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    Zwei Konzerte vor 1500 Menschen: "DonnaWetter" erfrischend neu und anders

    30 Frauen aus mehr als zehn Gemeinden an Nahe und Glan – das ist DonnaWetter. Der neue Frauenchor um Sandra Weiss gab in Kirn zwei umjubelte Konzerte.

    DonnaWetter bot bei zwei ausverkauften Konzerten im Kirner Gesellschaftshaus einen mitreißenden Melodiengenuss und lief bei 16 Liedern, darunter der „One Billion Rising“-Titelsong „Break the Chain“ zu Höchstform auf. Die Frauen um Sandra Weiss interpretieren das Verständnis, das Bild eines Frauenchors völlig neu. Und dem Publikum? Dem gefällt's.
    DonnaWetter bot bei zwei ausverkauften Konzerten im Kirner Gesellschaftshaus einen mitreißenden Melodiengenuss und lief bei 16 Liedern, darunter der „One Billion Rising“-Titelsong „Break the Chain“ zu Höchstform auf. Die Frauen um Sandra Weiss interpretieren das Verständnis, das Bild eines Frauenchors völlig neu. Und dem Publikum? Dem gefällt's.

    Von unserem Mitarbeiter Bernd Hey

    Sprengt die Ketten („Breake the Chain“). Steht auf. Tanzt. Gestern war der 14. Februar, „One Billion Rising“-Tag, an dem weltweit in 190 Ländern und 140 Städten in Deutschland Menschen tanzend und singend ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen setzen. Diese Aktion gehörte zu den Inhalten der beiden schon lange ausverkauften DonnaWetter-Konzerte am Samstag und gestern Abend im Kirner Gesellschaftshaus. Aktivistinnen vergangener Jahre tanzten und animierten zum Mitmachen, Popchor-Solistinnen trugen nachdrücklich ihre Forderungen vor. Denn: Gewalt ist auch hierzulande Thema. Nur 20 Prozent der Frauen outen sich und suchen Hilfe. Noch immer erfährt jede dritte Frau weltweit häusliche Gewalt an Körper, Geist und Seele.

    2013 fand die Aktion auf dem Sobernheimer Marktplatz statt, als 600 Leute bei Minusgraden tanzten. 2014 war Merxheim Austragungsort, 2015 wurde die Aktion im Sobernheimer Fitnesscenter an der Brückenmühle mit einer Spende ans Frauenhaus Bad Kreuznach verbunden. Jetzt wurde diese Kampagne ins DonnaWetter Power-Frauen-Konzert integriert. Beide Konzerte waren mit dem Premierenauftritt am 21. November mit mehr als 450 Zuhörern in der Simmertaler VfL-Halle identisch. Warum sollte man etwas ändern, was nicht zu toppen ist? Das Nachfolgekonzert war in wenigen Stunden ausgebucht – Gleiches beim dritten Konzert: ruck, zuck ausverkauft!

    Spannung und Probenfleiß der mittlerweile 30 Frauen aus mehr als zehn Orten an Nahe und Glan stiegen: „Wir halten es echt fast nicht mehr aus vor Vorfreude“, mailte am Mittwoch Leiterin Sandra Weiss.

    Erklärtes Ziel: „Das Publikum begeistern, berühren, mitreißen!“ Jede Szene mit starken Texten war ein Augen- und Ohrenschmaus, dank fantasievoller Performance gar eine Sternstunde leidenschaftlichen Gesangs. Die im Oktober 2014 gegründete Frauenformation ging ein Jahr lang in Klausur und beschrieb sich bei ihrer Vorstellung zum Song „It's Raining Men“ als „Fleisch gewordener Traum“ von Chorleiterin Sandra Weiss. Mehr noch: „Lauter verrückte Weiwer, die uff Englisch singe“ – schon die mehrsprachige Begrüßung zum Einstieg war der Knaller. Fesselnd, gefühlvoll und dezent musikalisch von Heidrun Eggert-Schmidt, Lukas Rauter (Cajon) und Gitarrist Gregor Prinz begleitet, erstaunten im ersten Teil die 007-Filmmelodie „Skyfall“ von Adele, die „Run“-Ballade von Leona Lewis, „Follow Me“ von Uncle Cracker, „Chasing Cars“ von Snow Patrol, „Royals“ von Lorde oder „All About that Bass“ von Meghan Trainor.

    Veranstalter und ein starker Gastgeber war die Musikschule Kirn-Meisenheim-Bad Sobernheim, in der viele der Frauen einst musiziert haben. Auffallend viele junge Leute kamen in die Konzerte. „Die Akustik und das Ambiente sind fantastisch – der begeisternde Gesang auf Augenhöhe mit dem Publikum ist genial“, lobte Percussion-Begleiter Andreas Heinrich in der Pause. Fasziniert äußerte sich auch mancher der Konzertgäste. Mit dem Publikum als vierstimmigem Chor, in dem jeder Block ein anderes Wort sang („Hallo – Donnas – Bühne – Let's go!“) rief Sandra Weiss die Powerfrauen auf die Bühne zurück zu einem fulminant-feurigen Finale. Ein Heimspiel hatte Silke Dressel aus Kirn, die „Angel“ von Sarah McLachlan anmoderierte und aus dem Nähkästchen über die Proben plauderte, wenn die Mädels musikalisch in Stellas Biergarten am Simmertaler Dreieck einliefen oder von Weitem ihr Getränk bestellten.

    Den Text „Born This Way“ von Lady Gaga, „Es ist egal, es ist dein Weg“, las Sabine Schossig-Roevenich. Es folgte die WM-Hymne „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben“, auf die Freundschaft und einen wundervollen Abend, „den man am liebsten einfrieren möchte“, wie Britta Rodenbusch sagte.

    Ute Heinrich holte sich zur Anmoderation von „Ain't No Mountain“ quasi als „Nummerngirl“ einen gut aussehenden jungen Mann aus dem Publikum auf die Bühne, während sich der Chor zum Filmklassiker aus „Sister Act 2“ mit Whoopi Goldberg umkleidete. Stehende Ovationen dankten die Frauen mit den beiden Zugaben „Royals“ und „Born This Way“.

    Für ein kurzweiliges Kontrastprogramm sorgte das bekannte Tanzensemble Alimar aus Bingen. Kopf und Trainerin des bis zu siebenköpfigen Ensembles ist Melanie Ehler. In die klassischen orientalischen Tänze fließen Jazz, Rap oder Flamencoelemente ein.

    Am 19. März ist DonnaWetter beim Jubiläum von Soonwaldstiftung und Förderverein Lützelsoon zu Gast, am 20. Mai wird das Programm bei einem der Sobernheimer "SooNahe-Live"-Konzerte zu hören sein.

    Kommentar

    Chorgesang - von wegen Untergang!

    Top! Was die Frauen um Sandra Weiss bieten, füllt Hallen, Säle, Plätze. Da lässt es sich leicht schwärmen. Und es lässt uns erinnern: an all die Untergangsszenarien, die dem Chorwesen bislang besungen wurden. Zwei Generationen treffen aufeinander: hier die singenden Frauen, die sich erfrischend neu und so ganz anders präsentieren. Und dort der traditionelle Chorgesang, der seine besten Zeiten hinter sich weiß. Und dennoch: Nicht alles Alte ist von gestern, denn die Chöre von einst bieten ihren Frauen und Männern noch immer feste Gemeinschaften. Ihre Geschichte und ihre aktuelle Entwicklung macht Chöre wie DonnaWetter erst möglich: ohne (wenn auch unfreiwillige) Krise nix Neues – eine harmonische Verbindung dessen, was war, mit dem, was ist.

    E-Mail: stefan.munzlinger@rhein-zeitung.net

    Bad Kreuznach
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