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Bad Sobernheim

Wohnmobilisten aus ganz Europa machen gern Station am Sobernheimer "Nohfels"

Ein Schmelztiegel der besonderen Art ist der Reisemobil-Stellplatz am „Nohfels“. Gäste aus ganz Europa machen hier Station. Betreiber ist Uwe Engelmann, der auch das Sommercafé und den turniertauglichen Golfplatz nebenan führt.

Abendbrot unter Reisemobilisten am Sobernheimer „Nohfels“: Peter Küster und Helga Küster, Friedholm und Marlies Schrömges sowie Hildegard und Peter Reuter (von links nach rechts) reisen schon seit neun Jahren in drei Fahrzeugen und waren diese Woche auf dem Bad Sobernheimer Platz „Am Nohfels“ zu Gast.
Abendbrot unter Reisemobilisten am Sobernheimer „Nohfels“: Peter Küster und Helga Küster, Friedholm und Marlies Schrömges sowie Hildegard und Peter Reuter (von links nach rechts) reisen schon seit neun Jahren in drei Fahrzeugen und waren diese Woche auf dem Bad Sobernheimer Platz „Am Nohfels“ zu Gast.
Foto: Martin Köhler

Bad Sobernheim – Ein Schmelztiegel der besonderen Art ist der Reisemobil-Stellplatz am „Nohfels“. Gäste aus ganz Europa machen hier Station. Betreiber ist Uwe Engelmann, der auch das Sommercafé und den turniertauglichen Golfplatz nebenan führt.

„Reisemobile kaufen typischerweise Rentner, die soeben ihre Lebensversicherung ausbezahlt kamen und das Leben jetzt genießen wollen“, berichtet er über seine Klientel, die trotz aller Angebote in der Stadt und im Umland im Schnitt nur eineinhalb Tage hier bleibt. Bei gutem Wetter seien es auch mal deren drei.
Das sei bei den meist rastlosen Reisemobilbesitzern durchaus nicht ungewöhnlich. Doch weil sich alle Gäste, die zu ihm kommen, urlaubten, sei deren Stimmung besonders entspannt und angenehm.

Diese Woche waren 28 der 39 angebotenen Reisemobil-Stellplätze besetzt. Viel Gelegenheit, mit den Campern ins Gespräch zu kommen. „Camper? Wir sind doch keine Camper!“, stellt Peter Reuter aus Andernach unmissverständlich klar, „wir sind Reisemobilisten! Wir schlafen nicht auf dem Boden, sondern im Bett.“

Mit zwei anderen Rentnerehepaaren sind er und seine Frau Hildegard gerade auf dem Weg nach Kreuzlingen (Schweiz) zum jährlichen Reisemobiltreffen mit rund 14 anderen RM-Freunden. Vor neun Jahren haben sich in Griechenland kennen- und schätzen gelernt, berichtet Peter Küster aus Emden in Ostfriesland. Als der „Oeffentliche“ zu den Paaren stößt, essen sie gerade einträchtig Abendbrot unter freiem Himmel, umrahmt von ihren Fahrzeugen. Hinter ihnen rauscht die Nahe, oberhalb die Pappeln im Wind.

„Dank des Reisemobils ist man zu Hause und gleichzeitig in Freiheit“, sagte Küster, während seine Gattin Helga bekräftigt: „In einem Hotel wären wir zu Gast. Wir sind dagegen zu Hause.“ Die beiden nehmen eigens 15 Liter ostfriesisches Trinkwasser mit auf die Deutschlandreise – „wir wollen unseren Tee nämlich nur mit unserem extraweichen Wasser trinken“, so Helga Küster. Ihr norddeutsches Platt lassen sie dagegen zuhause und sprechen in der Reisegruppe nur verständliches Hochdeutsch.

Die eingeschworene Gemeinschaft schätzt die Hilfsbereitschaft der Reisemobilisten untereinander über alles. Geselligkeit, scherzen, sehen und gesehen werden ist ihnen wichtig. Die Zwischenstation in Bad Sobernheim genossen sie auch dank so mancher Flasche Sommerlocher Weins.

Frisch in Rente – und dann gleich noch 10 000 Kilometer durch Spanien und Portugal getourt: Diesen Lebenstraum erfüllen sich Bernd und Karin Kurz in diesem Frühsommer. Kaum eine Woche daheim, gingen sie noch mal auf Tour durch den Südwesten Deutschlands. Doch im Gegensatz zum ostfriesisch/rheinländischen Grüppchen suchen die Sauerländer eher die Stille und die Einsamkeit des Nohfels-Platzes. „Ich hab gern viel Platz um mich“, so Bernd Kurz. Bad Sobernheim als Standort biete im Gegensatz zu Bad Kreuznach den Vorteil, dass er zentral liege, „gut für Radtouren“. Nach dem Nahetal sei das Glantal dran, mit dem Fahrrad erkunden zu werden, haben sie sich vorgenommen. Und: „Bad Sobernheim“, das finden die beiden, „ist ein sehr nettes Städtchen.“

Bereits seit vier Tagen befinden sich Ute Holz-Deckert und ihr Mann auf dem Campingplatz. Sie haben die Radwege der Region auf Herz und Nieren getestet. Ihr Urteil: „Das Glantal ist optimal.“ Die Nahe-Radstrecke sei in Richtung Bad Kreuznach gut; doch in Richtung Kirn sei der Weg zu eng an der Bundesstraße verlaufen und mache keinen Spaß.

Die doppelte Mobilität mit dem Reisemobil und mit den Fahrrädern – das ist ihr Lieblingsurlaub. Als Verbesserungstipp für Platzbetreiber Uwe Engelmann bitten sie um eine verbessere Wasserver- und -entsorgung an. Für ältere Leute sei das System vor Ort doch arg unbequem zu handhaben. (art)

Bad Kreuznach
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