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Bad Neuenahr

Bad Neuenahrs größte Baustelle: Hotel "Zur Traube" ist Geschichte – das ist geplant

Nach fast 140 Jahren der Nutzung existiert das Gebäude des ehemaligen Hotels „Zur Traube“ an der Hauptstraße gegenüber der Post in Bad Neuenahr nun endgültig nur noch in der Erinnerung. Schwere Abrissbagger rücken derzeit dem aus Feldbrandsteinen errichteten Gebäude zu Leibe. Bald wird es vollkommen verschwunden sein.

Es war nicht mehr sanierungsfähig und auch trotz der noch ansehnlichen Fassade nicht mehr erhaltenswert. Für 9,55 Millionen Euro entstehen dort fünf Ladenlokale sowie 30 Miet- und Eigentumswohnungen im neuen „Kaiserpalais“. Doch zuvor wird hier eine Mega-Baustelle das Bild bestimmen, die täglich staunende Zaungäste anlockt. Die RZ erklärt, was aktuell hier passiert.

1 Welche Arbeiten laufen derzeit auf der Baustelle?

Nachdem bereits in der vergangenen Woche die Anbauten auf der Rückseite des Gebäudes abgerissen worden sind, ist nun das eigentliche Hotelgebäude dran. Noch in dieser Woche wird nach Aussage des stellvertretenden Bauleiters der Kripper Firma Wahl, Olaf Brohl, das Gebäude vollständig verschwunden sein.

2 Welche Gerätschaften sind im Einsatz?

Derzeit sind zwei schwere Abrissbagger im Einsatz. Der sogenannte 60 Tonnen- Longfront-Bagger 340 F hat einen 22 Meter langen Ausleger. Das reicht aus, um auch den Dachstuhl abzutragen. Ein Krahn der Firma Floßdorf hält zur Hauptstraße hin einen riesigen Staubvorhang vor das Gebäude. Dieser hat auch gleichzeitig die Aufgabe, vor herabfallenden Steinbrocken zu sichern. Mit einem zweiten Abrissbagger, der mit einem kürzeren Ausleger ausgestattet ist, wird dann auf der Baustelle Ordnung geschaffen und die Materialien getrennt etwas abseits zum Abtransport zwischengelagert.

3 Wie werden die großen Mengen an Abbruchmaterial von der in der Innenstadt liegenden Baustelle entsorgt?

Um den riesigen Berg an Holz und Bauschutt abfahren zu können, muss erst noch eine Durchfahrt zur Hauptstraße hin geschaffen werden. Das soll in der kommenden, der 29. Woche des Jahres, so weit sein. Anschließend werden die die Lkws rollen. Ursprünglich sollte der Abtransport westlich über die Ahrstraße geregelt werden, doch das hat sich angesichts der großen Anzahl anfahrenden Lkws als nicht praktikabel erwiesen. Wie Olaf Brohl erklärt, kommen die Hölzer in eine Verbrennungsanlage nach Koblenz und alle Stein- und Betonteile zum vollständigen Recyceln in eine Brechanlage.

4 Welche Herausforderungen hält diese Baustelle für die dort arbeitenden Firmen bereit?

Für die Fachleute der Baufirma ist der Abriss der „Traube“ keine besonders knifflige Angelegenheit. „Wir machen noch viel größere Sachen. Das hier ist ein ganz normaler Auftrag“, so Brohl. Allerdings ist es mitten in der Stadt trotzdem etwas Besonderes. „Man steht immer unter Beobachtung, die Leute stehen rundherum und schauen zu.“ Allerdings lobt Brohl die Anwohner in den Häusern nebenan für Ihr Verständnis für die unvermeidliche Lärm- und Staubbelästigung. Um besonders den Staub so gering wie möglich zu halten, stehen Helfer mit Wasserschläuchen bereit, um über chläuche die trockenen Bruchstellen anzufeuchten. Wenn dann alles abgebrochen und abgefahren ist, wird es mit dem Neubau weitergehen.

5 Was wird hier denn alles entstehen?

Entstehen soll ein neues, optisch an die „Traube“ erinnerndes Gebäude. Dabei wird als Erinnerung an das alte Gebäude der Kaiserzeit der komplette Schmuckgiebel, erhalten bleiben. Er wird abgebaut und renoviert wieder auf das neue Haus aufgesetzt. Allerdings wird das neue Gebäude ein Geschoss höher werden. Waren dort bisher acht Wohnungen, drei Geschäftsräume und im rückwärtigen Teil noch etliche Lagerschuppen lokalisiert, so soll nach dem Neubau auf der Grundfläche von 273 Quadratmetern ein Angebot von 30 Wohnungen, hauptsächlich Mietwohnungen, und fünf Geschäftsräumen im Untergeschoss entstehen. Der komplette Innenbereich soll begrünt werden. Auch ein Kinderspielplatz ist geplant. Abgerundet wird das alles durch 37 Stellplätze für Pkw. Die Substanz des Gebäudes aus dem Jahr 1886 war nicht mehr zu retten. „Es gab keine Chance, das Gebäude zu erhalten“, sagt der Architekt Volker Esch, der bekannt dafür ist, dass er historische Häuser nicht gerne abreißt.

6 Wann wird hier keine Baustelle mehr sein?

Geplant sind zwei Jahre für die Fertigstellung., wobei bis Mitte des nächsten Jahres bereits die Fassade zur Hauptstraße wieder stehen soll.

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarach

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