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    "Der juristische Wahnsinn oder Alles, was Recht ist": TV-Anwalt Ingo Lenßen debütiert im Kurhaus

    Der Zwirbelbart und die perfekt sitzende Wellenfrisur sind seine Markenzeichen. Mit seinem Programm "Der juristische Wahnsinn oder Alles, was Recht ist" feierte Ingo Lenßen, bekannt aus der TV-Serie "Lenßen und Partner" sein Bühnendebüt im Kurhaus von Bad Neuenahr.

    Vom Fernsehen auf die Kurhausbühne: Ingo Lenßen.  Foto: Vollrath
    Vom Fernsehen auf die Kurhausbühne: Ingo Lenßen.
    Foto: Vollrath

    Von unserer Mitarbeiterin Selina Schürer

    Es waren Geschichten aus dem Leben eines Anwaltes, der ein Doppelleben zwischen den Gerichtssälen des Landes und der TV-Produktion führt. Einem aufmerksamen Neuenahrer Publikum erzählte Ingo Lenßen in seinem gut zweistündigen Programm von Fällen zum Schmunzeln, zum Kopfschütteln und solchen, die zum Nachdenken anregen. "Was ist eigentlich Recht?" war dabei die zentrale Frage.

    Mord, Totschlag und Körperverletzung - darum ging es in der ersten Programmhälfte. Die Zuhörer lauschten ganz still und andächtig, als der Jurist von einem Klienten erzählte, der nach dem Fußballtraining einen Jungen zu Tode fuhr, seinen Bruder schwer verletzte und anschließend Fahrerflucht beging, da er zuvor ein Bier getrunken hatte. Sichtlich bewegt wurde Lenßen selbst, als er an das Zusammentreffen des Angeklagten mit der Mutter der Jungen zurückdachte: "Das war einer meiner schwersten Momente als Strafverteidiger." Umso überraschender kam für ihn die Reaktion der betroffenen Mutter im Anschluss an die Urteilsverkündung von einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Sie nahm den Angeklagten in den Arm und dieser kaufte dem überlebenden Jungen kurze Zeit später ein Fahrrad. Von da an war für Lenßen klar: "Recht kann Menschen dazu bringen, mit dem zu leben, was passiert ist" und "auch ein Straftäter hat eine Würde." Nach dieser schweren Kost, heiterte der Fall des Pizzaboten, der nicht mehr ausliefern konnte, weil er zu schnell gefahren ist, die Besucher im Saal wieder auf. Nach der Pause fragte Lenßen das Publikum nach den beliebtesten Mordwerkzeugen der jeweiligen Nationalitäten ab. Darauf, dass sich in Deutschland das Messer, und in den USA die Schusswaffe großer Beliebtheit erfreuen, kamen die Zuhörer per Zuruf noch von selbst. Dass die Russen am liebsten mit der Axt morden, war dann doch für viele neu.

    Ein weiteres Thema war das Erbrecht. Seit geraumer Zeit bekannt und dennoch gern totgeschwiegen ist auch, dass ein Testament den Erben vieles leichter macht. Als Experte riet Lenßen deshalb nach einigen unterhaltsamen Berichten über Streitigkeiten zwischen Erben: "Wenn Sie hier sitzen und noch kein Testament verfasst haben, wissen Sie, was zu tun ist, wenn Sie heimkommen."

    Auch seine anfangs gestellte Frage nach dem Recht ließ Lenßen nicht unbeantwortet: "Recht ist für alle da, soll für Frieden sorgen und hat die Stärke Menschen zu befrieden, mit dem zu leben, was passiert ist." Eine versöhnliche Definition, bei allem juristischen Wahnsinn. Die Zuschauer belohnten das Plädoyer des Anwalts jedenfalls mit reichem Beifall, auch wenn der im Gerichtssaal verboten ist.

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