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Dernau

Afrikanische Schweinepest: Vorsitzender der Kreisjägerschaft warnt vor Hysterie

Horst Bach

Ganz im Zeichen des Führungswechsels stand die Jahresversammlung der Kreisjägerschaft Ahrweiler. Thema war auch die Afrikanische Schweinepest.

Natürlich kam bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft auch die Afrikanische Schweinepest zur Sprache.  Foto: picture alliance/Lino Mirgeler
Natürlich kam bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft auch die Afrikanische Schweinepest zur Sprache.
Foto: picture alliance/Lino Mirgeler

Ganz im Zeichen des Führungswechsels stand die Jahresversammlung der Kreisjägerschaft Ahrweiler. „Der Landkreis kann sich auf die Jäger verlassen, die Abschusszahlen haben allerdings viel Kraft gekostet“, zog Thomas Güthe in Dernau noch einmal Bilanz. Nach vier turbulenten Jahren als Kreisgruppenvorsitzender sei „jetzt die Zeit gekommen, die Weichen für die Zukunft zu stellen“, stimmte Thomas Güthe die rund 150 Jagdkollegen und seine Gäste auf den bevorstehenden Wechsel ein.

Güthe stellte sich nicht mehr zur Wahl. Mit dem einstimmigen Votum der Jäger tritt Ralf Schmidt aus der Grafschaft nun die Nachfolge als Vorsitzender der Kreisjägerschaft an. Horst Gies, Landtagsabgeordneter aus Ahrweiler und selbst Jäger, wurde auf den Vize-Posten von Dirk-Siegfried Hübner bestimmt. Güthe dankte dem Kreis für die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit, den Mitarbeitern in der Unteren Jagdbehörde und dem Bauern- und Winzerverband.

Vorsitzender Thomas Güthe (3. von rechts) erhält zu seinem Abschied die Ehrenurkunde des Kreises.  Foto: Vollrath
Vorsitzender Thomas Güthe (3. von rechts) erhält zu seinem Abschied die Ehrenurkunde des Kreises.
Foto: Vollrath

Das öffentliche Ansehen der Jägerschaft war dem neuen Chef der Kreisjägerschaft gleich vom Start weg sehr wichtig. „Als staatlich geprüfte Naturschützer sollten wir uns bewusst vom Käseglocken-Naturschutz anderer Verbände distanzieren und aus ökologischer, aber auch ökonomischer Sicht die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen propagieren“, hielt Schmidt in seiner Antrittsrede den Waidmännern vor. Eine völlig gescheiterte Fütterungs- und Kirrverordnung müsse thematisiert werden. Zudem müsse die Aktion „Blau auf allen Straßen“ politisch weitergebracht werden. „Die Sicherheit von Menschen und Tieren ist Sache der verantwortlichen Behörden und kann nicht aus dem Geldbeutel der Jäger bezahlt werden“, spielt er den Ball der Politik zu. Die Jäger sollten sich wehren, wenn sie angegriffen werden, ermunterte er seine Waidkameraden. Eine Registration- und Kastrationspflicht für freilaufende Katzen hält er zumindest erstrebenswert. „Lassen wir uns von unseren ideologischen Kritikern nicht weiter zu Katzenkillern machen“, appellierte er.

Beim Thema Wildhege schlug der neue Mann an der Spitze der Kreisgruppe ebenso scharfe Töne an. „Es muss Schluss sein mit der Behauptung, dass wir hohe Wildbestände anfüttern und dem Trophäenkult verfallen sind. Hohe Wildbestände sind Folge unserer Kulturlandschaft.“ Den Kritikern schmetterte er entgegen: „Lassen Sie sich, von wem auch immer, nicht zum Kammerjäger machen. Eine gute Rehbocktrophäe ist Zeichen einer jahrelangen Hege und gesunder Stücke in einem guten Lebensraum.“

Foto: Horst Bach

Rückendeckung bekam die Kreisjägerschaft von Landrat Jürgen Pföhler: „Die Jagd hat bei uns wegen der großen Waldgebiete einen besonders hohen Stellenwert.“ Auch im Hinblick auf die sich aus Osteuropa nähernde Afrikanische Schweinepest (ASP) zeigten die sehr hohen Abschusszahlen beim Schwarzwild, dass die Jägerschaft sich der Verantwortung für den Erhalt eines gesunden Wildbestands bewusst sei. „Die Jägerschaft hat mit 5637 Stücken erlegtem Schwarzwild ihre Hausaufgaben gemacht“, ließ Pföhler wissen. Ein Ansatzpunkt für den neuen Kreisvorsitzenden Schmidt: „Lassen Sie sich von den Populisten auch nicht mit der ASP-Hysterie infizieren.“ Es wäre sogar kontraproduktiv, wenn die Sozialstrukturen der Rotten „zerschossen“ würden, so der Kreisvorsitzende. Schwarzwild lasse sich nicht planen, befand Kreisjagdmeister Stephan Schuck. Die Jäger hätten der Populationsdynamik aber Rechnung getragen, revierübergreifende Drückjagden seien überwiegend erfolgreich gewesen.

Die Abschusszahlen werden vom Kreis kontrolliert. Kreisjagdmeister Schuck nannte die Zahlen für das vergangene Jagdjahr: 1682 Stücke Rotwild, 3890 Stücke Rehwild, 5637 Wildschweine, 164 Muffelwild und 66 Stücke Damwild wurden erlegt.

Von unserem Mitarbeiter Horst Bach

Medaillen und Ehrungen

Die Hegemedaillen für die stärksten Rehgehörne gingen an Markus Höhnerbach (Revier Breisig I, Goldmedaille fürs Gewicht von 460 Gramm), Richard Schuck (Revier Remagen/Plattborn, Silbermedaille, 367 Gramm) und Thomas Wickord (Revier Vehner Wald, Bronzemedaille, 365 Gramm).

In Jahrzehnten erarbeitet haben viele Jäger ihre Treuenadeln vom Landesjagdverband. Diese ging für 60 Jahre an Eugen Strohe und Josef Schmitz. 50 Jahre Mitglied sind Hermann Schäfer, Heinz-Peter Kriechel und Reinhold Seeger. Zudem wurden sechs Jäger für 40 Jahre und zwölf für 25 Jahre ausgezeichnet.

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