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    Kreis Ahrweiler/WehrEiner der Besten Deutschlands: Landwirt geht mit 120 Jungbullen ins Rennen

    Er ist jung, schlaksig und liebt das, was er tut: Mathias Genn aus Wehr hat sich mit dem Keltenhof für den Preis als bester Bullenmastbetrieb in Deutschland beworben. Nun ist er unter den besten Drei und hat wegen eines interessanten Konzepts gute Chancen, den ersten Platz zu holen.

    Er sitzt auf dem Betonboden, um ihn herum liegen Getreidehülsen und klein gehäckselte Silagereste. Das zufriedene Mahlen hunderter Backenzähne umgibt den jungen Landwirt aus Wehr. Mathias Genn hebt die rechte Hand, langsam streicht er über die Stirn des massiven Jungbullens, der vorwitzig aus einer Box an der Stallgasse lugt. Auf den ersten Blick wirkt Genn wie ein ganz normaler, junger Mann, der sich für das, was er tut, begeistern kann. Aber Genn ist erst 29 Jahre jung, schon Landwirtschaftsmeister, Herr über 120 Jungbullen – und er ist einer der besten Landwirte Deutschlands.

    Mathias Genn vom Keltenhof in Wehr ist für den Ceres Award, einen Preis des Deutschen Landwirtschaftsverlages, in der Kategorie Fleischrinderhalter nominiert. Keltenhof heißt der Betrieb der Familie Genn in Wehr, weil man bei den Neubauarbeiten für den großen Stall auf ein altes Keltengrab stieß. In dem Familienbetrieb arbeiten Vater Joachim Genn (55) und seine Söhne Mathias und Lukas (22) Hand in Hand. Sie legen viel Wert auf Regionalität, Authentizität, eine gute Tierhaltung und effektive Öffentlichkeitsarbeit. Mit einigen befreundeten Landwirten hat Mathias einen eigenen Youtube-Kanal gegründet, auf dem sie regelmäßig kurze Videos zu landwirtschaftlichen Themen veröffentlichen.

    Die jungen Mastbullen auf dem Keltenhof stammen ausschließlich von Mutterkuhhaltern aus einem Umkreis von 60 Kilometern. „Die Auktion oder der Händler fällt so als Stressfaktor für die Tiere weg“, erklärt Genn. Nach einer Mastzeit von einem Jahr verkauft er die Tiere wieder an regionale Metzger. „Von 120 verkauften Bullen gegen 80 bis 90 Tiere an Metzger in der Region, zum Beispiel beliefern wir Metzgereien in Ettringen und Heppingen.“ Nur etwa 30 bis 40 Tiere gehen an einen Schlachthof in Crailsheim.

    Mit diesem Konzept kann die Familie Genn explizit auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen. „An Metzgereien im Stadtgebiet liefern wir Tiere, die nicht so viel Fett angesetzt haben. In den Eifelorten hingegen wird gerne mal ein Stück Fleisch mit einem schönen Fettrand gegessen“, erklärt Genn die Vorgehensweise. „Das einzelne Anliefern der Tiere ist für uns aufwendiger, aber die Verkaufspreise bei kleinen Metzgereien sind auch höher als bei großen Schlachthöfen.“ Genn hält in dem Familienbetrieb mit 153 Hektar Fläche in zwei Ställen hauptsächlich Bullen der Rassen Limousin, Piemonteser und Charolais. Das Futter für die Tiere wie Mais, Gras, Weizen und Gerstenschrot baut der Betrieb selbst an. Nur Mineralfutter und Sojaschrot kaufen die Genns zu.

    Für den Ceres-Award hat sich Mathias Genn online beworben. Als er den Anruf bekam, dass er es in seiner Kategorie unter die ersten drei geschafft hat, freute sich der Landwirt ungemein. „Ich hatte natürlich darauf gehofft, aber gerechnet habe ich damit nicht“, sagt er. Im August wird nun ein Filmteam auf dem Keltenhof drehen, um den Landwirt in einem kurzen Film bei der großen Preisverleihung im Oktober in Berlin vorzustellen.

    Von unserer Reporterin Celina de Cuveland

    Ceres-Award ehrt Landwirte

    Der Ceres-Award, die Wahl zum Landwirt des Jahres, zeichnet jährlich die besten Landwirte Deutschlands aus. Gesucht werden herausragende Persönlichkeiten, die sich in der Landwirtschaft verdient gemacht haben und täglich nachhaltig für Mitmenschen, Tiere und Umwelt wirtschaften. Den Award des Deutschen Landwirtschaftsverlags (dlv) gibt es inzwischen seit vier Jahren.

    Neben einem Gesamtsieger werden Sieger in elf Einzelkategorien (Ackerbauer, Biolandwirt, Energielandwirt, Fleischrinderhalter, Geflügelhalter, Geschäftsidee, Junglandwirt, Manager, Milchviehhalter, Schweinehalter und Unternehmerin) ausgelobt. Über 180 Bewerbungen gingen bis zum Bewerbungsschluss Ende April beim dlv ein. Die diesjährigen Finalisten, 33 an der Zahl, stehen nun fest und werden ab sofort von Juroren auf ihren Höfen besucht und beurteilt. dcc

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