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    Remagen

    Demo: Remagen lässt den Neonazis fast keine Chance

    Der Ausnahmezustand in Remagen konnte am späten Samstagnachmittag gegen 17.30 Uhr wieder aufgehoben werden. Es gab keine besonderen Vorkommnisse, die sieben Demos und Kundgebungen verliefen allesamt friedlich.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

    Die beste Nachricht für Remagen war dabei: Es waren diesmal nur rund 100 Neonazis, die ihren sogenannten Gedenkmarsch abhielten zu Ehren der Toten der alliierten Kriegsgefangenenlager Rheinwiesenlager. Der Liveticker zum Nachlesen hier.

    Das sind nur halb so viele wie in den beiden Vorjahren, und nur ein Drittel respektive Viertel der Teilnehmer aus den Hochjahren von 2011 und 2012.

    Auf ihrem Weg vom Bahnhof zur Friedenskapelle Schwarze Madonna wurde der braune Mob von mehr als 500 Antifa-Aktivisten unter lautstarker Gegenwehr begleitet. Das führte letztlich dazu, dass die Neonazis weit vor der Friedenskapelle ihre abstruse Zeremonie abhielten. Es war ihnen offenbar einfach zu laut. Rund 700 Polizisten sorgten dafür, dass sich beide Lager nicht zu nahe kamen.

    Laut Polizei gab es zwar eine zeitweilige Sitzblockade von rund 30 Antifa-Aktivisten, allerdings keine Festnahmen oder Krawalle wie im vergangenen Jahr.

    In der Innenstadt feierten rund 700 Menschen den vierten Tag der Demokratie. In der Fußgängerzone informierten Verbände, Organisationen und Schulen zu Rassismus, Toleranz, Flüchtlingen und Demokratie. In den Kirchen waren verschiedene Ausstellungen aufgebaut.

    Auf der Bühne vor dem Rathaus wechselten sich Ansprachen, Vorträge und Musik ab. Den Auftakt bildete die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer um 12 Uhr. Sie dankte den Remagenern, dass sie seit vier Jahren "ein solch starkes Signal setzen und nicht aufhören. Wir brauchen eine Demokratie, die sich nicht einschüchtern lässt von Hass,Verblendetheit und Rechtsextremismus, die sich nicht vernebeln lässt." Die Rechten seien heute viel gefährlicher als noch vor zehn Jahren. Dreyer: "Sie sind nicht mehr so dumpf, manche sind schon zu intelligent. Sie verführen Menschen, die Sorgen haben." Aber sie machte klar: "Es gibt keine rechte Parole, auf die nicht das Zehnfache der Bürger antwortet."

    CDU-Landeschefin Julia Klöckner sagte: "Gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren, ist kein punktueller Anlass, sondern ständig notwendig." Man müsse darauf achten, dass nicht "einige wenige glauben, was gut für uns ist. Immer wenn das der Fall war, ist es ungemütlich geworden." Wenn man sich lustig über Neonazis mache, träfe man sie noch am ehesten: "Man kann keine Personen ernst nehmen, die das dunkelste Kapitel unserer Geschichte verklären."

    Die vielleicht größte Gefahr sieht Klöckner darin, dass, je weiter die "dunkelsten Tage unserer Geschichte wegrücken, desto unbekümmerter die jüngeren Generationen werden". Sie forderte abschließend: "Lassen Sie uns in diesen schwierigen Zeiten offenen Herzens sein und nicht voller Hass."

    Landrat Jürgen Pföhler sagte: "Leider ist es alle Jahre wieder der Fall, dass die Verwirrten, die Verirrten und Ewiggestrigen hier ihr unwürdiges Spektakel abliefern." In Deutschland gebe es derzeit einen nie da gewesenen Hass mit Anschlägen und Gewalt: "Jeder Bürger ist gefordert, nicht nur Staat, Land, Kreis und Polizei. Jeder muss Flagge zeigen, dort, wo Menschen verunsichert sind, etwa im Verein oder im Freundeskreis."

    Remagens Bürgermeister Herbert Georgi forderte, "klare Kante zu zeigen gegen die Feinde der Demokratie und Chaoten anderer Gesinnung, die in Auseinandersetzung mit den Rechten Krawall suchen. Wir müssen offen sein für fremde Kulturen, Minderheiten und Flüchtlinge."

    Um 17.30 Uhr kehrte in Remagen wieder Normalität ein, als die diversen Demonstranten in ihren Zügen die Heimreise antraten. Laut Polizei gab es keine größeren Zwischenfälle. Einige Antifa-Aktivisten hätten jedoch die Demostrecke der Rechten an mehreren Stellen blockiert. Teilweise wurden die sitzenden Demonstranten weggetragen, nachdem sie mehrfache Aufforderungen der Polizei ignoriert hatten. Zudem hätten Antifa-Mitglieder immer wieder versucht, "gewaltsam auf die Versammlung der Rechten einzuwirken". Die eingesetzten Polizisten hätten jedoch größere Störaktionen während des gesamten Tages verhindert.

     

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