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Ahrhütte

Ahrhütte: 170 Bürger und reges Vereinsleben

Seine Entstehung und seinen Namen verdankt Ahrhütte einer längst vergangenen Industrie: der Eisenindustrie. Die Zeiten geschäftigen Treibens sind im Dorf aber schon lange passé. Rund 170 Einwohner zählt der beschauliche Ort heute, im „Feriendorf", dem Wochenendhausgebiet, kommen noch einmal 40 dazu.

Der Türgiebel des früheren Reitmeisterhauses der Eisenhütten mit Aremberger Wappen und Herzogskrone, Hermelin und Goldenem Vlies. Foto: Petra Ochs
Der Türgiebel des früheren Reitmeisterhauses der Eisenhütten mit Aremberger Wappen und Herzogskrone, Hermelin und Goldenem Vlies.
Foto: Petra Ochs

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

Verstreut liegen die Häuser auf drei Kilometern dies- und jenseits der Ahr, und der Ortskern verläuft parallel zur viel befahrenen B 258. Auch ansonsten ist und war Ahrhütte von Verkehrswegen eingeschlossen: auf der einen Seite die Ahr, auf der anderen Seite die ehemalige Bahntrasse zwischen Blankenheim und Ahrdorf. Diese besondere Lage hat zur Folge, dass es in Ahrhütte keine neuen Bauplätze gibt – wenn neu gebaut wird, dann nur da, wo bereits früher etwas stand. Geologisch erstreckt sich der Ort in der an Fossilien reichen „Dollendorfer Kalkmulde", einem Korallenriff aus der Devonzeit vor 390 bis 360 Millionen Jahren.

Attraktiv ist die umgebende Landschaft, die bestimmt wird von wacholderreichen Kalkmagerrasen, Weidelandschaften, artenreichen Gebüschformationen und Mischwäldern. Seine erste Erwähnung fand der Ort im Jahr 1511. Bereits damals hielt die Industrie in Ahrhütte Einzug: Als Pachthütte ließen die Herzöge von Arenberg vermutlich im frühen 16. Jahrhundert die Eisen verarbeitende Anlage errichten. 1861 erlosch hier der letzte Hochofen. Kaum ein Ersatz war die Kalkindustrie, die in der Folge mit mehreren Kalköfen und Steinbrüchen in Ahrhütte vertreten war.

Einzige industrielle Arbeitsplätze

Von der Errichtung des ersten Kalkofens 1859 bis zur Stilllegung des letzten Kalkwerks 1969 stellte diese Branche die einzigen industriellen Arbeitsplätze im Ort. Während sich in Ahrhütte vereinzelt noch Reste der Kalkindustrie finden lassen, sind die letzten Zeugnisse der Eisenindustrie längst beseitigt. Nur Straßennamen wie „Am Hammerwerk", Hüttenstraße und Hüttenberg halten die Erinnerung an die Zeit wach, in der das tägliche Brot der Bewohner von der Arbeit der Berg- und Hüttenarbeiter oder aber von der Landwirtschaft abhing. Letztere prägt das Dorf noch heute: Drei Vollerwerbslandwirte bewirtschaften hier ihre Höfe und Felder. Da, wo ehedem der Kohleschuppen des Eisenhüttenwerks stand, steht heute das Pfarrheim, auch Antoniusheim genannt, das rege für Feste, Proben und Vereinsversammlungen genutzt wird.

Reges Vereinsleben

Apropos Vereine: Die Ahrhüttener Musikanten, die freiwillige Feuerwehr, der Bürgerverein, der Antoniusverein, der Frauenturnclub, der Junggesellenverein und die Fußballfreizeitmannschaft sind allesamt im Vereinskartell organisiert. Ahrhütte hat auch eine Reihe beeindruckender Gebäude zu bieten – die 1932 geweihte Antoniuskapelle etwa und auch das große Fachwerkhaus auf dem Mühlenberg, das früher ein Kinderheim war und heute als Bundeskursstätte der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) dient. Das älteste Gebäude von Ahrhütte aber ist der Stollenhof von 1549. Schon bessere Tage gesehen hat das direkt an der Bundesstraße stehende frühere Reitmeisterhaus des Eisenhüttenwerks aus dem Jahr 1677.

Fremdenverkehr spielte wichtige Rolle

Auffällig ist der Türgiebel, der das Aremberger Wappen mit Herzogskrone, Hermelin und Goldenem Vlies zeigt. Ein Lebensmittelgeschäft hat Ahrhütte zwar nicht, dafür aber eine Apotheke, zwei Autohäuser und eine große Schreinerei. Dass der Fremdenverkehr für Ahrhütte früher eine große Rolle spielte, lässt sich noch immer gut erkennen: Trotzig thront das ehemalige Hotel Ahrburg auf einer Anhöhe.

Früher gab es bis zu fünf Gaststätten im Ort, zwei sind davon übrig geblieben: Neben der Musikkneipe Unikat, das aus dem „Gasthaus an der Ahr" entstand, ist dies die Gaststätte „Zur Alten Ölmühle". Und da wäre ja noch das Café der Lommersdorfer Mühle, in der Ahrhüttes Ortsvorsteherin Annegret Dreimüller Feriengäste beherbergt. Neben der ehemaligen Getreidemühle, die 1967 ihren Betrieb einstellte, gab es in Ahrhütte auch eine Ölmühle. Dass der hiesige Tourismus seit einigen Jahren wieder Aufwind erlebt, ist auch dem Ahr-steig und dem Ahr-Radweg zu verdanken, der gut 40 Jahre nach Stilllegung der Ahrtalbahn und dem Abbau der Gleisanlagen auf der Eisenbahntrasse ausgebaut und 2005 eröffnet wurde. Der Radaktionstag „Tour de Ahrtal" beschert Ahrhütte als Versorgungspunkt Jahr für Jahr willkommene Einnahmen.

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