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Sinzig

Ein Mann und sein Boatvan: Sinziger verkauft Mischung aus Wohnmobil und Boot

Das kleine Ei ist ein Hingucker auf dem Wasser: Mit seinem „Boatvan“ fällt Andreas Atamanenko aus Sinzig auf. Egal, wo er mit dem skurrilen Gefährt herumschippert, die Menschen wollen Fotos oder Videos von ihm und dem merkwürdigen Boot machen. Nur einen Nachteil haben die Boatvans: Kaufen will sie keiner. Und das ist genau das Problem von Atamanenko.

Andreas Atamanenko präsentiert in Sinzig seinen Boatvan.
Andreas Atamanenko präsentiert in Sinzig seinen Boatvan.
Foto: Celina de Cuveland

Aber der Reihe nach: Auf einer Bootsmesse hat der 46-Jährige im vergangenen Jahr die lustigen, kleinen Gefährte entdeckt. Und sich sofort in sie verguckt. Weil die Boatvans von Hyundai in Südkorea produziert werden, sicherte sich Atamanenko das Exklusivrecht, die lustigen Bötchen in Deutschland zu verkaufen und mit ihm gleich vier Boatvans frisch aus der Produktion. Einer davon sei sogar der Prototyp, erzählt er. Der Haken: Die Boote kosteten ihn eine Stange Geld, 80.000 Euro wollte der Händler auf der Messe für alle vier haben. Und jetzt wird Atamanenko sie nicht mehr los.

„Für Menschen mit viel Geld sind die Boatvans zu sehr eine Spielerei und für Leute mit normalem Einkommen sind sie einfach zu teuer“, erzählt Atamanenko. Die kleinen Gefährte verfügen über eine Kabine mit zwei Bänken, dazwischen lässt sich ein Tisch aufstellen. Man kann sie sogar als große Liegefläche umfunktionieren. Die Kabine ist nach oben hin ausklappbar, sodass auch große Personen darin stehen können. Außerdem gibt es eine Stereoanlage, ein Waschbecken und sogar eine Kochstelle. Nur eine Toilette – die gibt es nicht auf dem Boatvan. Und auch das ist ein Problem. Denn so ist das kleine ovale Gefährt nicht dazu geeignet, mehrere Tage auf dem Wasser zu verbringen.

In der Kabine kann man gemütlich sitzen, der Tisch in der Kabine lässt sich einklappen und in den Gang legen, sodass eine breite Liegefläche als Bett genutzt werden kann.
In der Kabine kann man gemütlich sitzen, der Tisch in der Kabine lässt sich einklappen und in den Gang legen, sodass eine breite Liegefläche als Bett genutzt werden kann.
Foto: Celina de Cuveland

Auch auf größeren Flüssen oder etwa dem Meer kann man die Boatvans nicht nutzen. Sie werden mit einem Außenbootmotor ähnlich wie ein Motorboot angetrieben, der das Boot bis zu 10 Kilometer pro Stunde schnell macht. Die Leistung reicht aber nicht aus, um gegen starke Strömung oder hohe Wellen anzukommen. Wegen der vielen kleineren Mankos will Atamanenko die Boatvans inzwischen nur noch zum Einkaufspreis von 20.000 Euro pro Stück weiter verkaufen. Doch auch das gestaltet sich plötzlich schwierig. Und Atamanenko ist auf das Geld aus dem Verkauf angewiesen. Denn er möchte das Haus, in dem er und seine Familie momentan noch zur Miete leben, in nächster Zeit eigentlich gerne kaufen. Und von seinen sonstigen Einkünften kann Atamanenko mehr schlecht als recht leben.

Und der Boatvan, der von hinten aussieht wie eine Mischung aus Boot und Wohnmobil, kann hinten aufgeklappt werden, sodass eine Badeplattform entsteht.
Und der Boatvan, der von hinten aussieht wie eine Mischung aus Boot und Wohnmobil, kann hinten aufgeklappt werden, sodass eine Badeplattform entsteht.
Foto: Celina de Cuveland

Gekauft hatte er die Boatvans eigentlich, weil er auf eine Marktlücke gehofft hatte. „Die Menschen halten ihr Geld momentan aber zusammen“, erklärt Atamanenko. Dabei sei der Boatvan eine tolle Investition für Liebhaber. Sein Geld verdient er sonst unter anderem mit der Erfindung von Rädern, die an Booten festgemacht sind und leicht ausgeklappt werden können, um das Boot ins Wasser gleiten zu lassen. Atamanenko ist ohnehin ein großer Boots- und Angelfan. Und wenn er sich für die Boatvans begeistern kann, dann müsste es doch eigentlich auch jemand anderes können.

Von unserer Mitarbeiterin Celina de Cuveland

Bad Neuenahr-Ahrweiler
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