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Brohler Firma Bröhl GmbH insolvent: Gehälter der 140 Mitarbeiter sind bis August sicher

Von der Insolvenz des Brohler Traditionsunternehmens Bröhl GmbH sind 140 Mitarbeiter betroffen an den drei Standorten Brohl, Rheinbrohl und im Brohltal. Deren Gehälter sind bis zum 1. August 2018 durch das sogenannte Insolvenzgeld gesichert, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Ralf Bornemann auf RZ-Anfrage mitteilt. Danach muss das Unternehmen die Gehälter wieder selber zahlen.

Die Brohler Firma Bröhl GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. An drei Standorten sind 140 Mitarbeiter betroffen.
Die Brohler Firma Bröhl GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. An drei Standorten sind 140 Mitarbeiter betroffen.
Foto: Jan Lindner

Der Rechtsanwalt sagt weiter: „Das Insolvenzgeld werden wir vorfinanzieren. Wir gehen davon aus, dass wir bis dahin eine Sanierungslösung präsentieren können, an der wir derzeit mit Hochdruck arbeiten.“ Er bekräftigt, was Bröhl-Geschäftsführer Bernd Kulmus bereits angekündigt hatte: „Ein Stellenabbau ist derzeit nicht geplant.“ Die Auftragsbücher für dieses Jahr seien voll. Der Geschäftsbetrieb laufe normal weiter. Laut Bornemann sollen die Umsätze für 2019 ausgebaut werden.

Die Firma gibt es seit 1885. Sie ist Hersteller von Ausrüstungen und Transportsystemen für Handelsschiffe, Offshore-Industrie und die Schwer- und Bauindustrie. Laut Bornemann ist die Bröhl GmbH 2015 in eine Strategiekrise geraten. Nach einem Wechsel in der Geschäftsführung sei es den Verantwortlichen zwar gelungen, die Krise zu überwinden und erfolgreich neue Märkte zu erschließen. Auch sei die Firma ihren laufenden Verpflichtungen bislang nachgekommen. Allerdings sei ein hohes Maß an Liquidität nötig, um Aufträge langfristig abarbeiten zu können. Diese Liquidität hätten die Banken der Firma für die Zukunft nicht mehr gewährleistet.

Bröhl-Geschäftsführer Kulmus hatte der RZ gesagt, dass die Firma den niedrigen Ölpreis zwischen 2014 und 2016 sehr schmerzlich zu spüren bekommen habe. In dieser Zeit und davor war das Unternehmen fast nur im Offshore-Bereich tätig – und verlor in diesem Markt große Anteile. Die Manager versuchten, die Firma in anderen Märkten zu etablieren, gerieten aber in eine finanzielle Krise.

Der Ölpreis habe sich zwar stabilisiert, liege aber noch immer deutlich unter dem Wert aus den Hochzeiten des Offshore-Booms. Durch die Insolvenz soll die Bröhl GmbH restrukturiert, die Tätigkeit in anderen Märkten vorantreiben und auf mehreren Beinen aufgestellt werden. Dazu gehören besonders die Segmente Ausrüstungen für Handelsschiffe, Spezialschiffbau und maritime Anlagen sowie Transportsysteme und Maschinen für die Schwer- und Bauindustrie. Kulmus sagt: „Wir wollen diese Segmente konsequent ausbauen und streben ein organisches Wachstum an.“

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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