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Sinzig

Der Stadtrat hat entschieden: Wie Sinzig den Bienen und anderen Insekten etwas Gutes tun will

Silke Müller

In der Barbarossastadt soll es künftig weitere bienen- und insektenfreundliche Blühflächen geben. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einstimmig beschlossen. Die Idee aber ist nicht neu.

An Wegen dürfen keine Pestizide zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. So ganz will die Stadt Sinzig aber nicht auf die chemisch-synthetischen Substanzen verzichten. Der Bauhof nutzt sie zum Beispiel für Sportplätze und Friedhöfe – und darf das laut Ratsbeschluss auch weiterhin tun. Foto: Silke Müller
An Wegen dürfen keine Pestizide zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. So ganz will die Stadt Sinzig aber nicht auf die chemisch-synthetischen Substanzen verzichten. Der Bauhof nutzt sie zum Beispiel für Sportplätze und Friedhöfe – und darf das laut Ratsbeschluss auch weiterhin tun.
Foto: Silke Müller

Wie Bürgermeister Andreas Geron dem Gremium mitgeteilt hat, arbeitet die Stadt unter der Regie der Klimabeauftragten Silke Merz bereits an einem entsprechenden Konzept. „Acht Flächen wurden ermittelt“, erläuterte der Stadtchef den Stand der Dinge und sprach von einer Gesamtfläche von rund 3600 Quadratmetern. „Die Ortsvorsteher sind informiert“, sagte Geron. Eventuelle Vorschläge von ihnen sollen noch ins Konzept, das demnächst vorgestellt werden soll, eingearbeitet werden.

Alle anderen Punkte im Antrag der Grünen schmetterte der Stadtrat indes mehrheitlich ab. So hatte die Fraktion gefordert, dass schrittweise, aber so schnell wie möglich, auf allen kommunalen Flächen auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden verzichtet werden soll. In diesem Zusammenhang wies Bauhofleiter Stephan Braun darauf hin, dass das an Wegen sowieso schon verboten sei. „Nur auf Sportplätzen werden chemische Mittel eingesetzt“, sagte Braun. Für Friedhöfe habe die Stadt eine Ausnahmeregelung beantragt.

Gerade dort, so hatte Geron zuvor deutlich gemacht, würde der Verzicht auf Pestizide einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Er bezeichnete die Verunkrautung auf den Friedhöfen als Dauerthema. Die Bürger würden regelmäßig auf das Problem aufmerksam machen. „In jeder dritten Ansprache geht es darum, dass Wege in einem schlechten oder desolaten Zustand seien“, berichtete der Bürgermeister. Braun gab zudem zu bedenken, dass bei einem generellen Verzicht von Pestiziden Sportplätze alle paar Jahren mechanisch umbrochen werden müssten, um dann neu einzusäen. „Das ist ein hoher Mehraufwand“, meinte er. Eine Warnung, die bei der Mehrzeit des Rates auf offene Ohren stieß. Nach Vorschlägen aus dem Gremium, Ausnahmeregelungen für Plätze im Beschluss zu verankern, folgte der Rat schließlich mehrheitlich dem Antrag der Verwaltung, soweit wie möglich keine Pestizide mehr einzusetzen, wobei das allerdings auf Sportplätzen und Friedhöfen nicht zu vermeiden sei. Ähnlich hatte das zuvor der FWG-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Münch angeregt. „Wir sollten grundsätzlich der Verwaltung anheimgeben, sinnvoll damit umzugehen“, meinte er.

Was private Dienstleister betrifft, die laut Antrag der Grünen ebenfalls zum Pestizidverzicht verpflichtet werden sollten, wenn sie im Auftrag der Stadt öffentliche Flächen pflegen und bearbeiten, so meinte der Bauhofleiter, dass das dann auch zum Beispiel bei der Bekämpfung eines Ratten- oder Mäusebefalls gelten würde. Ein Argument, das den Stadtrat mehrheitlich überzeugte. Die Anregung von Klaus Hahn, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, bei Ratten oder Mäusen eine Ausnahme zu machen, fand keinen Anklang. Das Gremium lehnte auch diesen Punkt des Antrags ab und legte es stattdessen erneut in die Hand der Verwaltung, verantwortungsvoll zu handeln und ein Auge darauf zu haben, was bei privaten Dienstleistern zum Einsatz kommt.

Nicht durchsetzen konnten sich die Grünen auch mit ihrer Forderung, bei der Neuverpachtung kommunaler Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung bereits im Vertrag das Verbot des Einsatzes von Pestiziden festzuschreiben. Der Stadtrat beschloss stattdessen, dass ein mögliches Verbot erst nach Rücksprache mit Verbänden wie der Landwirtschaftskammer geprüft werden solle. Damit folgte er in diesem Punkt der Empfehlung des Haupt-, Finanz- und Personalausschusses sowie des Umweltschutz- und Grünflächenausschusses, die kurz vor der Stadtratssitzung gemeinsam getagt hatten. In allen anderen Punkten des Antrags der Grünen indes – außer dem Schaffen von Blühflächen – hatten die Ausschüsse anders entschieden. So hatten sie mehrheitlich sowohl dafür gestimmt, schrittweise auf den Einsatz von Pestiziden auf kommunalen Flächen zu verzichten als auch dafür, privaten Dienstleistungsunternehmen bei Neuverträgen das Verwenden von chemisch-synthetischen Substanzen zu untersagen beziehungsweise bei Altverträgen eine Anpassung zu prüfen.

Von unserer Redakteurin Silke Müller
Bad Neuenahr-Ahrweiler
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