierte sie die Gesellschaft, auf die junge Menschen in der Schule vorbereitet werden. „Für das Leben soll es sein. Geld verdienen ist wichtig, Geld, das Menschenleben zerstört und vernichtet“, meinte sie und fragte: „Wer ist hier verrückt? Wer im brennenden Haus schreiend umherspringt und die anderen warnt, oder die, die nichts tun und warten?“ Entmutigen lässt sich die junge Frau nicht, denn: „Wir würden etwas tun, bis auch der Konjunktiv verschwindet“, erklärte sie.

    Pfadfindertugenden nach dem Motto „Jeden Tag eine gute Tat“ legte Verena Kriechl aus Sinzig an den Tag, der sich allerdings nicht ganz nach ihren Vorstellungen entwickelte, wie ihr selbstironischer Vortrag zeigte. Ob sie nun die Anwohner der Mühlenbachstraße gegen sich aufbringt, da sie durch ihr braves Schritttempofahren ein Hupkonzert auslöst, oder sich im Kampf um mehr Höflichkeit über die Kunden an der Kasse ärgert, die sie gerade noch vorgelassen hatte – ein nobles Tagewerk zu verrichten, hat schon seine Tücken.

    Einen Tag zum Abgewöhnen beschrieb Christoph Geron. In dem Bemühen, als kleingewerblicher Fotograf seinen Auftraggebern bei deren Hochzeit gerecht zu werden, gerät das Ganze zu einem Desaster. Initiator Michael Nitsche indes hatte warme Worte für den nächsten Bürgermeister und nahm in Versform die Kandidaten ins Gebet. „Wer wird Meister ganz legal, dass Sinzig wird nicht marginal, diese Wahl ist epochal“, forderte er zu hoher Wahlbeteiligung auf. Auf dem Kirchplatz indes stöberten auf dem Büchermarkt die Leseratten nach neuem Lesestoff.

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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