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Weibern

Ein Fest rund um den Weiberner Tuffstein

Vielleicht machten die Wetterkapriolen beim traditionellen Tuffsteinfest nur deshalb einen Bogen um Weibern, weil Petrus die Steinhauer, die so viel Gutes für ihren Heimatort leisten, auch mal richtig feiern lassen wollte. Und das jetzt schon zum neunten Mal.

In der Schmiede ging es ganz heißt zu, kräftig wurde das Feuer geschürt und das erhitzte Eisen mit Hammerschlägen geformt.
In der Schmiede ging es ganz heißt zu, kräftig wurde das Feuer geschürt und das erhitzte Eisen mit Hammerschlägen geformt.
Foto: Hans-Josef Schne

Ortsbürgermeister Peter Josef Schmitz erinnerte bei der Eröffnung an das Jahr 2002, als mit der Einweihung des Tuffsteinzentrums die Auftaktveranstaltung stattfand. „Es stimmt mich nachdenklich, wenn ich sehe, dass Pater Nikolaus, der damals die Einsegnung vornahm, sowie Hermann Höfer, der damalige Verbandsbürgermeister, und Innenminister Walter Zuber, die beide maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der touristischen Einrichtungen hatten, bereits von uns gegangen sind. Immerhin hat das Fest Bestand und auch die Steinmetze sind weiterhin bemüht, die Tradition ihres Handwerks zu bewahren und die Geschichte des Tuffsteins immer wieder aufs Neue bewusst zu machen.“

Der Ortschef freute sich, dass seit Anfang des neuen Jahrhunderts sehr viel auf dem Gelände passiert sei und dass der Steinhauerverein dafür sorge, das die Einrichtungen funktions- und salonfähig bleiben. Die kürzlich erfolgte Verleihung der Ehrenplakette des Kreises bewertete Schmitz so: „Wenn es ein Verein verdient hat, dann sind es unsere Steinhauer.“ Überrascht hat die Aussage des Ortsbürgermeisters, dass es für ihn das letzte Tuffsteinfest in dieser Funktion sei.

Für den Kreisbeigeordneten Horst Gies war es dagegen das erste Mal, dass er dieses Fest besuchte und sich vor Ort ein Bild davon machen konnte, was die Steinmetze auf die Beine gestellt haben. „In und um Weibern kann man viele ihrer Projekte bewundern. Erwähnen möchte ich die Fußgängerbrücke in der Talaue, den Marienbildstock in der Bahnhofstraße und die Mariensäule im Ortszentrum.“ Mit großer Faszination schaut sich derzeit VG-Bürgermeister Johannes Bell die aktuellen Vulkanausbrüche im Fernsehen an. „Einerseits erkennen wir darin die Dimension der Naturgewalt, andererseits haben sie unsere Landschaft geprägt, und vom Tuff haben lange Zeit sehr viele profitiert. Daher ist es auch richtig, dass die Tradition aufrechterhalten wird.“

Die führende Rolle in der Gestaltung des Festes nahmen wie immer die Steinhauer ein. Vor allem am Samstagabend, der musikalisch unter dem Motto „Live auf der Rampe“ vom örtlichen Chaos-Orchester eröffnet wurde. Es folgte die Band Tea Empty, unter anderem mit dem Weiberner Brüderpaar Sebastian und Rafael Schlich. Mit einem bunten Mix verschiedener musikalischer Stilrichtungen führten sie die Gäste in die beginnende Nacht. Wenn es auch zu regnen begann, hielten die weit mehr als 200 Besucher eisern aus, überdachte Plätze waren genügend vorhanden.

Die Sonne lachte schon früh am Sonntagmorgen über Weibern, als es mit einem Open-Air-Gottesdienst im Weiberner Schaufenster weiter ging. Pastor Erich Fuchs zelebrierte die Messe, Blaskapelle und Kirchenchor Weibern sorgten für den musikalischen Rahmen. Danach setzte der Gang über den dortigen Markt an, wo handwerkliche Produkte auf Käufer warteten, sich aber auch die Ortsvereine vorstellten und Kulinarisches anboten. Angesagt hatte sich auch ein Holzschnitzer, der mit der Kettensäge wahre Kunstwerke schaffte, die mobile Waldschule informierte über die heimische Tierwelt und die Heimatfreunde vermittelten Einblicke in ihre Forschungsergebnisse.

Das Zentrum des Festgeschehens verlagerte sich schnell ans Steinsägehaus auf der Museumsinsel. Es gab Führungen durch die Tuffsteinbrüche, die Blaskapelle spielte zur Unterhaltung auf. In der Schmiede wurde das Feuer geschürt, an der Säge wurden Tuffsteinbrocken zerteilt, an der historischen Drehbank wurde ebenfalls gearbeitet. Wer Lust verspürte, selbst einmal Hammer und Meißel in die Hand zu nehmen, konnte auch dies unter fachkundiger Anleitung tun.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Josef Schneider

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